Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 10 (26.3.1921)
- Date
- 1921-03-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2827798-2827799-2827807--489-2828578- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
SÄTE 4 der Ententekapitalisten kommen. Pas heißt' »ldo, Houtsohösterreich, das slaftlsroehtli.'.h und politisch seil zweieinhalb Jahren nicht mehr als eine Kolonie ist, in der die Offiziere der fönten^ nach eigenem Gutdünken schaHen und walten, soll nunmehr auch wirtschaftlich zur otij'opBisoheVi Kolonie dm- Kninntekapitalisten. unrden. So bringt die schwyrzgelbe ö.stoneicbJsohe Ko - srierning aus London unserem Volke die vollständige wijtsohjill'if he Vnr.sklflnj.npf heim. Die rechten Poale Zion auf der Wiener Konferenz. Vor allem: W * n haben di« rechten PoaJe.Zlonj.sleu .•'.»» \\'h>\\ vertreten?, Locker spekuiierro auf die t'oilstHndige Unwissenhoi* aller in Wien versammelten Parteien in de« Prägen der jüdischen Arbeiterbewegung, wenn er den Mut aufbrächte, zu behaupten: .,dio jüdischen Arbeiter der ganzen. Welt war*:» im rechten Weltverband organisiert." Es *oll hier daher d*e erstaunliche Ueberhebung der rechten Poale ♦ Zion ri* solche gestempelt werden. Ucbrigens sciieinen die Parteien der Wiener Konteren'/ einander ebenso brüderlich belogen, wie es die rechten Poale-Zion getan habon. Denn wenn Pistluer behauptet, der Vertreter des r i.i m ä n i s c h e n und Abramovicz der Vertreter des russischen Proletariats zu sein, so .stehen sie ebenso nah« der Wahrheit wie Loo.fcev- Bs ist daher notwendig, sowold der jüdischen alauch der nichtjüdischen Arbeiterschaft an Hand der Tatsachen anschaulich zu machen, daß erstens der Welt verband, indem die revolutionären jüdischen Proletarier aller Lander organisier! sind, aar Wiener Konferenz nicht gegangen ist, itnrt zweiten^- daß der sich anmaßend nennende Weltverband der rech> ten Poale-Zion aus Elementen und Gruppen zusammengesetzt ist, die zu Pi.sfinor. Grigoroviei und Benaudol sehr am passen- In der Tat,, die rechten Poale-Zion.. haben in Wien vor itllem die Amerikaner-Partei vertreten- Nim ist es kein Geheimnis, daß diese Partei aus jüdischen Kleinbürgern, Hausierern und soJtialgesinnten. nidikaldenkenden Zionisten besteht. Diese Partei, in deren Keinen der Sozialdemokrat Borochow keinen Platz hatte; die Partei, deren geistiger Füluw Syrkin für den Klassenkampf der jüdischen. Proletarier nichts als Spott und Hohn übrig hat; die Partei, deren offizielles tägliches Organ die Anwesenheit des Lord Botschiid in Newyork ohne ein Wort der Kritik mit den sensationellsten Lettern feiert, war durch . . . manche sagen Kaplansky und Zar, nach einer anderen Version durch Sokal — armer Sokal — und Zar vertreten. Die amerikanische Partei 'm\ jüdische Legionen für die englische Armee angeworben und zum Kampfe gegen die Türkei für die militärische Eroberung Palästinas organisiert. Damit die Welt sich eine Vorstellung über die Größe und wahre Macht dieser Partei Wide, sei es hier festgestellt: Die Amerikaner-Partei zahlt einige hundert Leute] (Kleinbürger, Hausierer \ind nationale "Intelligenz)- Die marxistische Arbeitevopposiüon, die altfc schon vor dem Kriege Vinter Borochow iu dem „Sozialdemokratischen Propaganda-Komitee" organisierte, ist nach der V. Weltkonferenz aus der Partei ausgetreten, hat die revolu- / tionäre PoalerZion-Partei begründet und sieb dem linken Weltverbande angeschlossen. Locker und Rubaschovr haben die Palästina-Partei vertreten- Nicht die Poale-Zion-Partei, denn diese vrar am II. Kongreß der III. Internationale vertreten; sie führt einen energischen Kampf sowohl gegen die von den Zionisten und rechten Poale-Zionisten .so willkommen geheißene englische Okkupation Palästinas, als auch gegen die zionistische Organisation; die Poale-Zion-Partei Palästinas hat am 7. November zu Ehren der russischen