Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 11-12 (9.4.1921)
- Date
- 1921-04-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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NR. 11- FREIE TRIBÜNE SEITE 5 Fasdsten und Noskiten in Palästina. X An alle jüdischen Arbeiterorganisationen! Im .Dezember 1920 wurde auf der jüdischen Arbeiterkonfevönz in Haifa ein Aligemeiner Jüd. Arbeiterverb änd gegründet,, in, den alle jüdischen' proletarischen Parteien Palästinas eintraten- Der neugegründete Verband sollte sich zur vornehmsten Aufgabe gewerkschaftlichen Aufbau und wirtschaftliche Kolonisationsarbeit, sowie am Ii Bildungstätigkeit setzen, — keineswegs aber politisch-nationale Ziele verfolgen, über welche bei den einzelnen. Parteien n a t, u rm ä ß die g r ö ß t e n G o g e u s ä t z e bestanden- Der unparteiische Charakter der Organisat ou wurde auf der Konferenz ausdrücklich h e r v o r g o h o b e n. Obwohl die überwiegende Mehrheit der Konierenzdelogiertep. ihr antiproletarisches national-chauvinistisches Wesen offen bekundet hatte, - indem sie die elementarsten Grundsätze des K 1 a s s e u k;i m p f e s und des inter n a - tionalen Charakters der gewerkschaftlichen Bewegung ablehnte (Achduth Haawodah u.ud Hapvcl-Hazair stimmen bekanntlich dagegen), indem sie sodann den zweideutig») Punkt der Tagesordnung über Schutz- und Waehtruppm annahm und sich in jeder Hinsicht eine Vereinigung mit den bürgerlioh-zionislisehen Institutionen ermöglichte, beschlossen wir doch, in den neuin Verband einzutreten. Wir taten 'es aber ausdrücklich u n tnv der Co uditio sine qua n o n, — daß die Autonomie der einzelj.eu Gewerkschaften vollauf gewahrt bleibe und k o i n e I n s t a n z des ..Allgemeinen Verbandessich bis zur nächsten Konferenz in ihre inneren Angelegenheiten einmischen dürfe. Nach einer langwierigen Diskussion nahm die Konfc-" renz unsere Bedingungen an, und so traten' wir in den Verba'id ein, nachdem wir zuvor die öffentliche Eiklar Ii ji g abgegeben, daß wir mit allen Kräften das Prinzjo 'der internationalen Klassenorganisation des Proletariats in den einzelnen Gewerkschaften verfechten und durchsetzen wollen. Wir betonten zugleich, daß vir auch in dem Allgemeinen Verbände den Kampf iur unsere revolutionären Losungen aufnehmen werden, um ihn aus e i ii e r gel b e n Organisation in eim revolutionäres Werkzeug des jüdischen Proletariats zu verwandeln. Mit' dem festen Willen, schöpferische Arbeit zu leisten, um dem palästinensischen Proletariate neue Wege und Methoden des Kampfes zu zeigen, sind wir in den! Verband eingeti oten. Damals glaubten wir noch, die sozialpal riotischen Parteien, die seine Mehrheit bilden, werden wenigstens soviel Ehr- und Verantwortungsgefühl besitzen, ihre eigenen Beschlüsse zu wahren und den Verband bis zur nächsten Konferenz auf der Linie belassen, die sio selbst soeben festsetzen. Wir wähnten, der neugegründete Verband werde sich nicht in eine Neuauflage der „Achduth Haawodah" verwandeln, — in das politische Sammelsurium, das durch ein Ziel zusammengehalten wird: die Interessen der zionistischen Politik wahrzunehmen und' den Schergen dos englischen und jüdischen Kapitals zu spielen. Schon eine kurzbemessene Tätigkeit der neugegründefon Organisation bewies jedoch, daß die ' beiden Parteien) ..Ach'duth Haawodah" und „Hapoel Hazair", die