Mannheim
Compact Memory

Esra · 1919-01-01 · Heft 5 · p. 142

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 5
Article
Die Zionisten und die hebräische Sprache
Date
1919-01-01
Page
142 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2828641-2828642-2828647-2828937--238-2828974
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

treiben nicht neuhebräisch als lebendigeSprache, ihreZöghngekbnnerr sich weder hebräisch ausdrücken, noch auch modernes Hebräisch ganz verstehen. Nur Mittelschulen in Palästina geben höheren Unterricht in modernem Hebräisch, haben aber augenblicklich selbst Mangel an Kräften-, wenn es gilt, einen Lehrposten für hebräische Sprache mit jemandem zu besetzen, der neben einer ausreichenden allgemeinen Bildung, Hebräisch in wissenschaftlicher Weise betreibt. Da Neuhebräisch nirgends doziert wirdr sind es nur Autodiktaten, welche es hierin zu höheren Leistungen gebracht haben! Auch akademische Studien und Grade ändern an dieser Tatsache nichts, auf diesem Gebiete bleibt auch der gelehrte Semitologe ein Autodiktat und vergleichende Grammatik schützt vor Sprachdummheiten nicht. Die wenigen bedeutenden Hebraisten sind eine Gruppe von russischen und galizischen Juden, welche noch nicht ganz vom fremden Schulwesen absorbiert wurden und sich in der Jugend das nötige umfangreiche Wissen angeeignet, an der letzten Sprachrenaissance teilgenommen haben, und das moderne Hebräisch lebendig meistern. Diese Menschen sind heute zumeist schon hohe Vierziger. Es gilt also, hier eine Lehranstalt für Hebräisch mit Hochschulbetrieb zu schaffen, eine hebräische Fakultät wo Gelegenheit zur wissenschaftlichen Erwerbung des Hebräischen gegeben wird. Das Institut muß sich auf Hebräisch konzentrieren, die Belastung mit pädagogischen Lehrzielen würde nur ablenken. Es soll Neuhebräisch in wissenschaftlicher Weise betrieben werden. Der westjüdische Intellektuelle erzielt nur bei solchem höheren Betrieb Erfolge. Denen, die wollen, soll die Möglichkeit geboten werden. Es soll eine Frage an ihr Wollen, an ihre Bewährung sein. Es wären etwa drei Dozenten nötig. Einer für Grammatik und Stil, einer für neuere Literatur und Sprachunterricht und einer für ältere Literatur, Lehrfächer wären etwa: Hebräische Grammatik, Neue Literatur, Bibel, Mischna, Midrasch, mittelalterliche Literatur, Hebräisches Seminar mit Aufsatz und Redeübung im Redezirkel, Durchnahme der Terminologie verschiedener Fächer z. B. Handel und Verwaltung, Naturkunde und Landwirtschaft^ Talmud, und aramäische Grammatik fakultativ. Ein solches Institut würde Lehrer für die Kurse geben, die in jeder Stadt entstehen müssen, 142

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.