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Freie Tribüne · 1921-06-04 · 19-20 (4.6.1921) · page 6

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Journal
Freie Tribüne
Volume
3 (1921)
Issue
19-20 (4.6.1921)
Date
1921-06-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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SEITE 6 FREIE TRIBÜNE NR. -9-20 c) den Kern zu einer zukünftigen roten Armee für «dje soziale Revolution und für den bewaffneten Aufstand des Proletariats zu schaffen; t) unbarmherzigen Kampf bis zur Vernichtung und "Zerstörung gegen die verräterischen A r b e i-;erparteien und die „Histadruth klalith" zu führen,ihre Lakaienhaftigkeit zu efntihüllen und an Stellte ihrer angehalten Anstalten, gesunde, auf proletarischer Selbsttätigkeit lußende Arbeiter-Organisationen zu. schaffen; g) die arabische Arbeiter- und Bauernbewegung zu formen, sie zur Absonderung und zum Widerstande gegen die chauvinistisch-nationalistische Bewegung zu drängen, ihre Organisierung in die Hand zu nehmen, wobei ein besonderes Augenmerk auf die spezifische Not des arabischen Fellachen gelenkt werden soll; h) die ganze Arbeit unter der Leitung der III. Kommunistischen Internationale und ,der Organe des Kongresses der Orientvölker in Baku, sowie in engster Verbindung mit den englischen und indischen kommunistischen Parteien, durchzuführen. Konstituierung der P. K. P. j. Der ame unserer Partei lautet: Palästinische Kommunistische Partei (Sektion• der Kommunistischen Internationale. Prinzäpien-Erklärung. Auf der Plattform der III. kommunistischen Internationale fußend und sich alls ihre Palästiniische Abteilung erklärend, proklamiert die Partei folgende programmatische Grundsätze: 1. Das Endziel der Partei ist der Kommunismus, d. i. dje Enthebung des Privateigentums an Produktionsmittel^ und die Errichtung einer neuen Gesellschaftsordnung, in der die Unterdrückung von Klassen oder Völkern unmöglich sein und die ganze Menschheit eine Arbeitsfami'lije bilden ward, in der jede-, Glied nach seinen Fähigkeiten arbeitet und nach seinen Bedürfnissen genießt. 2. Der Weg lüezu ist der revolutionäre Klassenkampf. Das Proletariat und mit ihm die Menschheit kann nicht durch Verwischung der Klassengegensätze der jetzigen Gesellschaft, sondern durch ihre Verschärfung, nicht durch1 Reform der kapitalistischen Welt, sondern ihre Vernichtung, nicht durch Kompromißlerei mit der Bourgeoisie, sondern durch einen unbarmherzigen Kampf auf poitischem ökonomischem und anderen Gebieten befreit werden. 5. Das direkte Mittel zur Verwirklichung des Endziels! jst die allweltliche sozialistische Resolution und die hr folgende politische Diktatur des Proletariats. Die Partei) ist fest überzeugt, daß weder Siege bei der Wahlurne noch konstitutionelle, parlamentarische Arbeit im Stande sein werden), die Herrschaft den jetzigen MaChthabern zu entreißen, sondern nur durch den bewaffneten Aufstand und die Revolution alller unterdrückten Klassen und Völker, aber nicht durch Verhandlungen und Kompromisse der hartnäckige Widerstand der Bourgeoisie und ihrer Helfershellfer gebrochen werden. Der Wiederaufbau der Geselschaft auf kommunistischer ■Grundlage kann nur durch die Diktatur des Proletariats und seiner Avantgarde, der III. Kommunistischen Internationale erfolgen. Organisationsmodus. 1. Die Partei baut sich auf der Grundlage nationaler Sektionen auf. 2. Bei mindestens 50 Mitglieder hat jede im Lande beijndliche Nation das Recht, sich als entsprechende nationale Sektion der P. K. P. zu -konstituieren. 3. Dede Nation kann in der Partei nur eine Sektion bilden. 4. Die Sektionen stehen vollständig unter der Disziplin der lokalen und zentralen allgemeinen Parteiinstanzen. 5. Die Sektionen sind autonom in bezug aui ihre innere organisatorische und propagandistische Arbeit unter den Mitgliedern ihrer Nation wtfe auch in bezug auf die spezifischen national-proletarischen Aufgaben, die sich aus den besonderen Lebensbedingungen ihrer Nation ergeben. 