Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Kuß
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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י 276 Der Kuß. erscheine (T Sabb. VI 117,17 J. Lewy, Vortrag, Philologenvers. 85). Man ruft dem Toten nach: gehe in Frieden, dann wirft man sich aufs Grab und küßt den Grabhügel ehrerbietig (Orchoth Chajim p. 573 Berlin, Kolbo Ewel f 130d, Perles M S 10 — 1861 — 389 n). Es geschieht nach Temim Deim Nr. 185 zu Ehren des Toten (Abr. Danzig Choclim. Adam, Massebat. Mose Nr. 13 f 79b Zolkiew). Ich küsse in Ehrfurcht die Grabstätte des Hafiz, sagt der persische Dichter Schahin (Bacher, Schahin 5). Man küßt die Gräber der Vorfahren, ihren Staub (Sefer Charedim 50b, 55a). Norwegischer Aberglaube: hat man von einem Totenkusse eine schlimme Lippe bekommen, so soll man den Kachelofen dreimal küssen (Liebrecht, Zur Volkskunde, 340). Der Totentanz, den Glückei von Hameln auf einer jüdischen Hochzeit •tanzen sah, war (nach Grunwald, Mitt. 3, 39) ein märkisches Tanzspiel, welches noch 1800 geübt wurde. Ein Tänzer fiel nieder und spielte den Toten und wurde von allen Damen im Vorbeischreiten geküßt. h) Gruß und Abschied vom Vaterlande. Kossuth beschreibt (Irataim, Vorrede), wie er beim Abschied vom Boden des Vaterlandes tränend den Abschiedskuß kindlicher Liebe ihm auf drückt. Den Grenzfelsen des h. Landes küßt R. Joße b. Chanina (j Svi. IV 35c18). Die Erde wird geküßt (Kt 112 a 1 Z. Kaftor wa-ferach 1, 273 Luncz, auch im Sohar 168 ,3 נשיק לעפראa). Den Boden des h. Landes in Sehnsucht küssen ist stehende Wendung der Zion-Gedichte. (Schluß folgt) * * * Aus besonderen Gründen war der Verfasser nicht in der Lage, die zweite Korrektur dieses Aufsatzes seihst zu lesen. Die Schriütleitung.