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Esra · 1919-01-01 · Heft 5 · p. 141

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 5
Article
Die Zionisten und die hebräische Sprache
Date
1919-01-01
Page
141 (sequence 3)
Language
German
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rieht gibt es nicht) und nehmen einige Kapitel durch. Bald aber ist es zum Sterben langweilig, ein Anlaß zur Unterbrechung ist leicht gefunden und das Studium wird mit Tröstungen für die Zukunft aufgegeben. Manche wollen grammatischen Unterricht betreiben bringen aber den dazu notwendigen innersten Willen nicht auf. Andere schließlich, setzen ihre Hoffnung auf Einzelunterricht und nehmen bei einem Lehrer eine Stunde der Woche Unterricht; daß da kein Erfolg blüht ist selbstverständlich. Alle Zionisten haben es bis zum Schalom-Gruß gebracht, alle haben sie ein Unterrichtsbuch als ihre ganze hebräische Bibliothek zu Hause und haben einige Kapitel daraus gelernt, wissen eine Anzahl Vokabeln und Regeln,, sprechen einige Redewendungen — Das Ergebnis: Enttäuschung. Unter den vielen deutschen Zionisten kann man vier bis fünf junge Leute zählen, -die aus ihrem Zionismus heraus Hebräisch gründlich erlernt haben, ein Einziger, der es bis zur Handhabung des Hebräischen gebracht hat, und einige Damen, die ein mäßiges hebräisches Wissen erworben haben. Beinahe scheint es, daß deutsche Juden .am Hebräischen verzweifeln müssen und viele denken auch so. Um den hebräischen Willen zu erfüllen, um nicht dieses ideale Wollen sterben zu lassen, muß man eine Schar von hebräischen Führern haben. Dieselben können den Westjuden nur aus ihrer Mitte erwachsen. Osteuropa und Palästina brauchen jetzt alle vorhandenen Kräfte für den jüdischen Schulaufbau und für den hebräischen Literaturbetrieb und werden keine Kräfte an Deutschland abgeben können. Für diese Führer zum Hebräischen für die, welche nach Palästina als Beamte oder als Lehrer für die allgemeinen Fächer gehen wollen, für die jüdischen Intellektuellen, welche im Judentum nicht hinter ihrer allgemeinen Bildung zurückstehen wollen, für die schaffenden Juden braucht tnan eine höhere Lehranstalt der hebräischen Sprache. Hier in Deutschland gibt es viele, die sich eine fremde Sprache in einem höheren Lehrbetrieb erarbeitet haben. Wenn Einer hebräisch so lernen wollte, kann er es nicht Auf die Frage wie kann man ein tüchtiger Hebraist werden, muß man die \ Antwort geben: Werden kann man es nicht, man muß es .geworden sein. Eine Lehrstätte für Neuhebräisch gibt es nicht. Die Universitäten bieten hiezu keine Gelegenheit, die Rabbinerseminare, «welche die Aufgabe haben, jüdische Wissenschaft zu übermitteln, be- 141

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