Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der Juden Rumäniens
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 83 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2828641-2828642-2828645-2828810--141-2828851- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Juden Stellung zu nehmen. Sie wollte nämlich in der Zugestehung einer solchen, die größte Gefahr für eine nationale Entwicklung Rumäniens erblicken und betonte zur Hintertreibung dieser Forderung, auch auf Pogrome nicht verzichten zu können. Unter anderem führten die Kultur-Agitatoren aus: „Es ist klar, daß uns eine Bewegung gegen die Forderung der Bürgerrechte für die Juden, von diesen selbst aufgezwungen wird. Solange nicht die Wahlfrage bezüglich so vieler Millionen Bauern geregelt sein wird, erlauben wir keinem Fremden sich in unsere internen Angelegenheiten einzumengen," Aus dem großen Material, das die systematisdie Wühl* und Hetzarbeit der rumänischen Kulturträger beleuchtet, sei des beschränkten Raumes wegen nur Folgendes hervorgehoben: Aus einem Manifest der Liga culturala: „Brüder! Rumänen! Mitten unter den vielen Sorgen mit welchen unsere Bauernschaft zu kämpfen hat, im Kampfe voll Leid und jeder Hoffnung bar, im Kampfe, den die untersten Schichten des rumänischen Proletariats zu führen haben, hört man durch das ganze Land nur eine Stimme: Rechte den Juden! Die Juden wollen, daß man ihnen Bürgerrechte verleihe, das heißt, das Recht Boden in Dörfern ankaufen, - Amter . bekleiden zu dürfen, um die Herrschaft an. sich zu reissen und über das Schicksal unserer Nation zu verfügen. Es geht auch ein Gerücht, daß einige Politiker gewillt seien, ihnen zu diesen Rechten zu verhelfen. Deshalb wollen wir gemeinsam beraten und darüber klar werden, ob es für uns von Nutzen ist, unser Schicksal von den Juden abhängig zu machen/' Ein gewisser Costiri Sturdza beschließt sein Referat auf dem jassyier antisemitischen Kongreß wie folgt: „Wir sind keine Antisemiten, wir kennen keinen Rassenhaß, aber wir können nicht mit unserem Verstand das Furchtbare fassen, daß morgen beinahe zwanzigtausend mobilisierte Juden in die Reihen der Wähler der Moldau, welche dreißigtausend Wähler zählt, aufgenommen werden. Angesichts der großen Gefahr können wir klar sagen: während des jetzigen Wahlsystems über die Frage nur verhandeln ist ein Wahnsinn, ein Verbrechen* Von allen Seiten erhebt sich um uns eine drohende Gefahr, von allen Seiten schreitet in allen möglichen Gestalten das fremde 83