Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 6 (12.2.1921)
- Date
- 1921-02-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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FREIE TRIBÜNE SBITE 3 Organisierung und DurddiUirunc di-sr-r groticn Aufgabe ermöglichen soll. Wir wanden uns deshalb an Euch mit dem Vorschlage, mit uns gemeinsam an dif? Vorbei»itun?j; ihm! Organisierung des aUweUlicUcn jüdischen .Yrbeiterkongresses heranzugehen, des proletarischen We'rfkzeu g s. dessen, Aufgabe die Ausarbeitung des Projektes und der Methoden der allgemeinen jüdischen ArbeitevselbsthiHo und die Schaffung der hiezu benötigten lastimtionen sein wird. Für die praktische und technische Vorbereitung des Kongresses schlagen wir Euch die Einberufung eint-s Organisationskomitees bis zum 1. Mai. 1921 vor. sieh aus Vertretern der unten bezeichneten Par- .teiVn und Organisationen zusammensetzen soll: 1. Jüdische Sektion der R. K. P. (Russische Kommunistische Partei.) \ 2. Komm: Bund Rußlands. X Allgem^ Jüdisch. Arbeiterbund in Polen. '4. Jüdischer Arbeiterverband Poah -Zion. i'RechivJ 5. Jüd. Sozialist. Federation in Amerika. fr. Jüd. Sektion der K. P. A'mmkti. 7. People's Relief-Amerika. 8. Amalgamate'd-Union. Amerik«. fl. Arbeiterring-Amerika.. KJ. CHoucmaker-Umon. Amerika. '11. Jüd. Sozial. Arbeite «»verband Poalo-Ziop. (Linke.)< in Erwartung einer baldigen Antwor r.-nf. so:';aI)st!Sid)om OruU» Das Verbandsbüro des Jüd. Sozial istischen Arbcil.'r- Verbandes (PoaJe-Zion.) Die nationale Frage in Sowjet- Rußland. 1. Das Spiel, und Gegenspiel der KUkw<pnni'>iu«*iu<' and der* nationalen Frage in der russisch« n Revolu Uon ist sicherlich, eines der interessantesten, und lehrreichsten Kapitel unserer historischen Tage. Dem künftigen Forscher wird die Aufgabe zufallen, die einjjelnen Tatsachen und Dokumente zu sammeln und sif in einem sozialhistorisehen Aspekte damistellon. Räterußla-nd hat in den drei Jahren seiner Kumpfantvicklung reiche Erfahrungen zur Lösung der aationalen, Frage gesammelt. Es hat seine Politik gegenüber den unterdrückten Nationen wesentlich ändert! müssen. Aber auch, diese haben in demselben Zeiiraume des schwersten Bürgerkrieges politisches Lehrgeld zahlen und ihre Beziehung zu K&tavußlund .ändern müssen... "TJie•'Paa£ttvifcat,';last Indifferenz der Rüiemarhi zum Problem dei? Nationalitaten ist das Ergebnis des gegenseitigen Mißtrauens, des gemeinsamen. Fehlers der russischen und der unterdrückten Völker. Die russi - sehe Oktoberrevolution war zu Beginn eine auf die Städte begrenzte soziale Umwälzung, die günstige ••.•strategische Position, welche das russische Proletariat infolge der historischen Entwicklung 'Rußlands in den Brennpunkten der Industrie errungen hatte, ermög - Sichte ihm, das Macht i. in Z e n t v u m d e s r u s s t - sehen Siedlungsgebietes a n sich zu reißen. Die großen Städte blieben .in den Händen der i*erolutionären Arbeiterschalt. 