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Esra · 1919-01-01 · Heft 7 · p. 204

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 7
Article
Zion und die Galuth
Date
1919-01-01
Page
204 (sequence 4)
Language
German
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maßen ins Wanken. Unser nationales Sein aber wftre nie — auch in Erez-Israel nicht — gefestigt, solange die Frage der Nation eine den Willen bindende Machtfrage bliebe. Diese notwendige Loslösung des nationalen Begriffes aber von Machtfragen führt, einmal für die Juden in Erez-Israel anerkannt, zur unvermeidlichen Konsequenz der Einstellung auf den freien nationalen, für die Juden der Galuth. Nur so kann die Judenheit in dem kollosalen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Umschichtungsprozeß, der in der ganzen Welt begonnen hat, erhalten bleiben, ebenso wie alle anderen Nationen. Und dies gilt für die Juden in Erez-Israel gleichermaßen wie für die der Galuth. Es gibt also keine nationale Trennung von Zion und Galuth. Auch die nationale jüdische Frage ist ein Gesamtkomplex für die ganze Judenheit. Zion und Galuth dürfen nicht getrennt werden! IL Diese grundlegende Feststellung ist der feste Boden fürdie A bwehr eines Versuches, zwischen Zion und der Galuth einen Keil zu treiben; freilich nicht um einen eichenen Keil handelt es sich, der reale Festigkeit hätte, sondern um einen papieren-theoretischen, gegen den die festgefügte Einheit, die hier dargelegt wurde, unerschüttert steht Dr.Ignaz Zollschan hat seinerzeit ein Buch über das Rassenproblem geschrieben, in welchem er die zionistische Lösung als — > vorläufig wenigstens« — aussichtslos bezeichnet hat. Aus der Vergessenheit dieses Buches, dessen Inhalt im Wesentlichen bei Hertz, Fürst und Semon bedeutend angenehmer nachzulesen ist, erhebt sich nun ein neues Buch,* in welchem Zollschan die Frage des jüdischen Nationalismus einer Revision unterzieht Gegen die nationale Autonomie der Juden in der Diaspetra wendet Zollschan zunächst programmatisch ein, daß es organisatorisch, politisch und wirtschaftlich zwecklos, ja schädlich wäre, in den national orientierten Staaten die Juden als eigene Nation zu konstituieren. Unter anderem weist er darauf hin, daß diese programmatische Forderung der Juden den Boykott hervorrufen würde, muß aber einige Zeilen später eingestehen, daß der Boykott schon jetzt bestehe. Der Nationsbegriff wird da von Zollschan nur vom Standpunkte des Staates betrachtet, den er immer und immer Nieder mit Nation identifiziert, während in Wirklich- *Revision des jüdischen Nationalismus von Dr. Ignaz Zollschan. 1919. R. LÖwit Verlag, Berlin und Wien. 204

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