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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 4 · p. Seite 165

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 4
Article
Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen der Menschen
Date
1921-01-01
Page
Seite 165 (sequence 2)
Language
German
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Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen des Menschen. 165 Eine Parallele dazu bietet die muhammedanische Legende: ״Amr b. Asi ging mit el־Mukaukis am Fuße des Mukattam spazieren, da fragte ihn Amr: wie kommt es, *daß dieser euer Berg kahl ist und nichts darauf wächst wie auf den Bergen von Syrien? wie wäre es, wenn wir unten an demselben einen Fluß (Kanal) aus dem Nil herindem er dachte: wird die Schechinah auf dem Meere ruhen,, so werde ich dabei sein; wird die Schechinah auf dem Festlande ruhen, so werde ich dabei sein.“ Von diesen Behauptungen des Tabor und des Hermon ist sonst in der Agada keine Spur vorhanden. Was den Tabor anlangt,. so gilt es in der Agada bloß, daß Palästina im allgemeinen von der Flut verschont blieb. Vgl. Zebachim 113 b; Gen. r. XXXIII 6; Lev. r. XXXI 10; Cant. r. zu 1,15 und 4,1; Pirke R. Elieser Kap. 23. Vgl. auch Jon. zu Gen. 8,11. Die Sage hat auch die christliche Legende herübergenommen. Vgl. Ephraem bei Lagarde, Materialien I S. 78, 80; Schatzhöhle S. 23; christliches Adambuch ed. Dillmann S. 10 b. Bei den Muhammedauern tritt Mekka an die Stelle von Palästina; vgl. Grünbaum, Neue Beiträge S. 80. Was aber die Behauptung des Ii e r in 0 n betrifft, so widerspricht, sie nicht bloß der sonstigen allgemeinen Anschauung der Agada, die die Israeliten auf dem Boden des Meeres ziehen läßt [vgl. die Stellen oben Num. 47], sondern wird von ihrem Gewährsmanne selbst widerlegt, der an einer anderen Stelle dasselbe vom Karmel behauptet. Zu Jer. 46,18 heißt es in einem Zusatze, der ebenfalls im Namen des jerusalemischen Targums angeführt wird [Kod. Reuchlin ed. Lagarde S. XXXVI] wie folgt: ,,und wie der Karmel, der ins Meer kam, und auf dem die Israeliten im Trockenen gingen durchs Meer“. Da d i e s e Angabe dem Bibeltext entspricht וללדלל בים יבוא so ist in der erstangeführten Stelle gewiß Karmel für Hermon zu setzen; vgl. auch Megillah 29a und Jelamdenu in Jal. Richter § 47, die mit dem Targum Jer. in bezug auf die Pointe — die Belohnung des Tabor und des Karmel —. übereinstimmt. Im Jelamdenu heißt es aber, daß diese beiden Berge zur Zeit der Offenbarung ins Meer kamen; vgl. auch die Stelle in Megillah. Im Dekalog-Midrasch wird ebenfalls der Hermon erwähnt. Dort streitet er mit dem Sirjon (1) — also mit sich selbst; vgl. Deut. 2, 9. Es muß wohl heißen Tabor oder Karmel.

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