Revolution den Generalstreik proklamiert und Straßendemonstrationen durchgeführt, sie kann daher nichts mit den in Wien zum Kampfe gegen die kommKnisttwh« Internationale versammelte» Parteien gemein haben. Die rechten Poale-Zion haben in Wien die „Achduth Haawodah" („Solidarität der Arbeit")„vortreten das ist diejenige Arbeiterorganisation .Palästinas, die aus ausgesprochen >• nationalsozialistischen Elementen besteht. Die Partei hilft aktiv dem zionistischen Bürgertum in der Schule, :n der Presse, in Versammlungen die Sprache des jüdische;i Volkes brutal zu unterdrücken und die Sprache ..unserer- Väter, das den jüdischen Massen unverbindliche Hebräisch aufzurichten; die Partei, die an die Tradition der Amcrikaner-Poale-Zian anknüpfend, die Macht der Arbeiter-Organisation Palästinas dazu benützt, um jüdische Proietarier zu guten englischen G e n s d a r ,n e n abzurichten. Dies nicht etwa im übertragenen, sondern im buchstäblichen Sinne des Wortes. Die „A t hd u t h H a a w o d a h" schickt jüdische Proletarier nach Aegypten, damit diese den G o n - darmenkurs nach englischem Muster machen. Die, Partei, die in der sogenannten konstituierenden Nationalversammlung „Assiphat Hanivohorinr' für eine DegrUßungsadresse an die englische Regierung und an Lord Rothschild stimte. Wohl gab sich Locker in der Mandatsprttiunjgskommission als Gogner einer Koalitionsregierung die „Achduth Haawodah" jedoch, die er auf der Wiener Konferenz vertrat, hat sich nicht bloß dazu hergegeben, einen Minister in ein bürgerliches Kabinett zu entsenden, sondern hat einen ihrer Führer — Ben Zwi ~ > In den von dem englischen Oberkommissär mannten „Regierungsrat" en,tsendet. Die „Achduth Haawodah ", in deren Namen Locker den ilütli- Schwur auf internationale Solidarität ablegte, hat in Palästina gegen die Schaffung einer internationalen geweikachaftlichen Arbeiterorganisation, in der jüdische und arabische Arbeiter organisiert waren, gekämpft. Noch mehr: „Achduth Haawodah" hat auf dem im November 1920 stattgehabten Kongreß der gesamten jüdischen Arbeiterschaft Palästinas, gemeinsam mit der gelben zionistischen Arbeiterorganisation „Hapoei Hazoirden Antrag der Poale - Zion- Kommunisten, dahin lautend: die G e w e r k a c h a i t e u sind! Klassenkampf Organisationen, abga - lehnt. Unsere kommunistischen Genossen werden von diesen beiden Parteien ökonomisch boykottiert und politisch verfolgt. Zur Charakteristik dieser national-chauvinistischen Partei sei noch zum Schluß folgender Fall erwähnt. Als im Herbst 1920 di* sogenannte jüdisehe Nationalversammlung (Asiphat HauilsV/orim) Jin Palästina zusammengetreren war. gab der Vertreter der Achduth Haawodah eine Erklärung folgendei* Inhaltes ab: Nicht zu kämpfen, sondern zu arbeiten kamen wir aieher; die bürgerlichen Parteien ersehnten den Kampi. wir t\\er streckten unsere Hand zum Frieden ans. euere trtboke Ja, um nicht ungerecht zu sein, außer diesen beiden Parteien vertrat der rechte, PoafcrZion-Verband noch die englische Poale-Zion-Partei, eme Perle in der Krone de* Verbandes, ihr geistiger Führer und Vertreter auf der V» Weltkouforenz erschien an der Seite seiner mit Perlen und Edelsteinen behangenen Gattin, und predigte offen und „ehrlichi! die Rückkehr zw II. Internationale. Von den Taten dieser Partei ist eben -lio-ht viel zu erzählen, da sie außer der Einsammlung der bürgerlich-zionistischen Schekelbeitraje nichts, aber schon gar nichts tut. So steht es mit der Frage der Legitimität. Die rußländischen, tUcraUüschen. polnischen und rumänischen Poale-Zion-Parteien stehen in den Beinen de« unken Weltverbandes und kämpfen unermüdlich für die »Losungen und Aulgaben, der III. Internationale- Wohl hat der rechte Verband es versuch», durch seine mit den Einreise* visen der hiesigen polnischen Gesandtschaft. versehenen De« legierten, ia Polen unsere Partei wt