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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 5 · p. Seite 263

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 5
Article
Der Kuß
Date
1921-01-01
Page
Seite 263 (sequence 11)
Language
German
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Der Kuß. 263 ״Gefährten“ (Goldz. Richtungen 65), erklärt Sure 24, 23 und einige der entzückten Zuhörer springen auf und küssen den Kopf des weisen Meisters (a. O. 72). Den Kopf küssen ist Ausdruck enthusiastischen Beifalls nach Empfang einer Belehrung, wofür Goldziher auch auf die talmudischen Nachrichten verweist. Die Leidtragenden werden im Orient nach der Beerdigung auf den Kopf geküßt (Z D M G 68, 244). Tritt jemand, der sich mit einem anderen verfeindet hat, in dessen Haus und fleht ihn durch Kuß auf Stirn und Backen um Verzeihung an, so verlangt es die Ehre des Hauses, daß dem Wunsche willfahrt werde. Die schwerste Feindschaft, selbst wenn sie durch einen Mord hervorgerufen war, kann auf diese Weise durchs Haus behoben werden (Jäger, das Bauernhaus in Palästina, 52). Vom Kusse auf Auge und Wange, auf Auge und Gesicht spricht auch der persisch״]üdische Dichter Schahin (Bacher, Schahin 59, 156n). Der treue Hirt des Sohar küßt zum Segen auf Gesicht und Augen (3, 276b). Der Sohar läßt sonst auf Mund, Kopf und Augen küssen (3, 206a). Talmudisch küßt ein Auge das andere im Traum (j Ms IV 55b61). Vom Kuß der Nase Ozar Midr. 48a3. Vom Stirnkuß der Kleriker für Frauen: Zöckler, Hieronymus 129. c) H a n d. Die Hand ist wärmster Liebe Zeichen, So marmorweiß, so marmorkühl! Nichts ist der Wonne zu vergleichen, Wenn mit dem glühendsten Gefühl Die heißen Lippen auf ihr hangen, Zu röten sie mit Kusses Brand, — Drum brennt mich ewig das Verlangen Nach dir, du kühle weiße Hand! . (Gottfr. Kinkel.) Man küßt die fremde Hand, aber auch die eigene: Handkuß und Kußhand. Aus Südarabien hören wir: Fällt

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