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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 4 · p. Seite 108

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 4
Article
Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung
Date
1921-01-01
Page
Seite 108 (sequence 2)
Language
German
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L08 Ein Beitrag zur Methode der vergleichenden Religionsforschung. ist. Die Philologen können ihm in einer Summe von minuti- Ösen Einzeluntersuchungen zum Teil die Bausteine liefern und ihm über die Sprache und Eigentümlichkeiten einzelner Epochen und Autoren Aufschluß geben. Sie vermögen zu entscheiden, ob sich in gewissen Anschauungen eines Schrift־־ stellers der Volksgeist wiederspiegelt oder nur der individuelle Gedanke einer Persönlichkeit zum Ausdruck kommt, die sich in ihrem Wesen, Denken und Trachten weit abhebt von dem Denken der Volksmasse, und ferner ob die in einem Wörterbuch angegebene Bedeutung eines nicht genügend belegten Wortes, die oft zu einer falschen Schlußfolgerung führen kann, gesichert ist. Und dennoch begegnet man Fehlerquellen selbst in den trefflichsten religionswissenschaftlichen .Werken und gewöhnlich bei solchen, die Material aus orientalischen Religionsschriften bringen. Dieses kommt daher, weil die sekundären Quellen, aus denen das Material geschöpft ist, zuweilen von solchen Spezialforschern .herrühren, die zwar die Sprache und Religion, in der sie forschen, bemeistern, aber in ihren Werken es an der wissenschaftlichen Akribie und der nötigen Textkritik haben fehlen lassen. Dadurch,' daß sich nun der Religionsforscher ihren Forschungsergebnissen blindlings anvertraut, sind Fehlerquellen in den besten religionswissenschaftlichen Werken unvermeidlich. Ein Beispiel aus einem Werke des durch Sachkenntnis und Gründlichkeit ausgezeichneten Bonner Religionsgeschichtlers C. Clemen soll dieses veranschaulichen. In seiner ,,Religionsgeschichtlichen Erklärung des N. Test/' 1909, 109 heißt es: ,,Die persische Erwartung, daß mit dem Messias zugleich Fromme der Vorzeit wiedererscheinen . . . hat in der Tat wohl später auf das Judentum eingewirkt; denn in dem Derech Erez werden unter jenen Begleitem des Messias nicht nur bekehrte Heiden, Männer und Frauen, mit verstanden, sondern zugleich das Geschlecht des Vogels Murg, der der iranischen Sage angehört/' Clemen hat diese Angaben aus E. Böklen, Die Verwandt-

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