6. Jede nationale Sektion hat ein Zentrallorgan, das die Arbeit der lokalen Sektionen im Rahmen ihrer Kompetenz leitet. 7. Jede nationale Sektion hat das Recht, sich mit ähnlichen Sektionen anderer Länder in einem interterritorialen Verband zu vereinigen, sofern diese Sektionen nur dasselbe Programm besitzen. 8. Das Programm jeder nationalen Sektion muß von der Partei bestätigt und angenommen werden. Mitgliedschaft ,1. Mitglied kann jeder mindestens achtzehnjährige Arbeiter werden, der das Programm und die Statuten der Partei anerkennt. 2. Mitglieder werden von den nationalen Sektionen aufgenommen und von der Parteileitung bestätigt. 3. Mitglieder, die sich gegen die Prinzipien und Djsziplin der Partei vergehen, werden ausgeschlossen. Das; Recht hiezu haben die Organe der einzelnen Sektionen jnnej Lokale Organisationen. 1. Die lokalle Organisation besteht aus allen Mitgliedern der lokalen nationalen Sektionen und leitet die allgemeine Arbeit. 2. Die Ortsgruppen sind in inrer Arbeit in* Rahmen der Prinzipien und der Beschlüsse der Partei selbständig. Partei-Konferenz. 1. Die' Konferenz ist die höchste Instanz der Partei. 2. Die Delegierten zur Konferenz werden auf allgemeinen Versammlungen ohne Unterschied der nationalen Sektionen gewählt. 3. Bei Fragen, die eine besondere nationale ^.Sektion berühren, entscheidet eine Abstimmung, dem Kräfteverhältnis der einzelnen nationalen Sektionen proportione'!^ 4. Die Konferenz findet einmal im. Jahre statt oder auf Verlangen von wenigstens 25 Prozent aller Mitglieder.,. 1. Das Z. K. ist das oberste leitende und exekutive Organ der Partei. 2. Die Partei-Konferenz wählt unmittelbar 3 Mitglieder in das" Z. K., während die Sektionen 4 weitere! Mitglieder entsenden, und zwar ihrem Kräfteverhältnis entsprechend. Zentral-Komjrtee. 1. Die Höhe des Mitgliedsbeitrages wird durch das Z. K. bestimmt. 2. 50 Prozent des Beitrages sind für das Z. K. bestimmt, die anderen 50 Prozent für die Ortsgruppen. 3. Der Beitrag für die nationalen Sektionen wird durch sie selbst bestimmt. Nationale Sektionen. Die Statuten jeder Sektion werden von ihr selbst ausgearbeitet und von der allgemeinen Parteileitung bestätigt. Die Arbeiterschaft in Amerika. (Ein Briet aus Newyork.) Jch komme meinem Versprechen nach, Euch vom hiesigen Arbeilerleben zu berichten, wenn auch keine svnsatjoneTlen Ereignisse vorgefallen sind. Arbeitslosigkeit und Streiks sind Alltao^- ereignisse, für die sich außer den Betroffenen selbst niemand weiter interessiert. Daß diese Arbeitslosügkeit und Streikbewegung zu großen Taten führen sollte, glaubt fast niemand. Dir von Zeit zu Zeit von den kommunistischen Parteie» herausgegebenen Flugblättern, die zu ernsterer Tat auffordern, haben weder auf die Arbeiter, noch auf die Streikenden oder Arbeitslosen irgend wellche Wirkung. Noch immer gibt es zwei kommunistische Parteien, die miteinander kämpfen, obwohl keine prinzipalen: Unterschiede sie trennen. Rein taktisch-rorfnefld Fragen verhindern die so nötige Ve/einigung der hiesigen kommunistischen Bewegung. Das soll nicht etwa bedeuten, daß sich hier, im Gom~ pers'ischen Amerika nichts rühre, ganz im Gegenteil: der aufmerksame Beobachter wird sehr deutliche Zeichen wahrnehmen, daß es auch hier in der Arbeiterschaft rumort, wenn auch vorläufig nur ganz im stillen. Sofort, nachdem Gompers seine bekannte Erklärung die „Unterdrückung der Arbeiter durch die Sowjetresgierung" abgegeben hatte, hörte man aus einer Reihe von Ortsgruppen der mächtigen „American Federation of Labour" für Gompers recht unangenehme Neuigkeiten. Jüngst. erfolgte der schwerste Schlag für Gompers: Dje Abteilung der „A. F. öf L." in Detroit, wo die ganze Auto-Industrie konzentriert ist, beschloß, ihre Vertreter zum Kongreß der Roten Gewerkschaften zu entsenden. Gompers und Genossen setzten zwar alles daran, die D e t r o i t e r „Meuterer** zur Vernunft zu bringen, aber alle Bemühungen waren vergeblich. Und soeben trifft die Nachricht ein, daß auch di<e Arbeiter von Seattle, wo die Schif f s bauindustri« ihren