Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zum jüdischen Kulturproblem
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 166 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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einem kleinen Kreis Erlesener, Bester verstanden werden können, in ihrer ^Abstraktheit völlig wirkungslos. — Sei es auf dem Wege revolutionärer Umkehr oder evolutionärer Umwertung, immer müssen es die Mandatare der Massen selbst sein, die nationalen Führer und Behörden selbst, die den Kampf gegen die bestehende jüdische Gesellschaft aufnehmen, die mehr als zum Kampfe gegen einen äußeren Feind zu diesem Kampfe nach innen verpflichtet sind und nicht nur gegen die feindliche assimilatorische Gesellschaft, sondern gerade mit rücksichtslosester Schärfe gegen die bewußte iüdische Gesellschaft, die nur ein nationales Vorzeichen von Charakter und Qualität der assimilatorischen trennt, — Sie müssen sich, diese Mandatare der neuen jüdischen Gesellschaft, die strengste Kontrolle über die Haltung ihrer 'Gesellschaft einräumen — und gerade in dieser Hinsicht hat die nationale Bewegung enttäuscht. Hier scheint der Fehler in einer Erscheinung zu liegen, wie sie in jeder neuen nationalen Bewegung auffällig wird, in der nationalen Verteidigung — Entschuldigung, nationale Liebe — blinde Verliebtheit, ehrliches Rassenbewußtsein — renommistischer Rassenstolz wird, in der die Toleranz gegenüber der eigenen jüdischen Gesellschaft im schärfsten Mißverhältnis zur Intoleranz der gegnerischen gegenübersteht, jene immer wiederkehrende Erscheinung, daß die Führer des nationalen Q%dankens im politischen Getriebe der Partei die Verbindung mit den reinen Quellen ihres nationalen Prinzips zu verlieren beginnen und alles Heil in nationaler Tendenz und nationalem Bekenntnis sehen, wo doch solches nationales Lippenbekenntnis ebensowenig den nationalen, das heißt innerlich auf Wandlung und Veredlung umgestimmten Juden bezeichnet, ebensowenig, . wie religiöses Lippenbekenntnis vor Gott Religion beweist. Wen $ so die Forderung nach rücksichtsloserem Kulturkampf gegenüber dem herrschenden Judentum und das Problem der jüdischen Umwertung aufgestellt wird, so muß doch noch, bevor auf die konkreten Durchführungsmöglichkeiten eingegangen wird, der Verdacht abgelehnt werden, als läge in derartigen Versuchen, eine vermeintlich spezifische Charakterphysiognomie eines Volkes zu ändern, eine Verkennung der Konstanz der jüdischen Eigenart, ja noch mehr eine direkte Schwächung der Eigenart, die trotz aller ethischen und ästhetischen Umbildungsideale das Wichtigste und Elementarste eines Volkes sei, die, so wie sie eben sei, ja 166