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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 5 · p. Seite 220

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 5
Article
Die galiläischen Synagogenruinen und die Halakha
Date
1921-01-01
Page
Seite 220 (sequence 10)
Language
German
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220 Die galiläischen Synagogenruinen und die Halakha. im Mittelalter als Parallelsymbol zu Kreuz und Halbmond entstand“, so wird ja die Sache doch schon wieder in den Bereich des religiösen Symbols erhoben. Palmen, Kränze und der siebenarmige Leuchter, die Grotte noch ferner bespricht, sind ganz bekannte Symbole des Judentums, deren Besprechung ich füglich unterlassen kann. Noch zuletzt hat es Grotte mit einem nur einmal auf einer Skulptur zu Tell-Hum vorkommenden Symbol zu tun, das er nach dem Vorgang Watzingers eine carruca Wagen nennt. Watzingers abenteuerliehe Deutung verwerfend, stellt Grotte fest, daß auch dieses ״Symbol“ nur zu dem Ideenkreise der Synagoge gehören könne und vermutet hierbei einen Hinweis z. B. auf den Wagen, in welchem man einst die Bundeslade im Triumph nach Jerusalem geführt hatte. In diesem Sinne fortfahrend, möchte ich lieber im allgemeinen auf den Ezechielschen Thronwagen (מרכבה) hinweisen. Aber mir erscheint die ganze Sache unrichtig. Watzinger selbst (S. 193) beschreibt das betreffende Steinfragment wie folgt: ״Es ist ein Tempel- oder besser baldachinähnlicher Aufbau mit einer flachen Tonne als oberem Abschluß, fünf Pilastern oder Säulen an der Langseite und einer Doppeltür mit Füllungen an der einen Schmalseite. Das ganze ruhte auf vier Rädern, von denen zwei mit je sechs Speichen deutlich zu erkennen sind“ . . . Sie sind leider für mich nicht deutlich zu erkennen, aber selbst, wenn das der Fall wäre, so verschwindet dieser Teil des Ornaments völlig gegenüber dem oben befindlichen, schön gearbeiteten Gebilde, das wohl einen Tempel darstellt. Der Wagen kann hier nicht als selbständiges Motiv gemeint sein. Wenn die Räder wirklich vorhanden sind, was ich bezweifle, so ist es hochstens das Bild eines fahrbaren Tempelchens, wie es die antike Kunst häufig dargestellt hat. Bestimmte Hinweise kann ieh freilich jetzt nicht geben.

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