Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Kuß
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 7)
- Language
- German
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Der Kuß. 259 aus Seligmann, Jüdische Zeremonien, Hmbg. 1722). Hala־־ chische Bedenken gegen Kuß und Umarmung der Verlobten: G. A. Meil Sedäkä Nr. 19. b) Kinder und Eltern. Der Mensch wird im ersten seiner sieben Lebensalter, als Kind, von allen — besonders Frauen, TToh. III, 6639 — umarmt und geküßt (Koh. zutta 84 Büber). Pharao umarmt und küßt das Kind Moses (Sch. r. 1,). Eine Frau schickt ihr Kind zu einer andern. Diese bückt sich darüber und küßt es; dadurch werden sie befreundet (Jelamd. Noach .26 f. 32b bei Grün״ hut S. ha-likkutim VI.) Nach heutigem syrischem Aberglauben würde man ein Kind ins Unglück stürzen, wollte man es im Schlafe küssen (Z D P V 7, 105). Küßt man seine Füße, so wächst es nicht mehr (116). Man soll kleine Kinder nicht auf die Sohle küssen, weil sie davon verkrüppeln. Küßt man sie auf den Nacken, so werden sie jähzornig (Canaan. Abergl. 39). Um ein Kind vom Geifern zu heilen, soll man es von einem Neger küssen lassen. Wer dem Moloch ein Kind darbrachte, küßte es — wenn der Bericht sich nicht auf den Götzen selbst bezieht — vor der Opferung — so malt der Midrasch den furchtbaren Vorgang aus (Tanch. Waethch. Zus. 2.). Die Mutter küßt ihre Söhne vor deren Märtyrertod (Elija r. p. 612, Warschau). Das eigene tote Kind soll man nicht küssen (Semirath hanefes 20a). Mäh soll in der Synagoge das eigene Kind nicht küssen, und soll dies auch in Gegenwart des Lehrers nicht tun. In der Synagoge soll sich ausschließlich die Liebe zu Gott äußern (S. Chaßidim 432 Wist., Chaje Adam, B. hakenes. 17). Andrerseits wird von einem Frommen berichtet, er habe seine Kinder nur geküßt, wenn die Freude über eine Miswä ihn erfüllte und sein Herz von der Liebe zu Gott bewegt war, damit seine Denkungsart sich in ihr Herz verpflanze (S. Chaß. 1031 Wist.). 17*