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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 4 · p. Seite 169

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 4
Article
Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen der Menschen
Date
1921-01-01
Page
Seite 169 (sequence 6)
Language
German
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Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen des Menschen. 169 65. Dawid wurde vom Satan in der Gestalt eines Hirsches in das Philisterland gelockt, wo ihn Jischbi, der Bruder des Goliath, gefangen nahm. Von dieser Notlage seines R. Jehudas des Frommen aus Regensburg wurde einmal von einem vorüberfahrenden Wagen so hart an eine Wand gedrängt, daß sie in Gefahr war, erdrückt zu werden. Da wich die Wand zurück und machte ihr Raum. Nach einer anderen Version war es R. Jehuda selbst, dem die Gefahr drohte, und der dadurch gerettet wurde, daß die Wand sich öffnete und ihn aufnahm. Vgl. darüber A. Epstein, R. Samuel der Fromme (Ha-Goren IV, Sonderabdruck) S. 6 Anm. 10. Dieses Motiv — die Erde, ein Felsen, öffnet sich, um einen Bedrängten aufzunehmen, oder um einen Frevler zu verschlingen — ist in der muhammedanischen Legende häufig. Einige Beispiele: 1. Ein Kurde, namens Hajun, hat Nimrod den Rat gegeben, Abraham zu verbrennen. Zur Strafe dafür wurde er von der Erde verschlungen. Grünbaum, Neue Beiträge S. 91, 93. 2. Sie ließ sich daher von Amram ein Kästchen schicken, legte Moses hinein und trug es gegen Mitternacht nach dem Nile. Sie kam aber an einer Wache vorüber, ward angehalten und gefragt, was das Kästchen enthalte, das sie unter dem Arme trug. In diesem Augenblicke spaltete sich die Erde zu den Füßen des Soldaten, der hier Wache hielt, und verschlang ihn bis zum Halse. Lasse diese Frau ungestört ihres Weges gehen, ließ sich dann eine Stimme aus der Erde vernehmen, und dein Mund nie aussprechen, was deine Augen gesehen, oder du bist des Todes! Weil, Biblische Legenden der Muselmänner S. 135. 3. Dem Nebi Salech (Kuran VII 71 ff.) haben die Leute von Thamud seine Kamelin aufgegessen. ,,Als sie aber ihr Junges verfolgten, floh es zu dem Felsen, von dem es geboren war. Da öffnete sich ihm der Fels. Sofort ging es in ihn hinein. Der Fels schlug hinter ihm zusammen.“ Hans Schmidt und Paul Kahle, Volkserzählungen aus Palästina [Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments Heft 17]. S. 5 Nr. 4. Vgl. das. S. 7 Nr. 4 f. — Die Geburt der Kamelin wird das. Nr. 2 folgendermaßen erzählt: Die Leute, die Nebi Salech bekehren wollten, forderten von ihm ein Wunder. ,,Er sollte ihnen eine Kamelin her Vorbringen, die wie Smaragd sei — also grün und gelb und alle Farben sollen an ihr sein. Sie standen vor einem Felsen, etwa zehnmal höher als ein Speer. Da rief er seinen Herrn an, und siehe da — der Felsen fing an sich zu winden und zu ächzen wie eine Gebärende.

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