Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 15)
- Language
- German
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Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung. 121 Volksglauben erhalten. Von ehemalig existierenden Vor- Stellungen und Bräuchen gibt uns vielfach die Bedeutungsgeschichte manches Wortes Kunde, woraufich in meiner ,,Altpersischen Religion und das Judentum“ (p. 96, 106, 149, 167) hingewiesen habe. So gibt hebr. אלה (Gen. 24, 4, Hos. 10, 4; Ex. 16, 59) ,Eid, Fluch', verb. אלה ,fluchen', (hiph.) ,schwören' Zeugnis von der urisraelitischen Art des Schwures, die der jüdischen Religion fremd ist: Bei vielen Völkern war nämlich der Schwur mit einem Fluche verknüpft. Der Schwörende hat für den Fall eines Meineides die Strafe oder das Verderben auf sich selbst herauf beschworen. Dieses ist auch im Griechischen der Fall gewesen (P. Stengel, D. griech. Kultusaltert. 1898, 78). Ebenso heißt im Altindischen £apatha ,Fluch, Eid,c sap ,fluchen', (med.) ,schwören', d.h. sich selbst verfluchen und caus. ,schwören lassen'. Mit dem Eide war für den Inder die Selbstverwünschung verbunden, sofern man die Unwahrheit sagt (vgl. Rgv. VII 104, 15, Ait. Br. VIII 15). Aus demselben Grunde hat arab. נ#זד ,Fluch' auch die Bedeutung ,Schwur' erhalten. 5. Ohne jede Methode, von subjektivem Empfinden geleitet, pflegen ,wir zuweilen einen Gedanken, ein Gleichnis als Entlehnung aufzufassen, ohne zu bedenken, daß Denker und Dichter verschiedener Zeiten auf den verschiedenen Gebieten des geistigen, moralischen und religiösen Lebens unabhängig von einander oft ־ die gleichen Gedanken ausgesprochen haben. Es darf nicht übersehen werden, daß ähnliche Vorstellungen, die selbst unter mehreren Gliedern der gemeinsamen Sprachfamilie auftreten, durchaus nicht aus der Zeit herzurühren brauchen, in der sie noch eine Kultureinheit bildeten, sondern können sich im Sonderleben unbeeinflußt von einander entwickelt haben. Wird doch sogar unabhängig von den monotheistischen Religionen in einzelnen Upanisads der Monotheismus gelehrt. So gibt es gemäß der von mir bearbeiteten Sivasahkalpa-Upanisad (die in Z. D. M. G.