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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 6 · p. Seite 326

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 6
Article
Der Kuß
Date
1921-01-01
Page
Seite 326 (sequence 4)
Language
German
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326 Der Kuß. während der Messe zum Küssen herumgereichtes Instrument hieß pax (s. oben) (vgl. שלום* g1\ philema, christl. pal. syr. Schultheß sv). Heiligenbilder werden geküßt, entfernteren Kußhände zugeworfen. (Z D P V 39, 111.) Das Küssen der Idole kennen auch die tannaitischen Quellen. Man soll an einem Brunnenauslauf nicht unmittelbar trinken, denn der Zuschauer könnte glauben, man küsse den dort dargestellten Götzen (T Az VI 46930. T Snh X 43015, 19). ־ In der Beschreibung des Dienstes im Heiligtum am Versöhnungstage heißt es: man sagt zum Hohenpriester nachts) wenn er schläfrig wird, והפג על הרצפה (Joma 1, 7), stehe auf und kühle dich am' kalten Marmorpflaster. Das soll bedeuten, er soll die 1קידה) vollziehen, d. h. wie R Sb G auf die beiden Daumen gestützt, sich auf das Pflaster beugen es küssen und sich wieder aufrichten, (joma 19b Suk53a.) Hat R. Simon b. Gamliel beim Fackeltanze des Laub- ־ hüttenfestes .mit beiden Daumen die Erde berührt und sie geküßt, so ist das nach talmudischer Anschauung die Kiddä genannte Ceremonie (T Suk. IV 198, 16), die ihm nach b 53a niemand nachzumachen imstande war. Nach späterer Auffassung hat man sich bei der Kiddä auf die Daumen der Hände und Füße gestützt (Abudr. Prins 44b). Der heutige Ritus des Küssens kultischer Gegenstände hat sich, nicht ohne Beeinflussung von seiten fremder Sitte entwickelt. Ursprünglich aus dem Oriente stammend, kam dies Küssen auf dem Umwege über das kaiserliche Rom und die beiden Tochterreligionen wieder zu den Juden zurück. Auf dem Wege der Rezeption — s. meines Vaters Lebensalter, S. 360 — ist ja mancher fremdartige Brauch .in. jüdische Kreise gedrungen. Ich möchte hier nur auf zwei Beispiele hinweisen. 1J Kiddä (nicht Kidä) Ber. 34b, sie bestellt darin, daß man die zwei Daumen gegen die Erde stemmend sich bückt und das Pflaster küßt. RaiÜ Taan. 25a, Meg. 22b.

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