Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur Geschichte des biblisch-talmudischen Eherechts
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 17)
- Language
- German
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Zur Geschichte des biblischrtalmudischen Eherechts. 315 Feiertagen/‘. Diese denkwürdige Stelle, hat allgemeine. Bedeutung als Beleg für das wichtige Problem, wie im Judentum das Zivilrecht vom religiösen Ritus beeinflußt wird. Im . speziellen Fall aber zeugt es eine für Neubauer sehr schwerwiegende Tatsache. Auch bei Mobilien kann also unter Umständen die Preiszahlung für den Uebergang des Eigentums maßgebend sein. Dann aber braucht die Halachah, wenn , sie für den Abschluß der Ehe das. Gewand des Kaufvertrags wählt, sich nicht an die Form zu binden, die in der Regel für den Warenkauf maßgebend ist. Es kann auch jene vorziehen, die nur an den genannten vier Tagen gilt, und kann sich an der Zahlung des Preises oder des Symbols dafür genügen lassen. Was an Erew Pesach recht ist, kann an einem beliebigen anderen Tage billig sein. Und deshalb sind wir zu dem Urteil berechtigt, daß Neubauers Deduktionen die Frage nicht entscheiden, selbst wenn sie im Uebrigen tadellos sein sollten. Die Frage nach der rechtliehen Natur der Eheschließung bleibt vielmehr in der Schwebe, und es ist möglich, wenn auch nicht sicher, daß auch das alte Judentum die Kaufehe gekannt hat. III. Von einer Prüfung der zahlreichen anderen Probleme, mit denen sich Neubauer sonst auseinandersetzt, sehen wir ab und wollen lieber seine Leistung im Ganzen betrachten. Auf alle Fälle hat er ein ungewöhnliches Buch geschaffen, und man kann von ihm außerordentlich viel lernen. Wenn man von den großen Vertretern der talmudisehen Wissenschaft in der älteren Generation, einem David Hoffmann, einem Eduard Baneth, absieht, wird er unter den heute Lebenden an Reichtum und Umfang der jüdischen Wissens im weitesten Sinne nicht viele seines Gleichen haben. Er kennt genau die Bibel und ihre hebräischen Kommentatoren, ist aber auch gründlich beschlagen in der modernen Bibelwissenschaft, ihrer Methode und ihren