'Der Peripherie der vornehmste Aufgabe die Spaltung der jüdischen koui m. Parteien. Ihre Beitian durch die abgesplittertem Elemente der alten jüdischen Arbeiterparteien, die den Kommunismus nicht angenommen haben, verstärkend, verwandelt eie Ihre ehemalige freundliehe Stellung zu den einst linken;, jetzt konimunistischen Parteien des jüdischen Proletariats in eine tiefe Feindseligkeit und einen Kampf um ihr/- Auflösung. " „Es gib* und' es darf keine kommunistischen Gruppierungen gehen, die das jüdische Proletariat vor dorn. Woltßroleiariate vertreten: es gibt nur Vertreter des Kommunismus in der jüdischen Arbeiterklasse." So lautot die formulierte Ideologie eines großen Teiles de-, jüdischen Intelligenz, die sieh bereits von dem Stamm losgelöst hat; dies die Ideologie der Assimilationssucht, naeu dem treüenden Ausdruck üorochows. Als. bewußte Assimihitoren unterstützen sie zwar noch die Ursprünglich- Iteit der jüdischen Kultur — mit ihren Uebersetzungen. Sie siucl der äußertste Flügel der breiten Masse der jüdischou Tutellektuelleu mit ihrem HaAbneitsuationaUsmus in der Vu- .gienwart dös Kintagslebens. Gegen sie marschiert, nüi u<u unverkennbaren, Absicht, sich mit ihnen in eine Reihe zu -Keilen-, der ehemalige „einzige Vertreter", nicht •zwar des Kommunismus.! so doch des jüdischen i'rolelu dar«. . "Die Midisten, besonders seitdem sie mit den. „Veteinigien" zualw-r Partei zusammengeschmolzen sind, füh'.i-u tief ihren Zusammenhang mit der jüdischen Gesellschaft, und flir ernstes Bedürfnis, äußert sich in der Anerkennung der UrsprünglichkeiC der jüdischen Umgebung, Sie forderndeshalb die Anerkennung der Autonomie, mit anderen. Worten, sie haben proklamiert, daß sie ihre „Vertreter', sind. Um die.- zu erreichen, wollen sie die „Verantwortung" für die Käteregierung übernehmen. In dieser allgemeinen „Verantwortung" erblicken sie die kommunistische Wesenheit, finden sie das Motiv ihres Rechtes auf Dasein, aber dieses Programm „der Verantwortung und Anerkennung'- ist höchst gehalt- und gedankenlos. Es ist die Forderung der Unabhängigkeit der jüdischen Gesellschaft, ohne den Glauben an ihre Existenz und Notwendigkeit. Es fehlen die ideellen Impulse, es fehlt auch das Pathos im Kampfe um die Anerkennung. Und das letzte Mittel für die Befreiung vor diesem tragischen Gefühle der Leere'ist der Entschluß, sich mit, Leib und Seele der Autorität anzuvertrauen, freilieh, der Autorität der Exekutive der Komm. Internationale Dies ist der Gipfel des. Neutralismus als einer Weltanschauung, der „neutralen" Beziehung zur eigenen Exi- -3{enz. GrcnzgeiHf.ie konnte es weder seine Aufmerksamkeit, noch seine Anstrengungen zuwenden. Hier begnügte sich das großrussische Proletariat damit, die Freiheit der unterdrückten Nationen, zu verkünden, ja sogar ihr Rech» auf, die vollständige Trennung von Rußland zuzugeben. Damit sagte es sich von dem /arischen Imperialismus, von der räuberischen tvolonisidionspolitik der russischen. Großbourgeoisie los, die vom Zentrum ans in den weiten Peripheriegebie - tön mit ihrer meist bäuerlichen Bevölkerung betrieben wurde. Hoch dachte es nicht daran, die nationale Frage zu lösen, seine Bemühungen gingen bloß dahin, die nationale Unterdrückung, abzustellen. Die Bolselieiviki brachten mit sich keine positiven Thesen in den nationalen Problemenkomplox und glaubten durch ihr „Verbot" allein, diesen aus der Welt zu schalten. Die Oktoberrevolution, deren Postulat einzig und allein der Klassenkampf war. d i e B e l r, e i tt n g d e r p r o l e t a r isch.en K lasse als solcher, hatte, auf die nationalen Momente wenig Acht gelegt.. Vor. tföfem Haft gegen den völkischen, russischen „Patriotismus" erFaütf der ihnen ganz fremd war, mußten die Moskauer und. Petersburger Arbeiter auch jeglichen Nationalismus ü b e r h a u p t leugnen. Der Kosmopolitismus der großrussischen Arbei - tersehofl. der bekanntlich nicht bloß das richtige Gegenstück, als vielmehr