Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ansprache
- Date
- 1919-01-01
- Page
- 40 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2828641-2828642-2828644-2828747--076-2828775- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
weise orientiert ist und der im Grunde wenig von dem verändert, was die kapitalistische Produktionsweise kennzeichnet, der in den Massenbetrieben, in der großen Fabrik das Ideal sieht. Erinnern wir uns, daß das Grundproblem des jüdischen Proletariats die Nichtproletarisierung unserer Armen ist, die Tatsache, daß der jüdische Arbeiter nicht den Weg in die Fabrik finden kann. Wir haben überall Menschen, deren Standart of life oft viel tiefer ist als derjenige der Fabriksarbeiter und dennoch finden sie nicht den Anschluß an die Fabriksarbeit, dennoch bleiben sie lieber im Schwizsystem, wo sie viel weniger verdienen, nur deshalb, weil der jüdische Individualismus so stark ist, daß er sich mit der modernen Produktionsweise nicht zufrieden geben kann* Aus dieser Charakteristik folgt notwendig, daß unser Sozialismus ein anderer sein wird. Für unseren Sozialismus wird vor allem die Basierung auf dem Ackerbau und der genossenschaftlichen Produktion die Grundlage bilden. Wir können nicht, so wie es die landläufige Sozialdemokratie tut, ein soziales Ideal hinstellen, welches auf dem Hasse, auf dem Kampfe einer Klasse gegen die andere beruht Wir stelTen über den Gegen« satz der Klassen die Solidarität des Volkes und die Solidarität der Menschheit. Wir sagen, wenn dem sozialistischen Arbeiter sein Sozialismus nur so dargestellt wird, daß er aus der Fabrik einen erhöhten Profit ziehen soll und ihm nicht zugleich eine positive, schaffende, aufbauende Gesinnung gegeben wird, dann wird im entscheidenden Augenblick, wo wirklich der Betrieb von der Gemeinschaft übernommen werden soll, das große Bewußt* sein der Verantwortlichkeit fehlen, welches der Einzelne für die Gemeinschaft aufzubringen hat Der Arbeiter, der jahrelang auf den Kampf um den höheren Lohn allein gedrillt worden ist, kann nicht das Verständnis dafür haben, daß der Sozialismus vor allem ein großes Opfer bedeutet, welches der Einzelne den Interessen der Gemeinschaft bringen muß. Darum sagen wir: Unser Sozialismus wird sich in diesem Punkte dem landläufigen Sozialismus entgegensetzen und wir werden verlangen, daß an Stelle des Klassenkampfes als erstes Prinzip des Sozialismus die Solidarität des Volkes, das Bewußtsein der Verantwortlichkeit gegenüber der Gemeinschaft tritt Wir können daher dfen jüdischen -Nationalismus nur dann vertreten, wenn er sich in einem sozialistischen Ideal erfüllen 40