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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 5 · p. Seite 280

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1921-01-01
Page
Seite 280 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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280 Besprechungen bar zur Ehre anrechnen wollen. Er erwägt (S. 94 f.) die Frage, ob die Vorfahren Israels einmal die Stufe des Totemismus durchschritten hätten; eine bejahende Entscheidung hat bekanntlich Robertson Smith (Die Religion der Semiten) getroffen. Unter anderem scheint dafür zu sprechen, daß Tiernamen in vielen biblischen Personennamen begegnen: Kaleb, Rahel, Schual etc. etc. Hier heißt es nun: Simeon ־= ein Bastard von Wolf und Hyäne. Ich weiß nicht, wie ich diesen Satz deuten soll. Inwiefern soll denn das Wort ,,Simeon“ eine solche Bedeutung haben? Ich habe in Gesenius’ Wb. nachgelesen x) und finde einen Hinweis auf eine Arbeit Robertson Smiths, die ich nicht einsehen kann. In meiner Not mache ich eine Konjektur und meine, es sei statt Simeon eher Zibeon zu lesen, der nach I. M. 36, 24 etwa als ein Bastard bezeichnet werden kann. Indem jedoch Bertholet fortfährt und sagt: ״Kaleb und Simeon z. B. sind bestimmt zugleich Stammesbezeichnungen“ — so besteht ja ״Simeon“ zurecht. Indessen lehnt B. die tötemistische Erklärung schließlich ab und findet zur natürlichen Erklärung zurück: ״Denn was hat es Verwunderliches, daß die im Freien lebenden Beduinen ihre Kinder gelegentlich nach Tieren des Feldes oder nach Vögeln, benannten“? Auch in der Frage, ob Israel zum Teilhaber, der baby- Ionischen Astral Wissenschaft gemacht werden könne, bricht bei B. die bessere Erkenntnis durch; er verneint diese ״Wissenschaft“ überhaupt und meint, daß es sich in Israel nur um eine Reihe von Vorstellungsbildern handle (S. 208). Darin jedoch, daß die babylonische Kultur befruchtend auf Israel einwirkte, ist freilich B. einer Meinung mit all den Männern der modernen Schule, wenn er auch nicht soweit geht, wie etwa Friedrich Delitzsch, und auch nicht wie Benzinger, der selbst im alltäglichen Leben und in den Erzeugnissen des Gewerbes babylonischen Einfluß annimmt. Sehr fein beobachtet B. aus gewissen sprachlichen Wendungen eine Menge von kosmologischen Vorstellungen, die ehemals im alten Israel genau so wie bei anderen semitischen Völkern geherrscht hatten; maßgebend ist hier geworden das Buch von Gunkel, Schöpfung und Chaos (1895), dessen Grundgedanke in der Tat nicht bezweifelt werden kann. Demgemäß werden viele Vorschriften auf die Furcht vor Dämonen zurückgeführt, z. B. die goldenen Glöckchen am Gewände des Hohenpriesters; ״sie wollen die Schwellengeister von seinem Nahen benachrichtigen“ (S. 225). Ist dies schon für den ג) Im englischen (Oxforder) Gesenius ist ebenfalls auf eine Arbeit R. Smiths hingewiesen, und es wird der hier inkriminierte Satz auch mitgeteilt.

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