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Esra · 1919-01-01 · Heft 7 · p. 206

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 7
Article
Zion und die Galuth
Date
1919-01-01
Page
206 (sequence 6)
Language
German
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nur eine freie sein, nicht durch Macht Mch ergebende Suggestion, die etwa der Staat ausübt, wie ZolLschan anzunehmen scheint. Die notwendige Folge seiner Konstruktion jedoch, daß nämlich die Judenheit der Diaspora, die keine Nation ist, unbedingt in den Staatsnationen aufzugehen hätte, zieht Zollschan nicht voll und ganz. Wohl rechnet auch er zum Teile mit der von Klatzkin gepredigten »Unausweichlichkeit« (entsetzliches Wort!) der nationalen Assimilation in der Diaspora, Da er aber vor den Konsequenzen anscheinend doch zurückschreckt, nimmt er eine neue Konstruktion zu Hilfe. Aus dem »Vorhandensein des Rassenkörpers« der Juden, »über das wir nicht hinweggehen können«, folgert Zollschan, daß für das Judentum als konstitutive Basis die >ethnische Einheit« da sei, welche ja als einzige ihm zukomme. Dieses ethnische Moment wäre für die Judenheit der Galuth — im Gegensatz zu der in Erez-Israel, welche ihre zwei oder drei oder vier Kriterien für die Existenz der Nation erwerbe und daher Vollnation werde — eine organisatorische Grundlage. Das Moment der gemeinsamen Abstammung, von den Juden der Galuth als organisatorische Basis in Anspruch genommen, würde dem v Nationsstaat seine Kreise nicht stören und daher auch — im Gegensatz zum nationalen Moment das,'wie schon dargelegt, erstens schädlich wirken würde, zweitens für den Staat keinen Sinn hätte und drittens für die Juden der Diaspora gar nicht da ist — staatliche Anerkennung finden. Diese löcherige Konstruktion ist nicht nur unehrlich, also unethisch, weil sie auch jetzt noch die nationale Willensbildung zur Magd der Macht erniedrigt, was soviel Unheil in die Welt gebracht hat und nun für die Judenheit das Heil bilden soll, sondern sie ist auch in ihren Grundlagen falsch, weil sie unweigerlich zu dem führen müßte, was sie bei Klatzkin abgelehnt hat; zur Zerreißung des Judentums in zwei Judentümer, ein nationales in Erez-Israel und ein ethnisches in der Galuth, das hier keine Möglichkeit hätte, national zu werden. Dadurch aber wäre es unhaltbar, Riß und Vernichtung. Allerdings will Zollschan die Organisatroüsfähigkeit und -möglichkeit des Galuthjudentums auf der ethnischen Grundlage beweisen. Sie hätten eine Art freie Vereinigung. Statt einer Vertretung im Parlament,. die Zollschan anscheinend perhorresziert, soll »im Falle der weiteren Anerkennung der Gemeinden als einer öffentlich-rechtlichen Korparation alsjErgebnis derzu fordernden Rechte undKompetenzen nicht die auf dem Wege der Autonomie zu schaffende 206

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