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Esra · 1919-01-01 · Heft 5 · p. 132

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 5
Article
Das Weitertreiben des Nationalismus
Date
1919-01-01
Page
132 (sequence 4)
Language
German
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Menschheit als solche hat und die bereits in dem Begriff der Menschheit verborgen liegen (denn was sollte sonst das Kritische der Zugehörigkeit zu ihr sein). >Und schon in der bloßen Betrachtung der Welt, wie sie ist, abgesehen vom Gebote, äußert sich in meinem Innern der Wunsch, das Sehnen — nein, kein bloßes Sehnen, — die absolute Forderung einer besseren Welt*./) Nicht zu leben und dann wieder, zu sterben, sondern das Gute zu erkennen, gemäß dieser Erkenntnis zu handeln und durch dieses Handeln die Menschheit in einen Zustand vertiefter und ausgebreiteter Kultur, in die »bessere Welt« zu wandeln, dies ist die Aufgabe der Menschen und der Menschheit im Allgemeinen. Zu der Lösung dieser Aufgabe, gemäß den durch Natur und Geschichte gegebenen Dispositionen, ihren Teil beizutragen, dies ist die höhere Bestimmung der Nationen, So sehen wir, daß Nationalismus und Internationalismus sich nicht nur keineswegs ausschließen, sondern daß sie erst durch diese Gegenüberstellung Sinn und Bedeutung erlangen. Denn wäre mit der Erhaltung und Fortpflanzung alle Bedeutung des »Nationalismus« erschöpft, das ganze Leben erschiene wie ein sinnloses Spiel, das der Weiseste am frühesten von sich würfe. Erst durch den »Internationalismus« * erhält der »Nationalismus« Sinn und Wert für ,den Einzelnen,, erst durch das Prinzip des Internationalismus, — das die Lebensgemeinschaften der Nationen zusammenfassen will zu einem harmonischen Kreis freier, sich gegenseitig unterstützender und miteinander nach dem fernen Gipfel der Kultur strebenden Völker erhalten die Nationen (vom objektiven Standpunkt aus gesehen) die Berechtigung ihrer Existenz. Und andererseits, — ist nicht der Begriff des Inter-Nationalismus auf den vorhergehenden Begrift des Nationalismus angewiesen? Dies ist der Nationalismus, den wir erstreben sollen, weit entfernt von jener Überschätzung des eigenen Wertes, die so häufig .das Nationalgefühl der Völker * verunziert hat. Nannten nicht die Griechen jeden Fremdnationalen einen Barbaren, prägten nicht die Römer den stolzen Satz »Civis Romanus sum«, glauben nicht die Franzosen, an der Spitze der Zivilisation zu marschieren und die Briten, daß ihnen die Herrschaft der Welt gebühre, ist nicht Amerika das Land der Zukunft, wird nicht am deutschen Wesen die Welt genesen und hielten (und halten) *) Fichte: Die Bestimmung des Menschen, Reklam S. 104, 132

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