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Esra · 1919-01-01 · Heft 3 · p. 92

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 3
Article
Über Hechaluz in Deutschösterreich
Date
1919-01-01
Page
92 (sequence 2)
Language
German
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gefolgt sind und so die eigentliche Grundlage der Hechaluz- Organi>ation geschaffen wurde, ist ein halbes Jahr verstrichen. Die Lösung des großen Komplexes von verschiedenartigsten Aufgaben, die die Voraussetzung der eigentlichen Tätigkeit waren, hätte auch unter normalen Verhältnissen ganz andeie Mittel und Möglichkeiten Vorausgesetz, als sie der Hechaluz-Organisation zur Verfügung stehen. Durch die wirtschaftliche Not ist außerdem ein großer Zuzug von Elementen verursacht worden, denen die idealen Ziele des Hecbaluz mehr oder weniger t,leichgiltig waren. Als erklärliche Reaktion gegen diese Überschwemmung durch die „Arbeitslosen*k ist eine Strömung entstanden, die darauf hinzielt, diese unberufenen Elemente auszuscheiden, was mit Rücksicht auf die Unmöglichkeit der Festsetzung eines unbedingt greifbaren Kriteriums keine leichte Aufgabe ist, Dieses heißumstrittene und bis jetzt nie gelöste Problem hat im Laufe der Zeit an Schärle verloren, da die Zahl der „bewußten" Chaluzim nicht nur absolut, sondern auch relativ im steten Steigen begriffen ist. Daß gerade in letzter Zeit dieser Rcmigungsprozeß besonders nachdrücklichst verlangt wird, ist nicht ausschließlich auf den Kampf gegen die vollkommen gleichartigen Mitläufer zurückzuführen. Es handelt sich hier vielmehr um die auch m anderen Hechaluz-Organisationen sehr aktuelle , Grundfrage: „Massenbewegung oder Pionierbewegung". Es hat nicht an Stimmen gemangelt, die angesichts all dieser Schwierigkeiten auf die Notwendigkeit der Einschränkung der vorgesteckten, Ziele hinwiesen, was aber mit Rücksicht auf die enge Verknüpfung aller Aufgaben mit einer Preisgabe des ganzen Werkes verbunden wäre. Die angedeuteten Gegensätze in der Auffassung der Aufgaben des Hechaluz haben im Vereine mit der sehr komplizierten sozialen und insbesondere kulturellen Gliederung die eigentliche Organisationsarbeit besonders erschwert. Der Aufbau einzelner Gruppen läßt auch noch viel zu wünschen übrig, was insbesondere auf den Mangel geeigneter Führer und Vorarbeiter und auf den großen Wandertrieb der einzelnen Chawerim zurückzuführen ist. Es ist jedenfalls als Erfolg zu verzeichnen, daß die Zusammenfassung dieser stark differenzierten Elemente innerhalb einer verhältnismäßig kurzer Zeit gelungen ist und die Grundlage für eine planmäßige Arbeit geschaffen wurde. Den größten Arbeitsaufwand haben die Vorbereitungen in Anspruch genommen. Nachdem die Organisation das Prinzip der produktiven Betätigung ihrer Mitglieder schon hierzulande ausnahmslos durchgeführt hat, mußte sie auch die unvermeidliche Last der Arbeitsbeschaffung auf sich nehmen. In dieser Richtung ist. eine für die Verhältnisse beträchtliche Leistung vollbracht worden. Die mit ganz minimalen Mitteln ausgestattete Stellenvermittlung hat über 800 Arbeitsstellen verschafft» Es sind j-jtzt zirka 400 Chawerim in achzehn verschiedenen Gruppen be- 92

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