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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 4 · p. Seite 119

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 4
Article
Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung
Date
1921-01-01
Page
Seite 119 (sequence 13)
Language
German
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Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung. U9 den Opfern den Feueraltar nach rechts herum (Rgv. VII 1, 16; 18, 22, Sänkh Gr. IV 12; I 8, 9)1). Gemäß den buddhistischen Quellen umwandeln Gottheiten und gläubige Menschen ehrfurchtsvoll Gotama Buddha, den Erlöser der Götter und Menschen, nach rechts herum (Mahävagga I 5, 3, vgl. Maitreya Samiti, hrsg. E. Leumann 1919, 266, Dighan. II 101; XVI 4, 16). Ebenso pflegte der Römer Templa und Aedes sacrae betend zu umschreiten (Cicero, Nat.deor. 3, 47,Liv.38, 51,13, Sueton, Nero 19,Lucan 10, 17). Cato de re rustica II schreibt dem Hausherrn vor, wenn er nach längerer Abwesenheit auf sein Landgut kommt, dort zunächst den Lar familiaris, dessen Bild beim Herd stand, zu begrüßen und dann noch möglichst am selben Tage den Grund und Boden zu umwandeln. Hierdurch bezeigt er der Schutzgottheit seines Landgutes Verehrung. In Griechenland wurde das neugeborene Kind einige Tage nach der Geburt im Kreise um den Herd getragen (Wächter, Reinheitsvorschriften im griech. Kult 26 f.)• Die Umwandlung einer Gottheit ist ein indogermanischer Brauch gewesen. So mußte bei den Indern das neuvermählte Paar drei Tage lang abends und morgens das Hochzeitfeuer umwandeln (Sänkh. Gr. I 17). Bei den Römern wird von den Neuvermählten der Altar umwandelt und ein Far-Brot im Hause des Brautvaters ins Feuer geworfen. Daher die Bezeichnung der römischen Eheschließung als conf arreati o. Bei den Litauern und Germanen führt der Bräutigam die Braut dreimal um das Herdfeuer. Bei der armenischen Hochzeit geht die Braut dreimal um den Herd (Abeghian, Der altarmen. Volksgl. 69). Der Armenier 1J Man verehrt das Feuer unter Herumgehen (S. Br. VII 4, 2, 30; IX 3, 4, 10; XI. 4, 13,6). Der Vater geht.mit dem kleinen Knaben nach dem Tempel des die Kinder heimsuchenden Gottes Kumära und besänftigt ihn durch Umwandein der Statue von rechts herum (Vaikhäna Grhyas. III 22, bearb. v. Th. Bloch 1896, 39 Pär. Gr. I 16, 24).

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