Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die galiläischen Synagogenruinen und die Halakha
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 8)
- Language
- German
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218 Die galiläisohen Synagogenruinen und die Halakha, wiederholt ausgesprochen1), und ich komme hier auf die Sache nur darum zurück, weil hier (oben S. 31) der Wunsch ausgesprochen wurde, daß speziell dieser Punkt auch halakhisch besprochen werde. Ich kann dieser Aufgabe nicht nachkommen und will es auch nicht, denn meiner Ansicht nach läßt sich für die Zeit der gäliläischen Synagogen nichts Bezügliches aus Talmud und Midrasch holen, und was die späteren Kodifikatoren und Dezisoren darüber sagen, ist entweder aus nichtssagenden Stellen gezogen oder durch das Leben nicht zur Wahrheit geworden. Aber Folgendes verdient verzeichnet zu werden: Targum Pseudo-Jonathan zu Lev. 26, 1 paraphrasiert das Verbot von משכית pK in einer recht sonderbaren Weise: ,,Machet euch nicht Götzen und Standbilder, und Säulen, des Anbetens wegen (oder: um euch niederzuwerfen) sollt ihr euch nicht errichten, und einem Bilderstem setzet nicht in eurem Lande, um sich darauf niederzuneigen; jedoch eine Stoa, ,gemeißelt mit Bildern und Figuren, bringet an (oder: könnt ihr anbringen) auf dem Boden eures Heiligtums (wörtlich : eurer Heiligtümer), doch nicht, um sie (oder: davor) anzubeten, denn ich bin der Ewige euer Gott/' Fast an den Haaren, herbeigezogen ist hier eine religionsgesetzliche Entscheidung, wonach die Stoa im heiligen Tempel zu Jerusalem (ja: wenn man den Plural מקדשימן genau nimmt, in jeder Synagoge) in Reliefarbeit mit Figuren und Bildern versehen werden soll (oder kann), ein Zugeständnis oder gar eine Forderung ganz absonderlicher Art2), die uns in Staunen setzen kann. Das Targum Pseudo-Jonathan hat manchmal ganz wunderliehe Einfälle, und allgemein gilt von ihm die Meinung, daß es die ä 11 e r e , nicht rezipierte Halakha darstellt (in A. Geigers Sinne). Diese rabbinische Quelle gestattet x) Siehe bei Grotte S. 25 und vgl. Elbogen S. 465. 2) Siehe Ihn Ezra z. St., von dem פירוש in Pentat. ed. Wien nicht gut verstanden. Das Nähere s. in ,,Synagogale Altertümer“.