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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 4 · p. Seite 176

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 4
Article
Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen der Menschen
Date
1921-01-01
Page
Seite 176 (sequence 13)
Language
German
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176 ' Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen des Menschen. selbst nichts als ein stechender Dorn ist. Gott sah die Richtigkeit dieses Argumentes ein und wählte den Dom1). 79. Als die griechische Übersetzung der Septuaginta angefertigt wurde, verfinsterte sich die Welt drei Tage hindurch2). Ähnlich die christliche Legende über den Tod Jesu: vom Beginn der sechsten Stunde ward Finsternis über der Erde bis zur neunten Stunde . . . Und siehe, der Tempel- Vorhang zerriß von oben nach unten in zwei Teile und die Erde erbebte und die Felsen wurden gespalten ... Und die Gräber öffneten sich3). 1J Mid. Abba Gorion ed. Buber Kap. 21 ספרי דאגדתא ל d f., Esther r. X 2; vgl. auch 39 ספרי דאגדתא a und Anm. 186 das. 2) Megillath Ta’anith Ende. 3) Ev. Math. 27, 45 ff.; Marc. 15, 33, 38; Luc. 23, 44—45. — Joel, Blicke in die Religionsgeschichte I S. 7, schreibt dazu: ״Ebenso hat das Zerreißen des Tempel Vorhanges (Luc. 23, 45) sein Gegenbild in dem Zerreißen des Vorhanges bei der Tempelzerstörung, b. Talmud, Gittin 56 b), wenn es auch an Ort und Stelle den Anschein hat, als habe das Wunder nicht im Zerreißen, sondern darin bestanden, daß der Vorhang von Blut troff. Aber die ursprüngliche jüdische Sage scheint auf ein wunderbares Zerreißen zu gehen, da der Midrasch zu den Klageliedern 2,17 die Worte ״er hat seine Verheißung vollbracht“ geradezu übersetzt ,,er hat seinen Purpur (Vorhang) zerrissen“. Diese Zusammenstellung aber ist entschieden falsch. Die Talmudstelle, in der, wie in den zahlreichen Parallelstellen, ausdrücklieh gesagt wird, daß Titus mit seinem Schwerte den Vorhang durchbohrt hatte, hat mit der Stelle in Thr. r. nichts gemein. Der Sinn dieser Stelle ist der: der Tempel war das sichtbare Zeichen der Herrschaft Gottes, wie der Purpur Symbol des Königtums ist. Da nun Gott den Tempel zerstören ließ, so hat er gleichsam seinen Purpur zerrissen. So hat schon eine ältere Quelle den Ausspruch verstanden, nämlich Midrasch Abchir. Vgl. Jal. Ex. § 241 (=־ Bubers ליקוטים S. 20 Nr. 48) und Epsteins Mitteilungen in Ha-Eschkol ed. Günzig VI S. 205, 207. Freilich ist der Gedanke hier in ein mystisches Gewand gehüllt, aber durchsichtig genug. — Über die Titussage vgl. w. 11. Nr. 82' und Anm. 2. Der Ausspruch

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