Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Kuß
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 6)
- Language
- German
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32« Der Kuß. Worte sisith und eineth und in der mit emethbeginnenden Nach-berächä des Schema bei weaddir und nelimadim laad. Geküßt werden der Vorhang der heiligen Lade beim Öffnen derselben, die Torarolle beim Aus״ und Einheben und Vorübertragen; die geöffnete Tora berührt der Aufgerufene zu Anfang und Ende der vorgelesenen Stelle mit den Schaufäden und küßt diese. . Die Armtefilla wird bei der Morgen-Berächä: ,,der Israel umgürtet“, die Kopf״ tefilla bei ,,der Israel krönt“ mit der rechten Hand berührt und diese geküßt. Beide Tefillim werden geküßt bei dem zweimaligen jismehü hassämajim wethägel hääres, dessen Anfangsbuchstaben das Tetragramm bilden und im Asre- Psalm bei dem bedeutsamen Verse: ,,du öffnest deine Hände und sättigst alles Lebende mit Wohlgefallen“. Isak Luria hat im Namen des Sohar Berührung der Tefillin auch bei jöser ör verlangt, ist aber nicht durchgedrungen. Auch das Gebetbuch wird nach vollendeter Andacht geküßt. Ganz gleichmäßig war die Übung bei diesen Küssen im Ritus niemals. In die Gebetbücher ist die Vorschrift des Küssens erst spät gedrungen: zuerst in die Ausgaben Jesaja Berlins und Jakob Lissauers. Von den sephardischen Gebetbüchern erwähnt das Küssen zuerst das Gebetbuch Amsterdam 5500 (Mitteilung des Herrn B. Sealtiel, Berlin 1908). Baers Gebet״ buch erwähnt das Küssen mehrfach p. 5, 6, 7, 8, 123, 225. In neuerer Zeit hat die Übung bei diesen Küssen stellen״ weise nachgelassen. Die deutschen Reformbestrebungen, denen das Speziell־]üdische wenig sympathisch war, haben auch hier sich berufen gefühlt, Wandel zu schaffen. Direkt abgeschafft hat man allerdings nur Störendes. Die Synagogenordnung von Schwerin z. B. verbietet 1843 das Küssen des Vorhangs beim Eintritt in die Sjmagoge während des Gottesdienstes und das Verlassen des Platzes um die Tora zu küssen. Creizenach (Geist der phar. Lehre I, 477) unter״ sagt das Küssen der Tora, wenn man es nicht von seinem Platze aus kann. Am meisten in die Augen fallend ist das