Sitz hat, ihre Vertreter nach Moskau schicken----"Das wird aber der „alte Mann" nicht aushalten. Dafür geht es in der zweiten Arbeiterr-Körperichait Amerikas, in der „J. W. W." schon weit erfreulicher zu. Wer hat daran vergessen, wie die Führer der „J. W. W." und besonders lihr Haupt Bill Haywood mit allen Mitteln gegen die HL Internationale ankämpften? Und jetzt erklärt , eben dieser Bill Haywood in einem Interview mit dem Redakteur des „Liberator", Max Eastmann: „Mein einziger Wunsch ist jetzt nur noch, die „J. W. W." geschlossen für die Roten Gewerkschaften stimmen und den Traum einer roten Arbeiter-Internationale verwirklicht zu seihen."- So sieht es in der „J. W. W." aus! Es kann gar kein Zweifel darüber bestehen, daß die MjtgHeder für den Anschluß stimmen werden. Bill Haydwood wird von ihnen vergöttert und seine Mföinuncj bt für sie ein Gesetz. Er war Vorsitzender bei der ersten konstituierendien Konferenz der ,J. W. W." unirJ fehlte kein einziges Mal bei ihren Beratungen, es sei denn, daß er im Gefängnis saß. Eben jetzt rau'B er wieder für zwanzig Jahre ins Gefängnis! Im oben erwähnten Interview setzte er noch hin.m: „M^r ist, als wäre ich immer in Moskau gewesen. Du erinnerst Dich vielleicht meiner Worte: Was wir brauchen., das sind bloß 50.000 wirkliche „J. W. W." und außerdem5 eine Million Arbeiter, die unsere Bestrebungen unterstützen." Ich war mir immer darüber klar, daß daß die Hauptnotwendigkeit eine Organisation von bewußten Leuten ist. Nenne sie nicht Führer, nenne sie Ingenieure!" kuing und der Kolonialversklavung erfordert. Die nationale Entrechtung beruhte hier bisher auf der geschichtlich entstandenen ökonomischen Ungleichheit. Diese Ungleichheit fand .ihren Ausdruck vor allem darin, daß diese Randgebiete Rußland (besonders in Turkestan), die als Kolonien oder Halbkolonien figurierten, gewaltsam in ihre Rolle der Lieferanten von allerhand Rohstoffen, die im Zentrum bearbeitet wurden, zurückgedrängt wurden. Das war der Grund ihrer anhaltenden Rückständigst, und das hinderte die Entstehung und umsome'hr die Entfaltung des IndustrieproletariatsJ unter diesen unterdrückten Völkern. Auf das alles mußte die proletarische Revolution in den östlichen Randgebieten unvermeidlich stoßen, und ihre allererste Aulgabe ist die konsequente Liuidierung aller Ueberb leibsei der nationallen Ungleichheit auf allen Gebieten des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens, und vor allem die planmäßige Pflege der Industrie in den Randgebieten durch Uebertragung der Betriebe an die Rohstoffquellen (der Textil-, Woll-, Lederindustrie usw. nach Turkestan, Baschkirien, Kirgisien, dem Kaukasus usw.) Indem die Partei durch ihren entschlossenen und konsequenten Kampf für die Aufhebung aller Arten der nationalen Ungleichheit das Vertrauen der Werktätigen der östlichen Randgebiete erobert, schweißt und bindet sie sie zusammen zur endgültigen Liquidierung der patriarchal-leudalen Verhältnisse inmitten der früher unterdrückten Nationen selber und ihrer Einreihung in den kommunistischen Aufbau. Als Erster Schritt der Politik der Klassenschichtung in den östlichen Gebieten muß die Ausschaltung aller einheimischen, ausbeuterischen Elemente vom Einfluß auf die Massen sein, ierner der Kampf mit ihnen in allen Organen der sowjetistischen Selbstverwaltung, ihre Enthebung von Klassenprivilegien durch die Selbstorganisation der einheimischen Massen Sow;cU der Werktätigen. Dabei müssen vorderhand die verhältnismäßig wenig zählreichen einheimischen proletarischen Elemente, die in den verschiedienen Gewerben, in den Bergwesen, bei den Eisenbahnen, in den Salinen und Wirtscha?en tätig sind, organisiert und aufs sorgfältigste an an die Kommunistische Partei und die Sowjetarbeit herangezogen werden. Der nächste Schritt muß die wirts chaftliche Organisation der einheimischen armen Elemente sein, des gemischten gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Typus, der bedingt ist durch den Uebergang der einheimischen werktätigen Massen von