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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 4 · p. Seite 115

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 4
Article
Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung
Date
1921-01-01
Page
Seite 115 (sequence 9)
Language
German
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Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung. 115 lieh ,Wohnung des Lobpreisest vgl. Vispr. 7, l)1). In mittelpersischer Zeit ist letzterer Name (mp. garötmän) die Bezeichnung der Himmelswohnung für Ahuramazda geworden. Also im Iranischen ist der Himmel als eine besondere Gottheit angebetet worden, im Judentum hingegen wird als Bezeichnung für Gott auch der Ausdruck ,Himmet gebraucht. 3. Daß viele Sitten in den höher entwickelten Religionen sich als Ueberbleibsel aus primitiver Zeit erweisen lassen, ist schon häufig dargelegt worden; aber man darf nicht alles, was man in den Kulturreligionen nicht zu erklären vermag, gleich auf primitive Ideen zurückführen, ohne sich der Mühe unterzogen zu haben, zu untersuchen, ob nicht andere Ent- Wicklungsmöglichkeiten vorliegen, ob nicht die Aehnlichkeiten, die wir für ein bestimmtes Beispiel aus primitiven Religionen herbeibringen, nur rein äußerlich sind. Selbst der vorsichtigste Forscher begeht zuweilen solche Fehler. So führt C. Clemen ,Die Reste der primitiven Religionen im ältesten Christentum, 1916, 56 die Selbstbezeichnung Jesu als des wahrhaftigen Weinstocks (Joh. 15, 1) auf die primitive Idee zurück, ,,daß der Weinstöck verehrt wurde; und darauf dürfte wohl auch der goldene Weinstock hindeuten, der nach der Mischna (Middot III 8), Josephus (Ant. XV 11, 3; Bell. Jud. V 5, 4) und Tacitus (Hist. V 5) im Tempel zu Jerusalem aufgestellt war oder den (nach Joseph. Ant. XIV 3, 1) Aristobul II. an Pompejus schickte — ebenso wie übrigens (nach Herodot VII27) der Lyder Pythios anDariusHystaspes. Wo diese Schätzung des Weinstocks im Judentum herstammt, kann ich hier nicht untersuchen, jedenfalls handelt es sich ursprünglich um Pflanzenverehrung, die mit der aus primitiver Zeit stammenden auf eine Stufe zu stellen ist — selbst wenn wir eine Verehrung des Weinstocks dort noch nicht nachweisen können/' Clemens Vermutung scheint noch ב) Im Gegensatz hierzu heißt die Hölle druj o nmänem ,die Wohnung der Dämonenwelt‘. 8*

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