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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 4 · p. Seite 135

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 4
Article
Der Karäer al-Muallim (oder al-Melammed) Fadil und seine Bearbeiter
Date
1921-01-01
Page
Seite 135 (sequence 5)
Language
German
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Der Karäer al-Mu'allim (od. ■al-Melammed) .Fädii und seine Bearbeiter. 135 Tustari lebte, wie wir jetzt wissen, in Kairo im Jahre 1072, nahm dort (wie der Titel השר הגדול zeigt) eine geachtete Stellung ein und war auch ein hervorragender Schriftsteller auf dem Gebiete der Gesetzeskunde, der Philosophie und vielleicht auch der Astronomie1). Wir haben also eine Zeitgrenze für Jesaja 1072—1434 und wenn man einen Verlaß auf ibn al-Hiti haben könnte, würde er dem XIV., oder sogar dem XV. Jahrhundertjangehört haben, aber die Anordnung dieses Chronisten beweist nichts für die Zeit der von ihm behandelten Autoren. Läßt er doch z. B. Hadassi auf Aron b. Elia folgen. Weiter ersehen wir aus der Berliner Handschrift, daß die Schrift Jesajas neben dem Titel סדור auch den eines ספר מצות geführt hat. Dieser Doppeltitel entspricht ganz genau dem Inhalt der Schrift, die der Verfasser in 28 Kapitel eingeteilt hat. 'Davon handeln die ersten 20 über Gegenstände, die mit Ritus und Gottesdienst in Verbindung stehen, also über Synagogen und Gebete, Benediktionen, Sabbat, Fest- und Fasttage und dgl. Die letzten 8 haben auch andere Gegenstände zum Inhalt, wie Eheschließung, Beschneidung, Menstruation, Gelübde, Speise- und Reinheitsgesetze, Kontraktformulare, Trauergebräuche und ahnliches2). Ursprünglich waren, wie aus den Ueberschriften x) S. über ihn meine Ausführungen in der Schwarz-Festschrift, p. 477—478. Auch der Vater Jesers, Hesed, und dessen Onkel, Abraham, haben eine hervorragende staatliche Stellung in Kairo eingenommen und wurden auch von Rabbaniten geschätzt. Mann (The Jews in Egypt and in Palestine, p. 79) hält die Brüder Hesed und Abraham für Rabbaniten, was mir aber unrichtig zu sein scheint (näheres darüber in einem anderen Zusammenhang). — Außer Jeser zitiert Jesaja nur noch Je£u‘a b. Jehuda, der aber vor Jeser geschrieben hat, nämlich 1054 (s. Steinschneider, Arab. Liter., d. Juden § 51). Er kann also nicht 1120—1125 geboren sein, wie Friedmann (p. 15) Fürst nachschreibt und demgemäß die Zeit Jesajas auf 1120—1434 ansetzt. 2) TJeber die Vermehrung der 28 Kapitel in 35 s. weiter untep.

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