Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Kuß
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 9)
- Language
- German
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Der Kuß. 261 Mund zu Mund befruchtet (S. b. Z. Duran, Magen Aboth 38b). Dasselbe erwarten die Skopzen in Rußland für den Menschen zur Zeit der Erlösung (Z. f. Ethn. 1875, 49). IV. Wo klißt man? a) M u n d. Auf die Hände küßt die Achtung, Freundschaft auf die offene Stirne, Auf die Wange Wohlgefallen, SeFge Liebe auf den Mund: Aufs geschlossene Aug* die Sehnsucht, In die hohle Hand Verlangen, Arm und Nacken die Begierde; Alles weitre Raserei. So umschreibt Grillparzer mehr gründlich als poetisch die Stellen, die man küßt. Der Liebeskuß gilt dem Munde allein, lehrt neuere Kabbala (Sohar chädäs 48a, 51a). So sang schon ' Gabirol: Gemahnt der Brauen Bogen dich an Noas Bund, So zuckt der Blitze Spiel um ihren roten Mund. Es dürstet dich, ihr Wille wird den Wolken kund, Und Perlenregen küsset dir die Lippen wund. (M S 55, 83.) Die Lippen küssen sich (Spr. 24, 26). Josefs Auszeichnung soll darin bestehen, daß ihn alle wie einen Gott auf den Mund küssen. Er nimmt die Auszeichnung nicht an (Sechei tob Gn. 41, 40 Buber). Anders gewendet: nur er darf den Pharao küssen, niemand sonst. (B. r. 90, 2. Lek. tob z. St.) Der Name des Heerführers Phichol wird erklärt: all seine Scharen küßten ihn auf den Mund (B. r. 54, 2. 64, 9. p. 577 Theod.). Der Kuß auf den Mund gilt als Auszeichnung (j Ber.I 3d22 Schir r. p. 2b u. 16 Grünhut, Bet hamidr. 1, 69. 6, 129. Ozar Midr. 334a. Aruch 1, 302b M V 32018. Bacher P 3, 701).