in ihr ausschlaggebend sind, keineswegs auf ihre eigenen Beschlüsse Acht legen und sie um der schnöden Politik willen Vorrat an der Arbeiterklasse zu üben und jeden Versuch revolutionären. Tuns z u e rs t i o k o n, stets zu ändern bereit sind. Sie bewies in nicht mißzuversfcehonder Weise, daß diese Leute ihr „Soll und Haben" nur auf einen Posten setzen, — auf die Sa mraclbttchsc der zionistischen. Philantropio. Anstalt die Lage der Arbeiterklasse durch selbständige proletarische Aktionen auf gewerkschaftlichem und wirtschaftlichen' Gebiet zu vorbessern, befaßte sich die Organisation mit der Durchführung der zionistischen Politik. 1 m N ». - mon der A r b o i t o r s o h a f i störte sie die einzelnen noch fortbestehenden KlassenorganisatiQiien, die mit soviel Mühe aufgebaut wurden, um mit a 11 o n M i 11 e 1 n die Vereinigung der jüdischen n a tl der arabischen Arbeiter zu A-eihindern. Die Bildungsarbeit faßte sio einzig in dum Sinne auf, in jeglicher Weise die j ü d i s c ho S p r a e h o /. u u n;t o r cl r ü c k e n und die Hegemonie der hebräischen auf zurichten. Die folgenden Tatsachen werden wohl am besten die wahre Eigenart des Verbandes und die jetzige Lago in Palästina feststellen: 1. Das „Informations- und Emigrationsb'ureau d« Verbandes", welches dazu bestimmt war, den Interessen der einzelnen Gewerkschaften zu dienen, bekämpfte von' Beginn ab de i Grundsatz unserer Vertreter, daß die Arbeitsvermittlung und -Verteilung unter der Aufsicht und mit der Zustimmvng der Gewerkschaft orfolgen solle. Er beschloß, bei der A 'beitsvermittlung dio gewerkschaftlich organisierten Arbeiter vollständig zu ignorieren und provozierte somit in sehr durchsichtiger Weise einen scharfen Konflikt mit (Ion lv lasse agewerkschaften, die darin mit Recht den Versuch erkannte i, eine gosunde Tätigkeit der Gewerkschaften zxi untergrab >en. Anstatt für bessere Arbeitsbedingungen und Lohnerhöhungen zu kämpfen, entblödete sieb, das obenerwähnte Burear. nicht, mit System und Methode auf die Herabdrüoking' der Löhne und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen lünzuarbeiton, — „im vollen Einverständnis mit den „Baumeistern dos jüdischen Heimes", den zionistischen Kapitalsten und der englischen Regierung. (Auf der gemeinsa.neu' Sitzung des Büros mit der Exekutive des Verbandet, den 24 Schewat zum Beschlüsse erhoben.)] Das Bureau kämpft für „jü'disohe Arbeil" in der Art und V eise, daß es den Lebensstandard des jüdischen Arbeiters zi' dem des arabischen herunterdrückt und somit den unsinn gen nationalen Wettbewerb zwischen Proletariern auf Kosten ihrer zielbewußten Verelendung betreibt. So hatte es letztens zusammen mit der Kommission für gesellschaftliche Arbeit und mit dem „Waad-Hazirim" — Kohlenladunga-Arbeiten im Hafen zu Haifa-zu solch sehmählichen Bedingungen ül ernlommen, daß die arabischen Arbeiter sogar darauf nicht eingehen wollten. (Akkordarbeit 7 Piaster die Tonne, während die Araber 12 Piastor fordorten.) Es ist erwahwähnej iswert, daß man zu diesem Zwecke Arbeiter von den OhaussBebauten bezog, um bloß die Araber von ihrem Arbeitsplätze zu verdrängen!! 