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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 6 · p. Seite 303

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 6
Article
Zur Geschichte des biblisch-talmudischen Eherechts
Date
1921-01-01
Page
Seite 303 (sequence 5)
Language
German
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Zur Geschichte des biblisch-talmudischen Eherechts. 303 dem Herrn des Sklaven eine feste Taxe von 30 Sekel bezahlen (II; M. 21, 32). Und wenn einer eine Person dem Ewigen weihte, konnte der Geweihte ausgelöst werden. III. M. 27 wird für diesen Fall ein eingehender Tarif aufgestellt mit abgestuften Sätzen für junge und für ältere Leute, für Männer und für Frauen. Die Schätzung sieht ,,von allen physischen, geistigen, sittlichen und sozialen Besonderheiten des Betreffenden ab und modifiziert sich nur nach Geschlecht und Alter“ (Hirsch z. St. III, S. 626). So konnte es auch keinen x\nstoß erregen, wenn für die Frau ein Preis festgesetzt war. Ja, es mochte für sie eine besondere Ehre sein, wenn ihre Angehörigen einen recht hohen Preis für sie verlangten. Je mehr sie wert war, desto mehr galt sie, und je höher sie sozial stand, desto mehr mochte für sie gefordert werden. Als Saul dem David durch seine Knechte mitteilen ließ, daß er ihn zum Eidam wünsche, war jener bedenklich, weil er ein armer und geringer Mann sei. Saul aber ließ ihm zu seiner Beruhigung sagen, er verlange kßinen Mohär, keinen Preis für seine Tochter. Dabei brauchte die Frau keineswegs zur Ware zu werden. Denn die Kaufehe ist das Gegenteil von einem Frauenkauf. Auf der Ehe liegt der Nachdruck, nicht auf dem Kaufe. Nicht ein Weib wird gekauft,. sondern eine Ehe wird geschlossen. Der Mann wird nicht Eigentümer, sondern Gatte seines Weibes, und das Weib wird nicht das Eigentum, sondern die Ehefrau ihres Mannes. Nichts hat diese Art der Eheschließung mit dem Kaufe gemein, als das äußere Gewand. Der Kaufvertrag war ja nur die rechtliche. Form, in der der Gatte die Gattin zur Ehe erwarb, und sie mochte ihre volle persönliche Geltung dabei behalten. Gegen ihren Willen wird auch damals kein verständiger Vater seine Tochter zur Ehe gezwungen haben. Die Erzählung im ersten Buche Samuel, wie die Tochter Sauls das Weib Davids wurde, beginnt ja auch: ,,Michal, die Tochter Sauls, liebte den David. "Man meldete es dem

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