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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 4 · p. Seite 118

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 4
Article
Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung
Date
1921-01-01
Page
Seite 118 (sequence 12)
Language
German
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118 Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung. meisten christlichen und viele jüdischen Forscher das altjüdische Schrifttum. 4. Vermöge der Gleichheit und Gesetzmäßigkeit des menschlichen Denkens stoßen wir bei räumlich und zeitlich weit auseinander liegenden Völkern auf ähnliche Anschauungen und Bräuche, die gewöhnlich nicht als Entlehnungen aufzufassen sind. Zur richtigen Bewertung einer religiösen Vorstellung ist es von Wichtigkeit, sich zu vergewissern, ob sich bei anderen räumlich weit entlegenen, nichtverwandten Völkern Parallelen finden, die Prüfsteine für unsere Vermutungen bilden können ־und uns so vor Trugschlüssen bewahren. Man muß festzustellen suchen, ob hier ein genereller Gedanke vorliegt oder ein individueller, nur dem einen Völkstamme bezw. einer verwandten Völkergruppe eigentümlicher Zug, ob es sich um eine Angelegenheit der Völkerpsychologie oder der völkischen Individual-Psychologie handelt. Zuweilen beweist die Bedeutungsgeschichte eines Wortes, daß ein erst in später Zeit belegter Brauch dem Volke ureigen ist. So ist es bei den arischen Völkern Brauch, eine Gottheit bezw. deren Heiligtum als Zeichen der Verehrung im Gebete zu umwandeln. Man umschließt gleichsam die Gottheit und will sie nicht eher fortlassen, als bis sie das Gebet erhört hat. Beispiele aus dem Parsismus habe ich in meiner ,,Altpersischen Religion und das Judentum 231“ gebracht, vgl. ferner Yast 10, 6: ,,Mithra will־ ich opfern, ihn will ich umwandeln mit Huldigung und Verehrung/‘ Yasna 28, 2: ,,Der ich euch, o Ahuramazda und Vohumanah umwandeln will.“ Yasna 60, 12: ,,O Asa, wir wollen dich schauen, wir wollen dich umwandeln, wir wollen ganz dir zugesellt werden.“ Der Parsenpriester umwandelt mit dem Haoma den Feueraltar (M. Haug, Ait. Br. I Intr. 61). Aus der altindischen Religion führe ich folgende Beispiele an: Rgv. X 40, 5: ,,Ich, die Königstochter Ghosä habe euch beide, ihr Asvinä, umwandelnd angerufen, um euch, ihr Männer, zu bitten.“ Der Opferpriester umwandelte bei

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