2. Die „Kommission für gesellschaftliche Arbeit" im Verbände kooptierte gegen den ausdrücklichen Beschluß der „Moaz;." (des Rates) der Organisation einen Vertreter de:« „Waad Hazirim" mit Sitz- und Stimmrecht; dieser wird im N" a m < n' d e s P r o i <■ t a r i a t s bei der englischen Regu- (Denkschrill dar M. P. S. E. Palästinas) riing vorstellig, um mit ihr Arbeitsverträge abzuschließen -~ diese Verträge werden so „günstig" für die Arbeiter.~ehalt formuliert, daß auf allen Chausseen der Lebenserwerb der Arbeiter nicht einmal zur Stillung ihres Hungers ausreicht. Dabei feJilto es der Kommission nicht an der Unverschämtheit und Rücksichtslosigkeit, 40 Prozent Steuerertrag für Administrationskosten zu beheben und als Aufseher bei der Arbeit solche Leute zu bestimmen, die als Ausnützer tuut Blutsauger hier allerorten im Verrüfe sind. 3. Tn' der „Moaza" (im Vorbandsrate) wurde unser Antrag,' eine besondere G o w e r k s e h a f fc s k o m m i s - s i o n zum Ausbau der gewerkschaftlichen Organisation einzuhetzen, strikte abgelehnt. Die hiezu vorgebrachten Gründe waron: Erstens sei in Palästina kein Boden luv eine umfassende gewerkschaftliche Tätigkeit gegeben. fehle. — Gott seis geklagt, — an dem Klassenfeinde.) Zweitens könne ein Streik das nationale Heim'- gefährden. Somit dürfe man der Gewerkschaftskommission nicht die Biaufsichtigung der Arbeit überlassen, sie aber mit umsomehr Recht der Exekutive anvertrauen. Diese enttäuschte auch keineswegs die auf sie gelegten Hoffnuiigen. Zunäeh r, bezeigte sie zwar geringe Tatenlust; als aber in Jaffa die Gewerkschaften auf unsere Veranlassung hin die Initiative cigrlffen. ernannte sie selbst eine -- Ge\verkschaftskomu;;>- sion. Die Aufgabe dieser Körperschaft ward verständliche;- Weise. -- die Klasse.norganisatiouen zu zerstören , und an ihrer Stelle gelbe chauvinistische Vereine zu gründen. die das ..nationale Heim" ei halten sollten. So wurde mit wohlbedachter List unter dem Heranziehen streikbrecherischer Elemente, die aus den bürgoilichen Jünglingen des „Heimes" und jüdischen Wrangelhciden bestehen, mit zionistischer Hilfe ein gegen die International«.- Gewerkschaft der „organisierten Land-. Chausseen rbeitcr und Tagelöhner gerichteter „Konkurrenz^-Veroin gegründet. Seine Tätigkeit spitzte sich alsbald daran! zu, einen Teil dcikulturell niedrig stehenden Sophardim durch .Bestechung dem alten Vereine abzujagen Und mit ihrer Unterstützung allen anderen organisierten Arbeitern jegliche Arbeilsübcinahme in Hafen und Stadt unmöglich m machen. So haben sie auch die Gewerkschaft der Sohneidoigosellen gespalten, die „die Frechheit besaß," keine Unternehmer in ihrer Mitte zu dulden. Sie gründeten zu diesem Zwecke einen neuen Verein von Unternehmern, Jemeniten und Spaniolen, indem sie diese gemischte Gesellschaft gegen die alte Klassenorganfsatiou aufhetzten, da „si-:. j i d i s c h sei und deshalb aufs schärfste b e k ä m p f t werden müsse. Dasselbe Mätzchen, das Klassenprinzip zu brechen,, wollten sie sich auch im Tischlervereine leisten, doc-h gelang es bisnuii nicht, da die gesamte Vereinsmitgliedschaft infolge des offene n K a mpfes des „ A 11 gern ein Qn Verbandes" gegen die jüdischo Sprache un-! das Klassenprinzip von der Schwelle ab jegliche organisatorische Verbindung mit ihm ablehnte. Auf der Konforenz der jüdischen Eisenbahner, dn kürzlich stattfand, wurde die Araberfrage als besonderer Punkt auf die Tagesordnung gesetzt. (Auf den Eisenbahnen Palästinas sind jetzt ungefähr 400 jüdische und 2000 arabische Arbeiter beschäftigt.) Doch