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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 5 · p. Seite 275

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 5
Article
Der Kuß
Date
1921-01-01
Page
Seite 275 (sequence 23)
Language
German
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Der Kuß. 275 aber beim Abschied küssen sie sich (j Chag. III 78d22). Aus neuerer Zeit hören wir eine Mahnung, man solle beim Abschied Verwandte nicht küssen (Semirat ha-nefes 8 b Nr. 04), die chaßidäische Auffassung stimmt also mit Cha~ misso nicht überein: Muß es denn geschieden sein, Noch nur einen Kuß zum Scheiden! Scheiden, meiden, welche Pein — Muß es denn geschieden sein? Lebe wohl und denke mein, Mein in Freuden und in Leiden; Muß es denn geschieden sein, Noch nur einen Kuß zum Scheiden! g) Tod. Isalc küßt den toten Vater (Jubil. 23, 5), Josef den Vater erst im Tode. Moses öffnet, nach sama- Titanischer Agada, den־ Sarg Josefs, küßt den Leichnam und weint (S. Kohn, Zur Spr. u. Lit. d. Samarit. 30). Man nahm im Kusse Abschied vom Toten (Klein, Tod u. Begräbn. 21 n 2. j Sabb. II 5b71). Das unschuldig vergossene, nicht zur Ruhe gekommene Blut Sacharias wurde geküßt (Echa r. 4, 17 f 29b). R. Ismael umarmt und küßt das vom Henker abgehauene Haupt des R. Simon b. Gamliel (Ab. Natan p. 115 Schechter). Das eigne tote Kind soll man nicht küssen, sonst bleiben auch die anderen nicht , am Leben (Testament Judas des Heil. Brück 79 Nr. 4. Rokeach Nr. 316f, 63d, S. Chaßid. 327 p. 103 Wist. M S 10—1861—389). Daß man die Mahnung nicht überall befolgte, zeigt der schmerzliche Ausruf des Dichters Salomo da Piera: wie furchtbar ist diese Trauer, wie schrecklich das Weh: den Staub der Kinder küssen die Eltern! (Dukes, Zur rabb. Spruchkunde, 11). Das Grab wird umarmt (Pes. r. 11b Friedm.) und der Sarg geküßt, damit der Verstorbene dem Küssenden erscheine, oder das Küssen unterlassen, damit er ihm nicht 18*

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