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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 5 · p. Seite 217

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 5
Article
Die galiläischen Synagogenruinen und die Halakha
Date
1921-01-01
Page
Seite 217 (sequence 7)
Language
German
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Die galiläischen Synagogenruinen und die Halakhä. 217 Seiten von Anbauten umgeben war, auf deren flachen Dächern (beim Feste des Wasserschöpfens) die Frauen ihren Platz fanden. Soweit wäre die Sache in Ordnung. Aber Grotte spricht anschließend daran von dem großen, hohen, halbkreisförmigen Fenster, das über der Türe der einen oder anderen galiläischen Synagoge angebracht war. ,,Die glatte, hohe und freie Südwand mochte den Gläubigen hier die Mauer des Priesterhofes darstellen, die von dem gewaltigen Nikanortor durchbrochen war, das (man vergl. die Dreitürigkeit!)*) zwei kleinere Nebentüren aufwies1 2). So kam die einzige große Lichtquelle des sonst nicht sonderlieh hellen Gotteshauses aus der Richtung Jerusalems, symbolisch die im Raume Eingeschlossenen an die Heiligkeit des Tempels mahnend“ ... Es gehört viel Phantasie dazu, daß die abschließende Südwand der Synagoge, oder welche Wand immer, die Mauer des Priester[vor]hofes zu Jerusalem darstelle; ist es denn nicht genug, wenn der Blick allein nach der Richtung des Tempels schweift? Dieser Blick ging aber gewiß nicht über das hohe Fenster, sondern über die geöffneten Türen; oder soll es diese ״Lichtquelle“ sein, die Grotte meint? Das Fenster übrigens, dem Grotte eine symbolische Bedeutung zuzuschreiben geneigt ist, hat eine derartige Bedeutung schwerlich gehabt. In Palästina war auch das Privathaus so gebaut, daß an der Türwand und über der Türe ein Fenster angebracht war3). 4. Meine Ansicht über den Umstand, daß in den galiläischen Synagogenruinen so reichliches Ornament, darunter auch Tier- und Menschenfiguren, gefunden wurde, habe ich 1J Die galii. Synagogen haben zumeist drei Eingangstüren; s. in meiner Schrift S. 20. 2) In M. Middoth II, 4 steht nur, daß das Nikanortor von 2 Kammern לשכות flankiert war! Aber es ist wahr, daß jedes Tor sogenannte פשפשין hatte. 3) Talmud. Archäoi. I, 42.

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