wurde dieser Punkt ohne jegliche Diskussion wiedorum gestrichen, da die chauvinistischen Führer nicht einmal seine öffentliche Behandlung zulassen wolllen. Infolgedessen reduziert sich che Tätigkeit dieses sogenannten Vereines darauf, beim „Waad Hazirim" Almosenspenden zu erbetteln . . . Zum Schlüsse sah sich sogar die Regierung veranlaßt, diesen Verein, der um die Anerkennung ersuchte, auf den Umstand aufmerksam zu machen, daß die Mehrheit der Eisenbahner aus Arabern bestehe, und verweigerte deshalb auch die Anerkennung! Die üb'rigien Gewerkschaften des Verbandes lührcn bloß ein Dasein auf — dem Papiere und zeigen sonst keine Lebenszeichen auf. 4. Der Kampi gogon die jüdische Sprache wird in systematischer Weiso betrieben. Auf den Versammlungen dos Allgemeinen Verbandes wird kerne jüdische Rede geduldet, sogar die Ueb'ersetzuug der Anträge in die jüdische Sprach wird strengstens untersagt, obwohl die Mehrheit der Arbeiter hebräisch weder redet noish versteht. So wurde uns die Redefreiheit in Jaffa, Jerusalem, Petach-Tikwah, Kinereifi und an anderen Orten entzogen- Die „Führererklären offiziell, daß sie mit allen Kräften gegen, dio jüdischo Sprache kämpfen werden. 5. Obwohl der Verband offiziell im Namen a 11 e r Arbeiter zu reden behauptet, verfolgt er eine offene Boykottpolit,ik gegen die Mitglieder unserer Partei. Vicio unserer Genossen hungern bereits Monate lang, da sie i ufo,lg© ihrer Parteizugehörigkeit keine Arbeit bekommen können. Der Boykott gegen' uns wird mit allen Mitteln betrieben, offen worden Weisungen gegeben, unsere Genossen nicht in die leitenden Stelleu aufzunehmen und sie von jeglicher Arbeit fernzuhalten (so in Jaffa und an anderen OrtenJ. In den Arbeiterklubs werden alle politischen Parteien auße'r uns zu den öffentlichen Diskussionen zugelassen (wio es in Haifa, Hincreth, Petach-Tikwah, Jerusalem, Gd'ar-Awodah, Sichron Jakob usw. der Fall war). Oft gipfelt die methodische Hetze gegen* uns in Massakrierungen unserer Genossen. 6. Die antiproletarische, reaktionäre Eigenart dc:-s Vetbahdes wird am schärfsten durch die Tatsache gekennzeichnet, daß sein Arbeitsbüro sich mit der „heiligen Aktion-1 abgibt, jüdische Pioniere nach Aegypten zu schicken, um sio dort zu „gelernten" Gendarmen und Wachleuten abzurichten. Dasselbe wird auch hier bereits mit Erfolg betrieben- 7. Letztens brach der Verband in der unverschämtesten Art und Weise dio Beschlüsse der Haifer-Konferonz Er veröffentlichte einen Aufruf au alle jüdischen Arbeiter, den Waad Halumi (Nationalrat) durch eine besondere Steuerabgabo zu unterstützen. An vielen Ortej« zwang man dio Arbeiter gegen ihren Willen, diese Stoucr für eine bt'agerliche Institution abzuführen, die in der Hauptsache bin:, das Werkzeug der zionistischen Reaktion ist. Der Aufru wurde von der Exekutive verölfentlicht, obwohl diese s hr wohl wußte, daß wir gegen die „Gründungsversaramlun;:: und ihren ,yNationalrat" sind. Wir forderten die Zurückziehung des Aufrufes, — doch es wurde uns verweigert. Wir bestanden auf die Einberufung des „Verb'ands-Raie um dort festzustellen, ob die sozialverräterischen Partei...! die gewerkschaftlich-wirtschaftliche Organisation in eine gelbe politische Partei verwandeln1 wollen. Doch die Exekutive lehnte auch diese Forderung ab. Geduldig warteten, wir die ordentliche Tagi/ag der Moaza ab. Doch