Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 16)
- Language
- German
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122. Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung. 1921 erscheint) nur eine unendliche, rein geistige, göttliche, ungeborene ewige Substanz, welche der Inbegriff aller Realität ist, die gesamte Materie durchdringt, alle Gottheiten in sich faßt, die höchste Erkenntnis ist und der einzige Schöpfer und Herrscher des Weltalls in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Gemäß der philosophischen Hymne Rgv. X 129 existierte vor der Weltschöpfung nur das Eine, welches ,,von keinem Winde bewegt, durch sich selbst hauchte; außer ihm war kein anderes“. Es. gab da weder einen Luftraum, noch Himmel und Erde, weder Tod noch Unsterblichkeit, weder Tag noch Nacht, sondern das All war nur von Finsternis und Wasser erfüllt. Aehnlich der biblischen Schöpfungsgeschichte bestand nach indischer Auffassung die Welt anfangs nur aus Wasser (Taitt. S. VII 1, 5, 1, Taitt. Br. 1, 1, 3, 5; Sat. Br. XI 1, 6, 1; Brh. Up. V 5, 1, Käth. S. 1 p. 84, 14, Taitt. Ar. 1, 23, Ait. Up. 1,1;■ Rämäy. il 110, 3; II 119, -3). Sowohl die altindische Philosophie als auch die Bibel nehmen an, daß die Gottheit durch ihren Hauch dem Menschen das Bewußtsein verlieh. So heißt es Maiträyana Upan. 2, 6: ,,Gott Prajäpati fürwahr bestand allein im Anfang. Er hatte keine Freude, da er allein war. Indem er seine Gedanken auf sich selbst richtete, schuf er die vielen Geschöpfe. Da sah er sie bewußtlos und leblos wie einen Stein, regungslos wie einen Baumstamm dastehen. Da hatte er keine Freude. Und er beschloß: Ich will, um sie zum Bewußtsein zu erwecken, in sie hineinfahren. Da machte er sich selbst, wie ein Wind ist, und wollte in sie hineinfahren. Als ein einziger Hauch vermochte er es nicht, sondern als fünffacher Hauch geteilt“1). Das Herz ist der Sitz des Verstandes sowohl nach der Anschauung der Hebräer (vgl. 1. Kö. 10, 24; ls. 90, 12; Misle 8, 5; 15, 14; Hi 9, 4) als auch nach der der Inder (Väj. S. 34, 6: ,,Der Geist, der im x) Nach altindischer Auffassung zerfallt der Lebenshauch in 5 Teile: Präna, Apäna, Samäna, Udäna, Vyäna.