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Esra · 1919-01-01 · Heft 3 · p. 93

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 3
Article
Über Hechaluz in Deutschösterreich
Date
1919-01-01
Page
93 (sequence 3)
Language
German
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schäftigt. Davon zwei Gruppen von Bauarbeitern in Wien und Wr. Neustadt mit In Mitgliedern und einige Lehrlinge in verschiedenen Berufen in Wien. Die übrigen sind in der Landwiitschaft beschäftigt. Von den Anwärtern haben zirka 45 Prozent bei der Arbeit ausgeharrt und durch den Abgang der übrigen hat sich eine der Aufgaben der Betätigung hierzulande, die Ausscheidung der Arbeitsunwilligen und Ungeeigneten automatisch vollzogen. Erst in der letzten 'Zeit ist durch die Übernahme der Stellenvermittlung durch die Gewerbeförderungssektion des Jüdischen Nationalstes eine teilweise Entlastung der Hechaluz-Organisation in dieser Richtung erfolgt. Der Hauptzweck der Beschäftigung, die berufliche Ausbildung, konnte nur in sehr geringem Maße durchgeführt werden. Eine vollkommene und zweckmäßige Schulung wäre nur in eigenen Betrieben möglich; bei privaten, nur'auf das eigene Interesse bedachten Unternehmern ist diese Aufgabe nur teilweise durchführbar. Die Organisation war bestrebt die praktische Betätigung durch Beschaffung populärer Fachliteratur die notwendige theoretische Grundlage zu geben, und es ist zu diesem Zwecke eine kleine Fachbibliothek geschaffen worden. Im allgemeinen haben sich die Chawerim physisch gestählt, an die primitiven Lebensverhältnisse gewöhnt und sich gewisse manuelle Fertigkeiten angeeignet. Manche Gruppen, in deren Mitte geschulte Vorarbeiter waren, haben vorzügliche Erfolge zu verzeichnen. Die zweite,v ebenso wichtige Aufgabe — die kulturelle Vorbildung — konnte naturgemäß erst nach einer Stabilisierung der Zustände bei den einzelnen Gruppen, die ziemlich viel Zeit beanspruchte und durch das früher erwähnte Wandern erschwert wurde, in Angriff genommen werden. Das Hauptgewicht wurde auf.den Unterricht der hebräischen Sprache gelegt, es ist auch die Betätigung in dieser Richtung als einzig annehmbarer Maßstab für die Aufnahme in die Organisation festgesetzt worden. In der Sommerzeit hat sich die kulturelle Tätigkeit nicht voll entwickeln können. Jedenfalls ist es gelungen, die meisten Gruppen mit hebräischen Lehrern zu versorgen und der Unterricht ist auch im allgemeinen im Gange. Die Einrichtung allwöchentlicher Zusammenkünfte mehrerer Gruppen hat sich bis jetzt wegen technischer Schwierigkeiten nicht eingebürgert; die Bestrebungen in dieser Richtung werden jedoch fortgesetzt werden- Überhaupt war die Möglichkeit einer Beeinflußung von außen, bei der großen Anzahl von Gruppen und dem herrschenden Mangel an entsprechenden Mitarbeitern sehr beschränkt. Der Kulturreferent persönlich hat in dieser Beziehung eine große Arbeitsleistung vollbracht, indem er die meisten Gruppen — manchmal zu wiederholtenmalen — aufsuchte. 93

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