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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 6 · p. Seite 331

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 6
Article
Der Kuß
Date
1921-01-01
Page
Seite 331 (sequence 9)
Language
German
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331 Der Kuß. geküßt, werden, .wenn er zur Erde gefallen ist (Lelcet Joscher 1, 15). Das Küssen der Schaufäden hat eine interessante Vorgeschichte. Im 9. Jh. wird die Sitte, sie während des Schema in die Hand zu nehmen, zuerst erwähnt. Mose Gaon (832) und Natronaj Gaön (859), denen die Frage, ob dies zulässig ist, vorgelegt wird, sprechen sich gegen den Brauch aus. Die Antwort lautet: es sei kein Brauch der Schriftgelehrten und ihrer Schüler, sondern bloße Überhebung — jöharä. Da man die Schaufäden bei dem Umhüllen mit dem Tallith angeschaut und . mit dem Segenspruch begrüßt hat, ist es überflüssig, sie in der Hand festzuhalten, sonst müßte man ja bei ukesartem die Tefillin anfassen und bei uketabtem nach Hause gehen, um die Hand auf die mezuza zu legen. Wer darum also handelt, den muß man aufklären, daß er es nicht wieder tue. Der Brauch, der sich aus dem Worte ureitem entwickelt hat, hat trotzdem immer mehr festen Fuß gefaßt, sodaß Haj Gaon (1038), den! die Frage wieder vorgelegt wird, sich schon viel nachsichtiger äußert; Die mezuza hat man nicht bei sich, aber wer die Schaufäden während des Schemalesens ansieht und betastet, handelt recht. Dies ist auch, da man gerade mit dieser miswä beschäftigt ist, nicht als Störung anzusehen. Nur wen das Betasten wirklich stört, soll sich davon zurückhalten, wie man ja weder zwinkern, noch winken, noch mit dem Finger weisen darf (Joma 19b). Die Tefillin sollen ständig betastet werden (Schaare Teschuba 88, Gaon. J. Müller 38). Marmorstein hat versucht, die Quelle des Brauches bei den Karäern nachzuweisen, ich finde aber in den Quellen keine Veranlassung hiezu (Schwarz- Festschrift 463). L. Mieses schrieb 1828 an Jost (Gesch. IX Verzeichnis S. 90): Bei den Karaiten sind manche Gebrauche eingeführt worden, um den Rabbaniten nicht so anstößig zu sein, als mezuza,-die jedoch nur bei Einigen im Gang ist, dann die sisit zu küssen. Peter Beer behauptet,

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