d i e Folg e des chauvinisti - sehen Zentralismus der russischen.1 Großbourgeoisie ist. hat auch den größten Einfluß auf die Bolschewik! ausgeübt, welche hauptsächlich und wesentlich, die Partei der großindustriellen, und großstädtischen Ar bfcitermassen in Rußland sind. Hiezu kam noch als ausschlaggebender Faktor das rief" Mißtrauen des russischen Proletariats gegenüber dem. kulturlosen Dorfe. Die schlimmen. Erfahrungen d*u- Revolution von 1905 haben es stets an die konterrevolutionäre Rolle des Dorfes, aus welchem, das konservative TClement der zarenfreucn Truppen angeworben svurde, gemahnt. Die proletarische Revolution, die von den. Hauptslüdien ihren Ausgang nahm,, war somit aller ,natio - nalen Tendenz fremd, ja abgeneigt - im krassen Gegensatz zu der bürgerlichen Fcbruarerhobung -- aufgetreten. Sie hat sich hiedurch. in Gegensalz zu der revolutionären Bewegung im Dorfe und den f.} renzgebieten gesetzt. Ein Fehler, der den* Bolschewiki teuer zu stehen kam. Denn er hatte der Konterrevolution eine große Heeresbahn geöffnet. Es ist deshalb kein Zufall, daß sie ihren Marsch stets von der Peripherie aus gegen das Zentrum begann. Sie hatte auf den alten Gegensatz zwischen dem russischen proletarischen Zöntralgebiete und den nichtproletarischen, bäuerlichen 'Randprovinzen, besonders aber zwischen der russifiziertert Stadt und 'dem nicht russischen flachen Lande, wie in der Ukraina, dem D'ongebiete und dem Kaukasus, \ Ii i' e Karte gesetzt. Die alte Kolonisationspolitik der zarischen Regie - rang, ihre Gewalt- und Ver?olgungsmethoden haben in der'Seele der Ukrainer, der ihres Landes beraubten Baschkiren und der Kaukasusvölker tiefe Spuren hinterlassen, ebenso bei den Bewohnern der Südurai gebiete und der asiatischen Provinzen. Die russische Stadt, welche als die Trägerin des russischen Impe - rialisraus auftrat, war so natürlicherweise die Feindin de/- bäuerlichen, frerndnatiorialon Bevölkerung geworden. So blieb sie auch fremd der Revolution, die in der )• u s s i s c h e n S t a d t ausbrach, und ihr, erstes Gefühl ihr gegenüber war ein tiefes Mißtrauen. Die Bourgeoisie verstand alsbald vorzüglich, dieses Mißtrauen für ihre eigenen Zwecke auszunützen, im* unter der Verkappung und Losung der „nationalen Befreiung" ihren Klassenkampf gegen Räte - Rußland zu entfesseln. So z. B. sainmelten sieh um die „ukrainische National-Rada" (Nationalrat) alle reaktionären Faktoren, die aus GroßruBland vertrieben wurden, um zusammen mit der nationalen Bourgeoisie und dem nationalen; Großbauerntum der Ukraina die Bahn für D e n i k i n freizumachen. Diese Er - scheinung wiederholte sich in allen anderen Randgebieten des ehemaligen großrussischen Reiches. Erst a.ls die Konterrevolution ihre lokalen Schranken durchbrach und zu einer eigenen Angelegenheit der Entente wurde, hatte sie ihren „völkerbefreienden Charakter mit dem „echt-russischen" Imperialismus wiedervertauscht. Während der glorreichen Ae>a Koitschaks und Denikins! Diese notwendigen, Fehler und Mißverständnisse, die sich so zwischen dem russischen Proletariat und den unterdrückten Völkern ergaben, wurden in der Folge noch verwickelter und tragischer. Denn die russischen Arbeiter,, in ihrem schweren Ringen gegen die blutige Konterrevolution, die sich in den Schafspelz der „nationalen Befreiung" gehüllt hat, konnten kaum den) echten Kern von der falschen Schale unterschei - den und waren mit Recht über den „N a t i o