wird sie absichtlich von Tag zu Tag verschoben, 8. Da wir keine Verantwortung mehr für eine Organisation tragen wollen, die anstatt gewerkschaftlicher und genossenschaftlicher Tätigkeit sich mit bürgerlich-zionistischer Politik befaßt und hiedurch ganz und gar in eine gelb« Streikrecherpartei verwandelt wird, die stets die Arbeiterinteressen verrät und sie der Bourgeoisie ausliefert, — halfen wir durch ein Pavteireferendum beschlossen, aus dem Allgemeinen Arbeiterverbando auszutreten und auf allen Gebieten selbständige proletarische Arbeit zu leisten- Wir gehöre!! nicht mehr dieser Organisation an und sie hat somit kein Recht mehr, im Namon der ganzen Arbeiterschaft Palästinas zu sprechen. 9. Jetzt feiert hier die jüdische Bourgeoisie bereits ihre Orgien, sie will Palästina in das Land des weißen Schreckens verwandeln, gerade so wie in Horthy-Ungarn beginnt sio den Kampf gegen alle proletarischen Klassenkämpfe!' und besonders gegen diejenigen, welche die Idee des Kommunismus zu verbreiten wagen. Unsere Partei-Institutionen werden von der jüdischen Bourgeoisie unverhohlen der Regierung als kommunistische denunziert, unverhohlen auch worden unsere Genossen von den Arbeitgebern entlassen, -- aus dem Grund bloß, weil sie unserer Partei angehören. (Die Kolonisten in Petach-Tikwa laufen sich bei allen Regierungsstellen die Füße wund, um dort die Schiit-.^- sung unseres Klubs durchzusetzen.),;Letztens werden auch von den Schülern des hebräischen Gymnasiums in Tel- Awiw. die von ihren Lehrern aufgehetzt, wurden, Ueberfalie auf unseren Bovuchow-Klub in Jaffa gemacht, — in den Verfolgungen nehmen bekannte Führer der Achduth Haawodah regen' Anteil. Die Angreifer, mit Gummiknütteln und K:-e..stocken i-ewa?net, ptov.-vie-teu v» Sch!agercvm; sie sind hiebei der Hilfe der Polizei, die die erste beste Gelegenheit abwartet, unseren Klub zu schließen, sicher. Der Gouverneur von Jaffa ließ uns offiziell mitteilen, daß dio jüdische Bourgeoisie nicht zwar der jüdischen Sprache, wohl aber unserer kommunistischen Umtriebe wegen, die auf die Störung des Burgfriedens abzielen, die Schließung des Arbeite rheimes verlangen. — Ueberall wird von den hiesigen Lehrern, den ..Stützen der Gesellschaft" eine schmutzige Agitation gegen uns betrieben, die Schulkinder werden darüber ..unterrichtet", daß wir jene Bolschewiki seien, die in Rußland Pogrome veranstalten, auch hätten wir hier denselben Zweck im Auge.t (Die Reden, von Mosonson und Mctinan-Kahan, offizieller Vertreter der Achduth, Haawodah. 10. Die jüdische sozialistische Jugendorganisation, die unter dem Einflüsse unserer Partei steht, wird von den Lehrern zusammen mit der Aehclufch Haawodah aufs heftigste bekämpft. Sie klären die spa.niolische Jugend darüber auf, daß die Führer der sozialistischen Jugend bezahlte Agonls von Lenin seien- Als dio Lehrer erfuhren, daß ein Teil der Schüler des Gymnasiums unserer Jugendorganisation Sympathie entgegenbringt, wandten sie sofort alio Mittel auf, die „Rebellen" von dort zu vertreiben. Man rief alle Schüler zusammen und erklärte ihnen, daß»_wer auch die geringste Verbindung mit uns aufrecht erhalten ,werde, sofort erbarmungslos relegiert werde. Dio Lehrer führten' zugleich eine Enquete bei alleit Schülern bis 7—8 Jahren einschließlich (!);jüber die — Sprachenfrago durch. Als eine Schülerin, Suiamith