Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Kuß
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 8)
- Language
- German
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330 Der Kuß. werden. Man küßt später auch die Hand, mit der man die Tora von fern gegrüßt hat (Zecher Nathan 135a). So grüßen in Aden die Frauen, in der Synagogentüre stehend, beim Ausheben die Tora durch Kußhände (Saphir 2, 7). In Cochin öffnet man vor der Braut die Tora bei den 10 Geboten, sie legt ihre Hand auf die Augen und küßt sie (2, 75). Am Simchath Tora werden die in Prozession herumgetragenen Torarollen geküßt; bei den Spagnolen 'geschieht dies am Kol-Nidre-Abend. ■4: Der Erzbischof Albrecht küßt — um 1200 — die ihm entgegengebrachte Tora (Caro, Wirtschafts** gesch. 1, 417). Vor und nach der Eidesleistung auf die Tora wurde dieselbe geküßt (Bloch, Jubelschr. 223 ung.). Der Auf gerufene küßt die Tora zu Anfang und zu Ende des vorgelesenen Abschnitts (S. Chaßidim Wist 432). Margaritha beschreibt dies 1544: So kommt denn derselbig der doberuffen ist und stellt sich in die mitt zwischen die zwen und küßt die zähen gebott, aber nicht auff das bloß bergamen, sonder durch die Mappen und tücher (p 196). Das Gebetbuch wird vor und nach dem .Beten geküßt. So auch bei persischen Juden (Grunwald, Mitt. 20, 152). Man soll es beim Weglegen und wenn es auf die Erde gefallen ist, küssen (S. Chaßidim 691 Wist) und umkehren; wenn man es auf der Titelseite liegend findet (R M A JD 282,' 5 Mekore Minh. 30). Umarmt und geküßtvwi1d ein Buch im Seder Elija zutta 17 p 21 (1904 Friedm.). Der zu Vereidigende mußte in England beim Schwure die Bibel küssen und der Brauch wurde erst am 1. I. 1910 ,,als äußerst unhygienisch“ aufgehoben. Seitdem nimmt der Eidesleistende die Bibel ohne sie zu küssen in die rechte Hand. Die Tefillin sollen nach talmudischer Vorschrift berührt werden (Men 36b Maim. H Tefillin 4, 14, Eskol 1,64), doch kennt schon gaonäische Zeit das Küssen derselben, das später allgemein gebräuchlich wird. (AbudiV — Tur und Sch. A. O. Ch. 24, 4, B. J. T. Ö. Ch. 48. R M A das. u. O. Ch. ll' Ende, Mekore Minhagim 30).. Auch der Tefillinbeutel soll