Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die galiläischen Synagogenruinen und die Halakha
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 9)
- Language
- German
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Die galiläischen Synagogenruinen. und die Halakha. 219 also, oder fordert ausdrücklich die Anbringung des figürliehen Schmuckes im Heiligtume, sei es nun in'dem Heiligturne zu Jerusalem schlechthin oder in jedem Heilig turne, also auch in der Synagoge. Das ist gewiß dem Leben abgelauscht, für uns also sehr wichtig. Selbst wenn solcher figürlicher Schmuck nur im Tempel zu Jerusalem beobachtet worden wäre, ist es auch gestattet, im Sinne dieses Autors, dasselbe auch auf die Synagoge zu übertragen, und hiermit kommt wieder zur Geltung, daß die Synagoge ein Abbild des Tempels darstellt oder darstellen will. 5. Ich behandle zuletzt das Auftreten des Penta- und Hexagrammes in den galiläischen Synagogenruinen, wovon Gro tte (S. 27) sagt: ,,Sonderbarerweise hat Krauss diese Ornamentik nicht näher gewürdigt**. Ich lasse diesen Vorwurf gern auf mir sitzen, umsomehr, da er gut gemeint ist, wie ich überhaupt Grotte gern das Verdienst zuerkenne, zur Klärung dieser Sache beigetragen zu haben. Was nun die Penta- und Hexagramme betrifft, so habe ich dieselben nicht nur näher nicht gewürdigt, sondern auch nicht erwähnt. In dem Werke ״Synagogale Altertümer*f werde ich ebenso verfahren. Elbogen (S. 463), der sie erwähnt, würdigt sie gleichwohl nicht. Ich halte nämlich dafür, daß diese Penta- und Hexagramme auf den Steinen der galiläischen Synagogen nur Steinmetzzeichen sind. Solche Zeichen (arabisch w a s m) findet man auf den Werkstücken seit den ältesten Zeiten, gerade wie auch die gebrannten Ziegel schon bei Ass.yrern und Aegyptern ihre Fabrikzeichen tragen, ein Vorgehen, das von Griechen und Römern nur noch mehr befolgt wurde. Schon darum, daß es einmal ein Fünfeck, ein andermal ein Sechseck ist, schließlieh sogar ein rein geometrisches Zickzack, ist es meines. Erachtens nicht gut möglich, in diesen Zeichen etwas ganz Besonderes zu sehen. Uebrigens verzeichnet auch Grotte die Meinung derer, die darin ,,ein rituell völlig bedeutungsloses Motiv** sehen; wenn er aber gleich hinzufügt, ״das