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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 5 · p. Seite 279

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1921-01-01
Page
Seite 279 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen 279 so auf ge baut ist und fast genau dieselben Themata enthält; doch wird dieses Buch von Bertholet, soweit ich sehe, niemals angeführt. Ich lege das ihm nicht als Fehler aus, denn Bertholet ist bei weitem gründlicher und umfassender, und,- was die Hauptsache, origineller, und er braucht von Lohr nicht gelernt zu haben; aber in dem, was Mäßigung anlangt und die Beschränkung auf das Tatsächliche und Gegebene hätte ihm Lohr jedenfalls als Muster dienen können. Im Kapitel ״Das geistige Leben“ behandelt nämlich Bertholet auch das Wissen und die Religion, und da gibt es immerhin Behauptungen, denen die solide Unterlage fehlt. Die nun folgenden Einzelbemerklingen sollen die Vorzüge und das Anfechtbare in B.s Buch vor die Augen führen. Zu den wenigen Stellen, in denen B. auf die Rabbi! en recurriert, gehört (S. 6) das Zitat: ״Jhv hat sieben Seen geschaffen; aber der See Genezareth ist seine Wonne“. Der Satz hat keinen Belegl Viele palästinische Städtenamen werden mit fremden Gottheiten in Zusammenhang gebracht (S. 44), gewiß mit Recht, aber der Name der aus Davids Zeit bekannten Priesterstadt N 0 b hängt u. E. nicht mit Nebo zusammen, sondern ist etwa aus ינדב gekürzt: die blühende. . Von dem Matriarchat sprechend, meint der Verfasser, daß dafür auch die S p u r vorliege, daß das Zelt ursprünglich der Frau gehört zu haben scheint (S. 84), und so bringt Isaak die Rebekka in das Zeit, das seiner Mutter gehört. Für dasselbe Ding aber hat unser Verfasser (S. 9t) die viel einfachere und plausiblere Erklärung: ,,Reichere Leute haben für die Frauen unter Umständen ein eigenes Zelt“. Nicht anders als verdreht muß ich auch nennen die Behauptung B.s, die Kundschafter, diese Beduinen, hätten aus dem Kulturlande Kanaan die Weintrauben, Granatäpfel und Feigen ,,wie Trophäen ihrer Erkundungsfahrt“ zurückgebracht; ja, waren das nicht einfach Proben der Fruchtbarkeit des Landes? und hatten sie im‘ Lahde Aegypten nicht noch größere Wunder der Kultur sehen können? Die Tradition der Genesis lehrt, so schreibt B. (S. 94), daß die Menschheit in drei Teile zerfalle: Herdenbesitzer, Musikanten und Schmiede (I. M. 4, 20 ff.). Wie verdreht! Sollen Musikanten wirklich einen Dritteil der Menschheit gebildet haben? Warum nicht, daß die Genesis einfach angibt, wer zuerst Musikinstrumente gemacht? Sagt doch B. selbst (S. 214) . . . ,,Ursprung und Geschichte der menschlichen Berufe, z. B. Noah der.erste Weinbauer, Kain der erste Städtegründer“ usw. Da sieht man doch augenscheinlich, wozu das Spintisieren führt; die Bibel ist doch so schlicht und einfach! In zwei grundlegenden Fragen, die heute zu der weitgehenden Bibelforschung gehören, verhält sich B. negativ, was wir ihm dank-

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