Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das französische Feldgebetbuch
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 3)
- Language
- German
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Öas französische Feldgebetbuch. .195׳ daß־ es nicht sowohl ein Mittel für gemeinsaime Gottesdienste als vielmehr die Möglichkeit zur Einzelanäacht geben, 'daß es nicht der Versammlung sondern nur der Sammlung dienen sollte. So enthält es weder im Morgennoch im Abendgebet am Anfang der ברכות vor dem שמע die gerheindebildende Aufforderung ברבו'■וכף, noch bringt es beim Tischgebet die ־־רשות Formeln des verbindenden ]^?-Behschens, es unterläßt die Erwähnung von Segerissprüchen und Gebeten für die Tora- Vorlesung1); man vermißt auch Segenssprüche über Tallis und Tefillin, während die Gebete für Arba-Kanfoth, Kiddusch, Habdaläh und Sukkah wohl gebracht werden, welche die Bereitschaft gewisser Ritualien auch voraussetzen. Dann hat das Buch ein besonderes Gepräge dadurch, daß es, im Gegensatz zum deutschen und in gewisserWeise auch zum englischen, den Stempel einer religiösen und allent־־ halben autoritativ anerkannten Behörde, des Großrabbiners von Frankreich, trägt. Während das deutsche Feldgebetbuch vom ״Verband der deutschen Juden“, von einem Rabbiner oder von mehreren Rabbinern angeregt oder herausgegeben war, die Herausgeber aber dann für die weitere Verwendung zurückträten, und während der englische Chief-Rabbi nur sein placet erteilte, ist und bleibt der Grand-Rabbin de France der Bringer dieser religiösen Gabe, auch wenn er das Buch nicht selber ausgearbeitet hat: »Les militaires israelites desireux de recevoir ce volume sont pries d’ecrire ä M. le Grand- Rabbin de France«. 32, place St-Georges, Paris IXe [diejenigen israelitischen Heeresangehörigen, welche dieses Buch zu erhalten wünschen, werden gebeten, an den Herrn Großrabbiner von Frankreich zu schreiben, etc.], so steht es bald auf dem Titelblatt. Der Großrabbiner gibt dem Buch schon bei der ersten Auflage am 7. März 1915 ein Geleitwort mit auf denWeg und ruft den Soldaten aus Frankreich und Algier (aux soldats israelites de France et d’Algerie) dabei zu: »Con- ג) Dagegen ,wird ein Hymnus auf die Tora (Hymne ä la Tora) in französischer Sprache wiedergegeben (S. 34 des französischen Teiles). 13*