den rückständigen Wirtschaftsformen zu den höheren — vom Nomadendasein zum Ackerbau, vom Zuntthandwerk, das für den freien Markt produziert, zur Kollektivarbeit für den Sowjetstaat (Heranziehung der hälbproletarischen Heimarbeiter an die . Gewerkschalten), von der Heim- und Artellproduktion zur Fabriksproduktion, vom landwirtschaftlichen Kleinbetrieb zum planmäßigen kolllektiven Ackerbau. Die Sowje'tregierung muß vor allem durch ein Netz von Organen einer einheitlichen Konsumgenossenschaft den einheimischen proletarischen Massen zu Hilfe kommen, die durch den wirtschaftlichen Ruin vom Aussterben bedroht sind Entsprechend diesen besonderen Bedingungen im Aufbau der Sowjetwirtschalt muß die Arbeit der Wirtschaftsorgane reorganisiert werden, in dem Sinne, daß das Schwergewicht auf das einheimische Milieu gelegt wird, die Heimindustrie und das sonstige Gewerbe in die planmäßige Wirtschaftsorganisation einbezogen ein fester Zusammenhang mit dem Stamm der produzierenden Masse der Bevölkerung hergesteil undt ein konkreter Plan zur Förderung der Industrie in den Randgebieten, entsprechend ren Massenverhältnissen,' festgestellt wird. Ebenso entschieden muß vor einer blinden Nachahmung der Vorbilder Zentralruß- Iands, insbesondere bei der Durchführung des Getreideinionopols in den Randgebieten gewarnt werden; nicht in Worten sondern in Taten soll die Lebensmitteilpolitik mit der Politik der Klassenschichten der rückständigen einheimischen Bevölkerung verknüpft werden. Jedwede mechanische Verpllanzung wirtschaftlicher Mäßnahmen Zentralrußlands nach den östlichen Randgebieten, die sich bloß für eine höhere Wirtschaftsstufe eignen, muß abgelehnt werden. Lediglich durch Organisation der breiten Massen Massen der etohefcnlüchen armen Bevölkerung auf dem Boden Ihre* wirtschaftlichen Lebensinteresses werden die Sowjets der Werktätige« die Völker des Ostens zu gemeinsamem Kampf, Schulter an Schulter mit dem Proletariat der fortgeschrittenen Länder heben können. 3. Schließt man von .den 30 Millionen der vorwiegend turko-tatarischen Bevölkerung Asserbejdschan, den größten* Teil von Turkestan, die Tataren (Wolga- und Krim-Tataren), Buchara, Ohiwa, Dahesfan, einen Teil der. Bergvölker (die Kabardintzen, Tscherkessen und Balkartzen) und einige andere Völkerschaften aus, die bereits ansässig geworden sind sich ein bestimmtes Territorium gesichert haben, so bleiben zirka 10 Millionen Kirgisen, Baschkiren, Tschetschentzen, der südliche Teil von Turkestan, die Ossetinen und Inguschen übrig. Deren Ländereien dienten bis vor kurzem als Kolonisationsobjekt iür die russischen Siedler, die ihnen bereits dfe besten Ackerbaustücke weggeschnappt und sie systematisch nach den unfruchtbaren Wüsteneien verdrängt haben. Die Politik des Zarismus, die Politik der Gutsbesitzer und Bourgeoisie ging darauf hinaus, in diesen Orten möglichst viele ausbeuterische Elemente aus den russischen Bauern und Kosaken anzusiedeln uncL die letzteren zu einer zuverlässigen Stütze der Großmachtbestrebungen zu machen. Die Folge dieser Politik war das allmähliche Aussterben der zurückgedrängten einheimischen Völker (Kirgisen, Baschkiren). Die Aufgabe unserer Partei in bezug auf die werktätige« Massen dieser Völkerschaften besteht (abgesehen von den unter 1. und 2. erwähnten Vorschlägen) darin, ihre Bemühungen mit den Bemühungen der werktätigen Massen der örtlichen russischen Bevölkerung zu vereinigen zum Kampfe um die Befreiung von Ausbeutertum überhaupt und der räuberischen großrussischen Ausbeuterei insbesondere, ihnen mit allen Mittelin und Kräften zu helfen, die ausbeuterischen Kolonisatoren abzustreiten und ihnen auf diese Weise taugliche LÄndereien zu sichern, die für eine menschenwürdige; Existenz notwendig sind. 4. Außer den obgenannten Völkern und Völkerschaften, die eine bestimmte Klassenschichtung auiweteen und ein Bestimmtes Territorium innerhalb der R. S. F. S. R. einnehv#eo, bestehen noch einzelne fließende nationaUe G/wp-

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