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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 5 · p. Seite 235

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 5
Article
Die Stellung der Juden in den 1793 und 1795 von Preußen erworbenen polnischen Provinzen zur Zeit der Besitznahme
Date
1921-01-01
Page
Seite 235 (sequence 15)
Language
German
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IRI
…/2829132-2829903-2829907-2831081--44460-2831148
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erworbenen polnischen Provinzen zur Zeit der Besitznahme, 235 Dieselbe großpolnische Judenschaft nahm 1772 bei dem Posener Domkapitel eine Anleihe von 28 000 Fl. auf1). Überhaupt gehörte die Regelung der Gläubigeransprüche zu den regelmäßigen Aufgaben der partiellen Judentage2). Die Forderungen der Jesuiten an die Posener Gemeinde waren 1773 auf 293 744 Fl. 25 p. Gr. angewachsen, in langwierigen Prozessen aber auf 115 439 Fl. 6 p. Gr. herabgesetzt worden3). 1795 hatte die Posener Gemeinde noch jährlich 5772 FL Zinsen aus exjesuitischen Kapitalien zu zahlen4). Die Synagoge zu Kalisch schuldete den Jesuiten 53 300 FL, die zu Lissa 11 066 FL, die zu Meseritz 17 233 Fl. 10 p. Gr., die zu Schwerin a. W. 18 500 Fl. und die zu Wronke 25 000 FL5). Diese Schulden an die Jesuiten rührten zu einem großen Teil von Geldern her, die die Gemeinden aufgenommen hatten, um sich durch reichliche Hingabe von Bestechungen gegen die bösen Folgen der immer wieder gegen ganze Gemeinden oder gegen Einzelpersonen erhobenen Anschuldigungen des Ritualmords und der Hostienschändung zu schützen6). Auch die Abwehr der ständigen Belästigungen durch die Zöglinge der Jesuitenschulen, die sich in Posen unter dem Namen der ,,Schülergeläufe" noch lange in der r Erinnerung erhielten, war,nur durch Aufwand erheblicher Geldmittel möglich gewesen und so Veranlassung zur x) Lewin: Beitr. z. Gesch. d. J. in Kalisch. (Pinne 1906) 7. 2) J. Schipper: Beiträge zur Gesch. d. partiellen Judentage in Polen um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts bis zur Auflösung des jüdischen Parlamentarismus. Ms. LVI. (Preßburgl912) 465. 3) J. Landsberger : Prozeß der jüd. Gemeinde zu Pos. mit d. preuß. Fiskus als Vertreter d. Schulfonds 1799—1802. M. VIII. 97 ff. ף A. VIII. lä Bl. 145. 5) Ortsch. Nr. 1434. St. A. Pos. S. P. Z. B. III. 94 v. I. 23. D. J. 1793, S. 699. Die Lemberger Gemeinde schuldete den Jesuiten gar 575 861 Fl. Brawer 96. 6) Perles 16 und 107. Jekel: Pohlens Staats Veränderungen. II. 20 f., 28 ff., 35. Bloch 613. Geh. St. A. Rep. 7 C la v. III. 53.

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