Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aktenstücke zur Judenfrage am Wiener Kongress 1814/1815
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 177 (sequence 6)
- Language
- German
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Diese trostreichen Worte werden im Gedächtnis unseren späteren Nachkommen noch wiederhallen,so wie überhaupt das Gesetz eines der herrlichsten Denkmale der Gerechtigkeitsliebe und Weisheit, womit Ew. Majestät Ihre Völker beherzt und beglückt haben, bleiben wird. Allergnädigster Kaiser und Herr! Die Israelitischen Glaubensgenossen haben Ew. Majestät Erwartungen Genüge geleistet Ihre Fähigkeit zu allen nützlichen Gewerben ist durch Thatsachen erwiesen, die zahlreichen Werkstätten ihres Fleißes in mehreren Provinzen der Monarchie, ihre ausgebreiteten Fabrik-Anlagen, der Umfang ihrer auswärtigen Handels-Verbindungen, lassen über den Gebrauch, den sie unter liberalen und gleichförmigen Gesetzen von ihren Kräften und Kapitalien machen würden, keinen Zweifel übrig; an Diensten, die sie dem Staat, in allen Fächern, wo man ihre Mitwirkung verlangte, oder auch nur gestattete, geleistet, an Opfern aller Art, die sie dem allgemeinen Wohl dargebracht, an Vaterlandsliebe und treuer Anhänglichkeit an Ihren geliebten Monarchen, haben sie es, im Verhältnisse ihrer Anzahl, auch ihres Vermögens ihren christlichen Mitbürgern wenigstens gleich gethan. Das grundlose Vorurtheil, daß sie zum Militärdienst nicht tauglich wären, haben sie durch die That widerlegt, dem Ruf ihres Landesherrn überall getreu, haben sie in den letzten schweren Kriegen auch ihre Personen und ihr Leben bereitwillig hingegeben, und wie andere gute Bürger, für die Sicherheit und Ehre des gemeinschaftlichen Vaterlandes, in der frohen Erwartung, dass es sie endlich nicht mehr wie Stiefkinder behandeln würde, ihr Blut vergossen. Um die Erziehung ihrer Jugend zu verbessern, haben sie weder Mühe noch Lasten gespart. Dies alles ist Ew. Majestät aus den einstimmigen Berichten der Hof- und Landes-Stellen bekannt. Wir haben jede Probe bestanden; und wenn uns heute noch eine demütigende Scheidewand von anderen Staatsbürgern absondert, so besteht diese nur in veralteten Meymingen, oder blinder und grundloser Furcht vor einer dem kleinlichen Privatinteresse gefährlich scheinenden, für das Ganze offenbar wohlthätigen Konkurrenz; in Ew. Majestät grosser Seele ist diese Scheidewand längst darniedergerissen. Erlaubt sey es uns, hier zu bemerken, dass, wenn der moralische Zustand die Neigungen und Gewohnheiten und der bürgerliche Wandel eines Theiles der jüdischen Nazion noch hin und wieder gegründete Besorgnisse, wegen ihrer Tauglichkeit und Zuverlässigkeit in diesem 177