spalten. Allein die edlen Abgesandte« kehrten unverrichteter IMnge zurück; fdo mußten sich damit begnügen, Teile der tuizufriedenen zionistischen Jugend, als 'Anhänger de« rechton Verbandes zu registrieren. An der Spitze ihrer Anhänger in Polen t-teht dtr Verräter der jüdischen Arbeitersache Dr. Schipper, der, da er für den Rigaer Frieden für die reaktionäre Agrarreform im polnischen Landtage gestimmt hatte, und da fsr eigenmächtig au der polnisch-jüdischen „Verständigung teilnahm, aus der polnischen Poale-Zion ausgeschlossen wurde. Wir sehen also: die poaie-jdonistischen Parteien der jüdibciian Arbeiterzentren das Ostens, die revolutionären Poale - Zion Amerikas und Palästina waren auf der Wiener Konfeienz nicht vertreten. Sie haben vielmehr anläßlich der Wiener Konferenz in ihrer Parteipresse und in Massenversammiungen überall deutlich zum Ausdruck gebracht, daß sie den Versuch, eine internationale. Arbeitsgemeinschaft gegen Moskau zu schaffen, entschieden verurteilen und di« jüdischen Proletarier aufgerufen, sich an diesem Versuch» nicht zu beteiligen. Aui der Wiener Koniorenz waren die wenigen Poate- Zion vertreten, die den Boden devS Klassenkampfes verlassen haben, die internationale Idee täglich von neuem verraten und in ..brüderlicher •' Arbeit mit den bürgerlichen Zionisten einen hebräischen Vasallstaat unter englischer Oberherrschaft schaffen wollen. Die rechten Poale-Zion gehören wahrlich ins die Wiener Konferenz, nur ist ea nicht wahr, daß d e rechten Po-;de-Zion die jüdischen Proletarier aller Länder vertreten. Diese kämpfen, im linken Woltverband organisiert, in allen Ländern an der Seite der kommunistischen Landesparteien-, IL Und nun: Wie hab*en die rechten Poale-Zion die jüdischen Proletarier aui der Wiener Konforenz vertreten. Hatten sie genug des traurigen Mulee, sich bei ihren Proteges, den nichtsahnenden Engländern als di» Vertreter der jüdischen Proletarier aller Länder auszugeben, so waren sie feige genug, über die Bedürfnisse und kardinalen Lebensnotwondigkeiten der jüdischen Arbeiterschaft zu schweigen. Ja, noch mehr. Aui der Wiener Konferenz geschah evi zum ersten Male, daß ein Poale-Zionisfc sich nennender Nationalsozialist, die Nationalsozialisten Pclens ~- die P. P, b. — von ihrer blutigen Schuld an den Pogromen vor aller Welt reingewaschen hat. Alan lese und präge sich doch tief ins Gedächtnis, di« „mutigen" Worte eines jüdischen Arbeitervertretera : „Diese Pogrome wurden in erster Linie auch in i'oien von der sogenannte« sozialisi*sohen Partei nicht mit genügender Schärfe bekämpft." Daszynski ist somit reingewaschen, er hat — so vvjvsieherk uns Locker — gegen die Pogrome gekiimpl t. nur nicht mit genügender Schärfe; darüber ließe sich ja reden- Locker hat dem DaBzynski ein „internationales-' Sittonaseugnia ausgestellt- Kr mußte es. Dentf sein Freund Dr. Schipper arbeitet, gemeinsam mit Daszynaki an . . . der polnisch-jüdischen „Verständigung"» Aber wozu in die Forne schweifen. In Wien werden lägüch hunderte jüdische Proletarier von ihrer Arbeit weggerissen ivnd zur Abreise nach Polen gezwungen. Locker weiß es. Kr weiß auch, daß diese Ausweisungen im Namen des Wienier Bürgermeisters, der die Wiener Koniewnü „auis herzlichste begrüßt/' hatte, vollzogen werden. Er weiß auch, daß diese, arbeiterfeindliche Politik vom Wiener sozialdemokratischen Gemeinderate gemacht wird und er . . . schweigt. Umso lauter klagt er über die Unterdrückung der Deutscfioöhmen durch die Tü*chc - chen .... Die. österreichische Sozialdemokratie, dje ü-astgeberin. der Wiener Konforenz, hat die Arbeiterparteien anderer Länder zur Begründung einer internationalen ArbeitagemiUnschaft nach Wien eingeladen. Die einzige und beste Gelegenheit für die Vortreter des jüdischen Proletariats aufzustehen und laut und vernehmlich zu fordern: die österreichische Sozialdemokratie möge doch vor