n a l i smus" der Völker der Randgebiete erbittert. Dies hatte sie bloß in ihrem Glauben an den) reaktionären Charakter „an sich" jeglicher nationalen Bewegung be - stärkt. So haben sich, auch die Beziehungen, zwischen dar nationalen ukrainischen Bewegung und den Bolsche - wiken, nachdem diese die Potljura.Banden geschlagen und Kiew genommen hatten (1018), wesentlich, verschärft. Bezeichnend hierfür ist, daß der all ukrainische Kongreß der Gewerkschaften,, der um dieselbe Zeit in Charkov stattfand, sich nicht als der „ukrainische", sondern bloß als der „s ü d v u s s i s c h e K o n g r e s s" bezeichnen wollte. Seine Tongeber waren selbstverständlich die russischen BolRebm«*:»-? könnte eine große Liste der antiukraiaischeit und zeniralistischeti Verordnungen der Bolschewiki auf gestellt werden. So konnten die werktätigen Massen des ukrainischen Dorfes, wie des nichtrussischen überhaupt, kaum das Wesen des Sowjetregimes, seine Eigen a r t von den, zufälligen. Erscheinungen unterscheiden; kaum auch seine sozialen. Befreiungstendenzen hinler dtim falschen Kosmopolitismus oder Zentralismus erkennen, und so haben sie. meistens deni Bolschewismus als eine ihrer nationalen Existenz feindliche {Bewegung aufgefaßt. Aber die beiden irregeleiteten, gegeneinander aulgehetzten Brüder, der gr°ßruss^sche Arbeiter und der Bauer des juchtrussischen „Fremdvolkes",, haben beim grellenj Lichte des Bürgerkrieges einander erkannt;« der Bürgerkrieg, den. sie gegen eigenen Willen oft.gegeneinander ausgekämpft, hat sie auf den rechten Weg gewiesen. Wie. das geschah, daiÜiber das uächstemai. A. Wald. Zur Spaltung in der italienischen sozialistischen Partei, Fem diesen Schichten der jüdischen „InteUigenz* liegerr a,uf dem Trockenen, ohne Steuer und Sögel, die Wrack« der ehemaligen, mächtigen Schiffe, die durch die Wogen der Rovoludoji ziini Stränden gebraohi, die Schiü'o dos „IJundluxd der „Vereinigten:*'. Dies sind die Leute, deren alleiniger Lebenssinn in ihrer U e b e r 1 i e i e r u n g besteht. „Schiffbrüchige",' diq ihre vergangene Herrlichkeit und ihr gegenwärtiges Pech vsur Grundlage ihrer Existenz machen: „noch ist nicht alles verloren!" Solcherart it>i die neue Differenzierung der jüdischen Intelligenz m der \etxigen Uebergangsperiode der aozialeu Umwälzungen, der neuen Hctffiiunjge/* und Besorgnisse, der schweren Gefahren und der verlockenden Aussichten. Aber die neue Zeichnung ist durch das Leben auf der Srickvorlugo der jüdischen Wirklichkeit gewoben worden. Es blieben dieselben Ideologien: die Assimilation, Assimiladottssiuiht und Nationalismus der Hatoheit. lttoli ihre Formel: haben sich in der Staffage der sozialen Revolution geändert und ihre. Zentren verschoben. Aber ihre Hauptur-- sacue ist dieselbe wie in der kapitalistischen Gesellschaft geb'lie.oen' — nach Borochow: dvv stumme Antagonismus de/ vorwärtskommenden. Individualität und des paupcrisierUm Volksganzon. Auf der Bddilächo dieses ,,Aufeinanderprallen^ der Ideologien'- erscheint, die Persönlichkeit des jüdischen Kommunisten, .'