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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 5 · p. Seite 267

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 5
Article
Der Kuß
Date
1921-01-01
Page
Seite 267 (sequence 15)
Language
German
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IRI
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Der Kuß. 267 Herren Krawattennadeln als Erinnerung an die Fahrt. Er übergab sie ihnen und mein Erstaunen war groß, als die beiden' als Dank dafür die kaiserliche Hand küßten (0. Czernin, Im Weltkriege, 81). d) Fuß und Knie. Der Fußkuß kam aus Persien zu Kaisern und Päpsten. Von Kaisern bei Josippon (lat. 343) erwähnt. Es ist das Zeichen äußerster Unterwürfigkeit: humilmente baciando il santissimo piede (R E J 25, 116) 1). In der Erzählung von Sabbatai Zewi: er küßte ihre Füße (Kobez al jad 1, 134). Eine Steigerung lautet: den Staub seiner Füße küssen (Theodor B. r. p. 564 Note Z 9 vu. J. Esra, Reime 1, 97, 260 Rosin; Sohar 1, 6a. Chochm. Adam J. D. 79b מנשקי העפר, das Pflaster unter den Füßen נושק רצפת רגליו Saare Tesübä f 37d 1. Z.). Den Staub der Füße lecken ist ja biblisch (Jes.49, 23) und der Fußkuß sowohl dem AT wie dem N T bekannt (Micha 7, 17, Ps 72, 9, Lc. 7, 45), Man hat sogar versucht, ihn irrtümlicherweise Ps. 2, 11 statt נשקו בר in den Text hinein zu korrigieren (Z D M G 63, 224. Zf AT W 28 — 1908— 234). Der Midrasch deutet hier bar auf Getreide: das neue Getreide soll geküßt worden sein (Pes. r. 36a n, 34 Friedm. M. Till. 2, Schir. r. 7, 3, Jalk. I, 140, II 1075). Conder hält bar für das arab.״ כריהunbebaute Erde“ und meint: der Sänger spricht zu den besiegten Königen : sie sollen die Erde vor dem König küssen. Er beruft sich darauf, daß auf assyrischem Denkmale Jehu den Erdboden vor Salmanassar küßt (Luncz, Jerusalem 1916, 316). Jeremias küßt die Fußspuren der ins Exil wandernden Kinder (Pes. r. 131b). In talmudischer Zeit wird aus Palästina und Babylon Fuß- und Kniekuß bezeugt (j Pea I 15d28, j Kid I 61c4 Pesikta 146b, Bb 16a, Jalk. Sam. 77 I 12d. נשקיה וכרעיה ף . Juden wurden nur zum Küssen der Fußspur des Papstes öder zum Mantelkusse zugelassen (Schudt 1, 242. Die Juden in Oesterreich 1, 53).

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