allem international« Solidarität in ihrem eigenen Lande betätigen und so den Beweis erbringen, daß es ihr um eine internationale Arbeitsgemeinschaft auch ernstlich zu {im sei. Locker schweigt feige über das Unrecht1 das die Wiener Sozialdemokraten an den von ihm vertretenen jüdischen Proletariern tagtäglich üben, dafür aber schreit er umso lauter über das Unrecht - oh, Himmel! — dos di« Bolschewik! dadurch begehen, indem sie sich mit Bnver Pascha gegen Lloyd George „verbinden". Wie es scheint, hat der große Regiemeister Adler den rechten Poale-Zionisten deutlich gemacht, daß die Wiener Konferenz zusammengetreten sei, um einheitliche Resolutionen zu Iaoben und da darf die Einheit nicht geirübt werden', am allerwenigsten wegen Ausweisungen jüdischer Arbeiter. Wohl durfte Rubaschow folgenden Satz in eine solche einheitliche Resolution einfügen; sie lauset — hört jüdische Arbeiter und! jubelt: „Die nationalen Minderheiten werden nach wie vi.iihrer bürgerlichen und nationalen Rechte beraubt-" Der Kongreß hat diesen Zusatz angenommen. „Der Kommissionsberichterstatter Waihead erwähnte in seinem Bericht an die Konferenz, daß der Zusatz von dem Vertreter der Poale-Zion herrühre, und daß er beispielweise für Irland und die Juden von Bedeutung sei.i; Rubaschow h onlockt: Es ist gelungen» Was den rechten Poale-Zion aber nicht gelungen i«,t. und was sie feige und verräterisch gar nicht einmal versuchten, ist im Namen der intei nationalen Solidarität bei ihren Wiener sozialdemokratisch*!! Genossen zu erzwingen, daß sie die jüdischen Proletarier aus Wien nicht mehr ausweisen. Denn hier hätten Locker und Genossen ein Lebensinteresse hunderter und lausender Proletarier zu vertreten und hier könnten di« österreichischen Sozialdemokraten auch nicht die christlichsoziale Regierung als Ausweisuagsbehörde vorspiegeln. Denn die Ausweisungen werden, wie wir es wiederholt dokumentarisch bewiesen, und wie »a auch „verfaesuagrfgtmaß" geschieht, durch den Wiener Bürgermeister i0 seiner Mgensehaft als Landeshauptmann vollzogen. So haben di« J^Ml Genossen, Freundet Der Kampf unserer Partei für die Revolutlonlerunf des Proletariates hat schwere Opfer gefordert. Manche unserer besten Genossen schmachten monatelang, von schweren Strafen, ja vom Tode bedroht, in den Krallen der polnischen Jnstizbestie. Wenn wir ihnen auch nicht die ersehnte Freiheit bringen können, so sind wir verpflichtet, Ihre Leiden zu mildern. Unsere bisherigen Anstrengungen vermochten den ganz außerordentlichen Erfordernissen des Inhaftiertenfonds nur In einem geringen Maße gerecht zu werden. Die Parteileitung hat daher beschlossen, unsere Genossen und Freunde aufzurufen und ihnen die Pflicht aufzuerlegen dem In haftie rtenf onds nach Kräften einen gtößeren Betrag, mindestens aber den Verdienst eines Tages zuzuwenden. Genossen und Fteundel Die Erfordernisse des Inhaftiertenfonds sind in den letzten Tagen außerordentlich gestiegen. Wir erwarten, daß Ihr uns helfet, ihnen in vollem Maße gerecht au wer. dea, fährt sofort die Beitrüge an das Partei- Sekretariat abl DIE PARTßlLEITU NO . rechten Poale-Zion die jüdischen Arbeiterinteresaen auf einer internationalen Konferenz ,,vertreten*• War also Locker zu feige, die Gastgeber der Konferenz des Ihrerseits den jüdischen Proletariern zugefügten Unrechtes anzuklagen, so holte er sich doch seinen Slrartft In einem ebenso komischen wie haßerfüllten kleinbürgerlichen Gejammer gegen die Sowjetrepublik und die III. Internationale, In dieser Beziehung glaubte er In seiner Eigenschaft als Vertreter des jüdischen Proletariats all« auf dts* sem Kongreß ertönten Haßgesänge übertönen au müssen- Zu nahe saß Friedrich Adler, als daß er den Mut aufgebracht hätte, gegen ihn nur ein Wort, des Tadels zu wa^en, zu weit war Lenin und so durfte sich Locker erlaubt m, über ihn nach H o r a e n s 1 u s t. wie ein j ü