Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 8)
- Language
- German
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114 Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung. des Thrones, des Fußballens)" genannt1), Somit habe ich dargelegt, daß die beiden spät jüdischen Bezeichnungen für Gott עמים und מקום rein jüdischen Ursprungs sind und nicht auf die primitive Idee der Vergötterung des Himmels zurückgehen. Ueberhaupt kommt das Wort ,Ort' als Name für eine Gottheit im Parsismus gar nicht vor. C. Clemen2), der Boussets Ansicht zuneigt, führt zwar den Bericht des griechischen Schriftstellers Damaskius an, daß die Perser ,,das geistig wahrnehmbare und geeinigte Ganze, aus dem entweder ein guter Gott und ein böser Dämon . . . abgesondert worden seien, teils Ort, teils Zeit" nennen. Allein diese Vorstellung von dem ,,Ort" ist dem Parsismus völlig unbekannt. Gemen־ möchte sie auf die im Awesta vorkommende Gottheit aaarra raocä zurüekführen. Hier scheint ihn die in Bartholomaes Altiran. Wtb. 1490 enthaltene Angabe ,der lichte Raum jenseits der Gestirne' irregeführt zu haben, raoca heißt eigentlich ebenso wie vedisch rocanä (n. pl.) ,die (Himmels-)Lichter, der Himmel'. Auch Bartholomae gibt als ursprüngliche Bedeutung ,Leuchter des Himmels' an. Im Urarischen geht der Ausdruck ,Himmel' (dyaiis) auf die eigentliche Bedeutung .Lichtglanz' zurück. In den arischen Religionen sind der Himmel wie die Erde, Luft, das Feuer und Wasser zugleich Gottheiten. Nun gibt es im Awesta drei Namen für Himmel, die sämtlich verehrt werden: 1. anarra raocä, 2. asman3 *) (Yasna 16, 6; 42, 3), 3. garonmänem (eigent- ג) Eine philosophische Erklärung für die Bezeichnung מקום als Gott gibt der Midras, gemäß welchem Gott deshalb ״Stätte“ heißt, weil Gott die Stätte seiner Welt ist (d. h. den Weltenraum umfaßt), aber nicht die Welt seine Stätte ist (d. h. die Welt ihn nicht fassen .kann), Ber§s. Rabbä P. 68, vgl. Tanhuma Ex. 33, 21. 2) In seinem Werke ״Die griechischen und lateinischen Nachrichten über die persische Religion" 1920, 132. 3) asm an bedeutet eigentlich ,Stein6,vgl. hierüber Schefteiowitz, Die altpers. Religion u. d. Judent. 104.