Gornstein, antwortete, daß sie für beide Sprachon, für hebräisch und jüdisch sei, trieb man sio ohne weitere Umstände aus dem Gymnasium. Die Schulkinder worden bedroht, aus den Schulen relegiert zu werclon, wenn ihre Eltern den Borochowkiub besuchen oder jüdisch sprechon werden. — Bei der Jugend wird eine hämische Agitation; gegen uns betrieben. Man solle uns mit Massakres bekämpfen und aus dem Lande fortjagen. Genossen! Jüdische Arbeiter der ganzen Welt! Einen schweren britischen Augenblick durchlebt jetzt die revolutionäre jüdische Arbeiterscaaft Paläslinas! Von Feinden umringt, von der jüdischen Bourgeoisie, die nier ihr wahres reaktionäres Antlitz zur Schau trägt, und von ihren Lakaien, den sozialverräterischen Organisationen Achduth Haawodah und Hapoel Hazair aufs heftigste verfolgt, — in der verpesteten Luft der jüdischen „Ochrana" muri hier das revolutionäre jüdische Proletariat seinen, heldenmütigen, übermenschlichen Kampf für seine. Existenz und Entwicklung austragen- Wir, der kleine Vortrupp der zukünftigen großen sozialen Armee des Ostens, ließen keinen Augenblick unsere rote .Kampffahne sinken- Wir verstehen wohl, dap, ein sozialistisches Palästina nicht durch Verrat an den eigenem Interessen und don des fremd'nationalen Proletariats sowie durch die feile Hingabe an die Bourgeoisie und den räuberischen Imperialismus aufgebaut werden kann. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß nur durch die Zuspitzung der Klassengegensätze zwischen Arbeit und Kapital, nur durch die gegenseitige Annäherung und Vereinigung jüdischer und arabischer Arbeiter, durch die Gründung eigener proletarischer Gewerkschafts- und Wirtschaf tsverbändo und schließlich durch dio Verschmelzung der jüdischen und arabischen Arbeiterklasse mit der internationalen revolutionären Arbeiterbewegung das historische Unrecht wieder gut gemacht werden kann, das an einem ganzen Volke durch dio feudale und kapitalistische Weltordnung verü'bt wurde- Trotz der stickigen, gewitterschwülen' Atmosphäre, da alles gegen uns sich verbündet, allen nahenden Gefahren! zum Trotz», beharren wir im festen Glauben an dio Macht des Proletariats und der sozialen Revolution, die allen bürgerlir'h-kapitalist schon Schmutz fortfegen wird; Begeisterung und Mut aus der großen. Revolution dos russischen Proleuriat.s schöpfend, gehen wir mit vollem Bewußtsein unserer Verantwortung aiu die große uns liier bevorstehende Arbeit heran. Wir wollen zunächst hier, wie es in allen Ländern der Fall ist, eine gesunde gewerkschaftliche Klassenbewegung schaffen, die keinen .Unterschied zwischen einer Nation und der anderen macht und keinen Rassenhaß und nationale Isolierung predigt. — Eine Bewegung, die den Kampf gegen das Kapital aufnimmt und sich nicht Von sozial-chauvinistischen Losungen berauschen läßt. Wir wollen unsere eigenen proletarischen genossenschaftlichen Kolonisationsiustitufionen gründen- Sie sollen nicht von der Philantropio der /Sionisten abhängig sein und sich nicht von den Aimoseubrocken unserer Klassenfeinde ernähren. Wir wollen das jüdische Proletariat aus dem opportunistisch-chauvinistischen Sumpf, in das es hier gegen seinen Willen von seinen es aujf die moralische Höhe zu erheben, daß es der Vorführern" hineingezerrt wurde, wieder hinausschleppen, um trupp der sozialen und nationalen Befreiung des Oslons werde.