Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Kuß
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 13)
- Language
- German
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Der Kuß. 265 Bei den Parsi küssen nur Ehegatten sich auf den Mund; Priestern küßt man die Füße, die Hände oder den Kleidersäum (Z D M G 36, 84). Dazu stimmt der talmudische Bericht: die Söhne des Morgenlandes küssen nicht den Mund, sondern die Hand (Ber. 8b. B. r. 74, 2. Koh. r. 7,>23. Pesikta 34a Buber. Jalk. I, 130). Der Exilarch küßt dem Khalifen die Hand (Poznanski, Nachgaon. Zeit 117). Durch Hand- , kuß wird der König anerkannt (RA b D S. ha־Kabb. 72 Neub. Ghron.), ebenso der Schwindler David Reubeni (Neub. Chron. 2, 190, 195). Von poetischer Erwähnung des Handkusses seien zwei angeführt: Mose Dari: Die Maid am Wege schlief. Zum Handkuß hin ich lief. Ins Ohr verliebt ich rief. O schönes Reh, erzürnt nicht steh, Nicht flieh, nicht geh, die Lipp* — ich fleh! — In Mundes Näh’ löscht alles Weh! (Pinsker, Likkute 85.) Unbekannter Dichter: Wie sollte ich mein Briefchen nicht beneiden, Die Hand berührt es, mir so küssenswert: O daß mein Aug’ dich säh", ob auch im Traum nur Das Herz dich säh, in Lieb das sich verzehrt. (Brody, Z f h Bibi. 2, 35.) Man küßte den Handrücken גב היד Ber, 8b, oder die hohle Hand ביפת יד Ozar Midr. 167b, 508a. Der richtige Kuß aber ist der Handkuß nicht, bemerkt der Midrasch (Pesikta 34a Beth Talmud V 201. Ozar Midr. 2,12. Tanch Vajeze 24 Buber. Toledoth Alexander 2, 51. Schir zutta p lOn. 37n. 40 Buber. Salfeld H L 54, 57 n 1, 66, 141, 155). Sitte ist der Handkuß bei österreichischen, ungarischen, italienischen