••U' den der Konununismus bloß das weitere Kiuglein in der Ivette des revolutionär-nationalen Weltdenkeu» iuut WeJtgefühls inl. Für ihn: bedoutet die jüdische Umweit — kommuaxistische Umwelt, V e r a n t w ortung, — den Kampf für den kommunistischen. Umbau der ganzen Hen.ichhoit, und in erster Linie des jüdischen! GeselLschaitsgebildes selbst; Anerkennung heißt ihm der' Kampf für das historische Geschick der Gemeinschaft, das für ihn als Prognose der jüdischen und der sie umgebenden Wirklichkeit gegeben isf. Mehr als je fühlt er seinen lebendigen Zusanunenhaug mit der Persönlichkeit des Führers, der an der Grenze der neuen und alten Welten gestorben ist. „Die Stürme und Gefahren" der Epoche der sozialistischen Revolution erkennend „sich auf sie stützend", baut er die Perspektiven und [[Öffnungen Im Kampfe um die Entwicklung der jüdischen Arbeitsgesellschaft nach allen Richtungen, ( in der Gegenwart und Zukunft." 5)d *) Ii. Borochowy die andzionistisclm Konzentration. 5) B. Borochow, die antizionistische Konzentration. J. Palatnik. (Aus „Nakanunje", dem Organ der .Hui. Komm. Parteii(Poale Zion)Jn Bußland. Von Otto Kaus. Die Leser der Wiener „Arbeiterzeitung" haben: in. den. Tagen, da sich der Kongreß der italienischen Partei ▼orbereihete, und während der Verhandlungen in Livorno ein* seltsame lieberrasehun^ erlebt. ÜDie italienische Berichtererstatterin des, sozialdemokratischen Organs, die seit awei Jahren ihre Aufgabe, der internationalem, Verständigung des Proletariats zu dienen, jn dem Sinne aufgefaßt halte, dali sie als fanatischor Sendbote der II. Internationale mit bornierter Verstäudnislosigkeit und dünkelhafter Ironie den mächtigen revolutionären Kampf der italienischen ArbeiEeimassen. um ihre endgiltige Befreiung. begleitete — diese deklassierte Feindin des Programms der Woltrevolution und der Diktatur des, Proletariats, zu dem sich die italienische Partei seit dem Parteitag in. Bologna bekannte, diese griesgrämige, sophistische Kassandra von Katastrophen, die niemals eintrafen, und von, Niederlagen, die sich, im ihron eigenen Meldungen in Siege verwandelten, hatte ihr liebliches Lächeln wiedergefunden und warm« Worte der Bewunderung, des Vertrauens u|nd der kameradschaftlichen Achtung für aiie die Verführer des italienischen Proletariats, die Petischisten der Gewalt, die Opfer der Kriegspsychose, für dieselben italienischen Genossen, denen bisher ihre bitterste Kritik und ihr schärfst«« Mißtrauen gegolten hatte. Was war inzwischen geschehen, daß sie so herben. Feinden die Hand zur Versöhnung entgegenstreckte? "Hatte sie, sich entschlossen, den kommunistischen Kämpfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, und hatte sie ihren geistigen iüinzug in das beflaggte: Moskau gehalten? Oder hatte die italienische Partei die proletarische Diktatur abgeschworen und den Weg zum Oanossa der Hendersou und Scheidem&nn betreten, oder wenigstens /um austromarxistischen Bazar des Sozialismus Y Denselben Stimmungsumschwang hatten auch alle zeritristiscjheuu unjci reformistisch«!». ParteiW des Auslandes beim Ausgang des Parteitags in Livorno bekundet. Und doch war nichts geschehen, was ihnen; nach ihren so oiu proklamierten Anschauungen, zur Freude gereichen dürite. Im Gegenteil — der Partei Serratis war jenes Unheil widei"- fahren, über welches alle Kautskyaner und Scheidemänner seit Jahr und Tag so bitterlich Klage führten, wenn es ihre eigenen Parteien erleben, jenes finstere Verbrechen war an ihr vollzogen worden, das alle Sozialpazifisten den boisohewistisehen Amokläufern als schwerste Schuld ankreiden: die italienische sozialistische Partei hatte sich, dem vom II. Kongreß der III. Internationale ausgehenden Impuls folgend, gespalten. Ihr Iraker Flügel erklärte auf dem> Parteitag, in der alten Partei nicht mehr verbleiben zuköu-