Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1921-01-01
- Page
- 278 (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechungen A. Bertholet, Kulturgeschichte Israels. Göttingen, Vandenhoek und Ruprecht. 1920. 294 Seiten. A. B e r t h o 1 e t ist uns aus einer Reihe von Schriften bestbekannt; er schrieb: Die Stellung der Israeliten und der Juden zu den Fremden, 1896; Die Eigenart der alttestamentlichen Religion, 1913; Das religionsgeschichtliche Problem des Spätjudentums, 1909: eine Reihe von Kommentaren zu einzelnen biblischen Büchern und eine Reihe von Aufsätzen gleichen Charakters. Das vorliegende Werk ist das größte, das aus des Verfassers Feder bisher hervorgegangen und kann gewissermaßen als Abschluß aller vorangehenden angesehen werden. Es ist seinem Lehrer Bernhard Duhm gewidmet, und dieser Name bezeichnet eine ganze Richtung. Da schaltet man ziemlich frei mit den alten Texten, urid indem man auf sie die Methode der vergleichenden Religionsgeschichte anwendet, läßt man sie oft Dinge sagen, die dem gläubigen, schlichten Juden fast als Verunglimpfung seiner Religion klingen. Doch damit müssen wir uns abfinden. Bertholet treibt es nicht ärger als die anderen, ja es ist ihm sogar ein gewisses Maß von weiser Beschränkung nachzurühmen. In der ,,Kulturgeschichte Israels“ hat er es überdies mit Realien zu tun, und die können nur in positiver Weise dargestellt werden; für fremdartige Gedanken und das Spiel der Phantasie gibt es da zum Glück wenig Raum. Nach vier größeren Abschnitten, die die vorisraelitische Kultur Palästinas und Israels Kultur zur Zeit des Einzuges in das Land, also lauter Geschichtliches behandeln, behandelt der Verfasser das Leben in Familie und Haus (Geschlecht, Familie und Ehe, die Kinder, die Sklaven, die Wohnung, die Kleidung, die Nahrung etc.), sodann das berufliche Leben, von dem er das soziale, das politische und das geistige Leben mit Recht trennt; das sind Dinge, mit denen man durchaus auf dem Boden des Realen bleiben kann, und wir erachten es quasi als einen Vorteil, daß ein. Mann der Duhm’schen Schule genötigt ist, uns nur das zu berichten, was in Israel tatsächlich zu den Manifestationen des Lebens gehört hatte. In dem allen können wir A. Bertholets Buch als eine biblische Archäologie ansehen, die den Vorteil hat, auf kulturgeschichtlicher Basis aufgebaut zu sein. Es erinnert vielfach an M. Lohrs ,,Israels Kulturentwicklung“ (Straßburg 1911, K. J. Trübner), das genau