d i ß c h? f Hausierer su schimpfen. Und welch schwerer Sünden zeiht Locker den LcnuiV Da.» rechte Verbandsbüro-(dessen Wortführer er ist) ( das .seinerzeit Wilson als Apostel der Gerechtigkeit telegraphisv "n begrüßte, das französische Militär xur Intervention ge-i-^u die polnischen Pogrome aufrief, klagt Lenin des ...... Oppjartunlsmus an- Die rechten Poale-Zion. die gemeins-iiiu mit. *den finsteren hebräistischon Mächten der jüdischen Bot;jgeoisie und unter Patronanz des Oberhaupte* der WeHr'v:V:- lion — Lloyd George — ein „sozialistisches Palästina"'' 4rübauen wollen, entrüsten sich darüber, daß die Moskau;-y Regierung in ihrem Kampfe gegen eben diesen Lloyd George die nationalistischen Bewegungen in den1 Kolonien unterstützt. Wahrlich, man wäre versucht, die läch»rii';h« Ritterlichkeit, dieser bluuwoißen Maulhelden mH dem ihr btthrenden Namen zu 'bezeichnen. III. Und nun der Zionismus. Man sollte glauben, der „Vertreter■' Palästinas werde nachdem er die Interessen der jüdischen Proletarier T3uu>- paa verraten hat. wenigstens diejenigen Palästina» mannhafter vertreten; man sollte meinen« er werde die Trlbün« der Konferenz dazu benützen, die englischen und franjsö^- sehen Genossen darauf aufmerksam zu machen, daß di« Okkupation Palästinas durch englisches und französisches Militär der Einwanderung großer jüdischer Massen hinderlich, dem ,.sozialistischen Aufbau" störend und dem lried* liehen Zusammenleben beider Völker -•• Araber und Judr-n — geradezu verhä :.ngnisvoll werde. Man sollte glauben, <:v werde laut gegen die von den englischen Behörden veranstalteten Judenpogrome protestieren. Man sollte erwarten, er werde die englischen und französischen Genossen au:- fordern,, die revolutionäre Arbeiterschaft Palästinasünihr..:n Kampfe gegen die englische Okkupation zu untersti'itzen. Man durfte annehmen, er werde gegen die Verhaftung mehrerer poalezionistischer Genossen, gegen die Unterdrückung der Arbeiterpresse (selbst, das Organ der Achduth HaawodaJt „Kuntress" wurde letzthin verboten) zu protestieren' vertstiehen. Nichts von aUedem. Locker schimpft gegen Mösle« :r und damit ist sein Können Bride. Geradezu grotesk wirkt die Ali, in der Locker de» Herren Unabhängigen seinen Zionismus mundgerecht machen will. Er legt nicht dem Kongresse eine Besolution v<v — deren Annahme ja zu nichts verpflichtet — die klar und deutlich sich darüber ausspricht, daß Palästina den waudejnu'en jüdischen Proletariern zur Gründung einer soislulisüechen Arbeitsge>seUsehafi zugesprochen werde, sondern er schimpft über Moskau. Die Wiener Konferenz »sollt Locker Beifall. Nicht etwa dem Zionismus' ' «ondern dem Haßgesang gegen die Bolschewik 1, Also verstand es. Locker, die Sympathien Ledebout und Longuetg für seinen Zionismus zu gewinnen. Und so hat die Wiener Konferenz den Lockerschea Zionismus unbesehen — nicht etwa angenommen — aber auch nicht abgelehnt. Locker triumphiert'. Es i ,t, gelungen f Wir wollen den rechten Poale - Zion keineswef; ihre Freude an der Wiener Konferenz verderben. Sie dürfeu sich aufrichtig freuen. Sie, die Vertreter des jüdischen Kleinbürgertums gehören eigentlich in die Gesellschaft Huyu* man«, Branilngs und Scheidemans. Da man aber heute bei: den jüdischen Massen mit der II. Internationale nicht einmal mehr den „Schekel" einsammeln könnte, so dürfen stolz sein, mit Marxen« ßnkei an einem Tisch geseeseu zu haben. Was wir' mit diesem Aufsatze beabsichtigen, ist, dVr jüdischen und nichtjüdischen Arbeiteröfientlichkeit anschaulich zu machen, daD, alles was an jüdischen Proletariern iu der Poale-Zion-Bewegung organisiert ist, fest und entschlossen hinter der III. Internationale •■»teht. Die rechten Poale-Zion auf der Wiener Konferenz U«<- ben sich selbst zu den Vertretern des jüdischen Proletariats ernannt und haben di» Interesseu der jüdischen Arbeiteraohaft feige verraten.