Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 2-3 (21.1.1921)
- Date
- 1921-01-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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NR. 2-3 FREIE TRIBÜNE SEITE 5 An den Pranger! Unter teer L'eberschrift veröffentlicht das Z. Kder polnischen BrmWpartei die imten folgende Erklärung: Wir holten schon mnnche Gelegenheit, in unserem Blatte über den ..Fall Schippe" zu berichten. Es wird wohl den Genossen ais humoristische Tatsache nach in Erinnerung geblieben s«in, mit welchem pathetischen Eifer sich dieser bei seinem letzten Auftreten in Wien — vorder W e l tik o n f e r e n a — gegen »He Rechten m?d besonders gegen Syrien gewandt hat. Nim ist. seitdem sein romantischer Geistesschwung jäh gebrachen worden, der Held landete in Daszcynskis Verständlgungskommissiort und mußte zuletzt aus der Partei entfernt werden. ..Dr. Tgnafz Schipper ist. im Wahlkreis Cholm auf der Kandidatenliste der Poale Zion-Partei an vierter Stelle gestanden. Gemäß dem Beschlüsse des Zentralkomitees sind diej ersten dre: Kandidaten zurückgetreten und- Schipper trat, an iihrerr Otftf. i Dje Parte! -hatte hei ihrer ersten Konferenz ihr Aktionsprogramm festgestellt und im Geiste desselben die Wahlplattform veröffentlicht, auf der alle Genossen, welche von der Plenarsitzung des Z, K. nominiert worden waren, kandidiert (haben Die gesamte Verantwortung für die Tätigkeit der p. z. Abgeordneten jm Landtag fällt ssomit der Partei und ihrer leitenden Instanz zu. Im Laufe der anderthalb Jahre kamen wiederholt prinzipielle Meinungsverschiedenheiten zwisschen den führenden Genossen der ParteV.nstarizen und Dr. Schipper vor, bei denen es sich gezeigt hatte, daß der letztere nicht nach der Taktik der Partei handle und sich auch nicht der Parteidiszipftin unterwerfen wolle. Schon im Sommer 1919 hat da- Z K. Schipper aufgefordert, sein Sejmmandat niederzulegen, aber Schipper versprach jnunor, sich fernerhin an die Direktiven der Partei zu halten. Die Praxis hat dies nicht bestätigt. Der letzte Parteitag hat seine Unzufriedenheit mit. der Tätigkeit Schippers, ausgesprochen und das Z. K. beauftragt, im gegebenen Falle Schipper abzuberufen und diese Frage zur "endgültigen Entscheidung dem Taut Organisa fronssta tut einzuberufenden Parteirat vorzulegen Nach dem letzten Auftreten Schippers hat das Z. K. beschlossen, ihn aus dem Sejm abzuberufen; nachdem Dr. Schipper gegen die Prinzipien proletarischer Taktik gehandelt hätte, hat ihn das Z. K. bis zur Einoerufang des 'Parteirates auch die Rechte eines Parteigenossen abgesprochen. Der Parteirat, der Ende November vorigen Jahres tagte, hat folgende Resolution einstimmig angenommen: Der Parteirai. stellt fest, daß Gen. Schipper auch nach dem zweiten Parteitage seine Tätigkeit im Landtage nicht nach dem Geiste und den Prinzipien der klassenbewußten jüdischen Arbeiterschaft, wie sie durch die , Parteilinstanzen festgelegt wurden, geführt hat, daß er sich trotz des ausdrücklichen Protests des Z. K. freiwillig, und auf eigene Verantwortung an dem systematisch wiederholten Abenteuer einer polnisch-jüdischen Verständigung beteiligt hat, welches nur ein strategisches Manöver der polnische« Reaktion in ihrer inneren und äußeren Politik war und blieb; daß er im vollständigen Widerspruch zu den Pflichten eines revolutionären Sozialisten und den taktischen Grundsätzen der Partei in ihrem Namen für 'die Ratifizierung des Rigaer Präliminarfriedens gestimmt hat. daß er auf diese Weise ,t durch seine Schweigetaktik bezüglich der Probleme der in- :* neren Und, äußeren Politik und durch den Ton und Cha- " rCakter seines Auftretens in Reden und Interpellationen sich Cgegen die Interessen der revolutionären Arbeiterbewegung und gegen die Prinzipien der Partei vergangen hat, aus allen diesen Gründen bestätigt der Parteirat den Beschluß des Z K. dem Gen. Schipper das Landtagsmandat zu entziehen, und erklärt, hiermit öffentlich, daß Gen. Schipper n cht mehr das Recht haoe. ak i qnfitnnc!.Kf,ftn^»i^- -i— an Stivjn und Konsorten. Die Vaterlandsverräter werden von ihnen schonungslos denunziert, niedergeknüppelt und zu Tausenen in Schutzhaft gesteckt. Im Namen der Demokratie! Die Meuuterei der Kommunkten wird nach Manier des Herrn Nachbarn glatt, erledigt. Das Haus der Republik wird rejngefegt, seitdem Renaudel, Huysmans und Mmor als Bannerträger der zweiten Internationale in ihm Einzug gehalten. Nun können die Scheidemänner ungestört den Daszynski- und Hor'thysozialisten die Hand reichen, der Kreis der sozialdemokratischen Konterrevolution ist geschlossen und der etwas abweichende (radikalisierte) Eckpfeiler von Wien wird daran wenig ändern. Das erste Revolutionsgewitter in der Masarykrepjblik hat reine Luft geschaffen. Reinliehe Scheiduni? auch hvmschen dem internationalen Proletariat, das zum ersten Male unter dem Banner der dritten Internationale focht, und der internationalen Bourgeoisie des nationalen Gewaltstaotes und ihren hundstreuen Soziallakaien. Die alten zaristischen Methoden haben' sich zwar noch bewährt: .arnnsr dar Kommunen. Arbeitsgelegenheit v.n beschaffen, und Friedensschluß mit. Rußland und Aendernng des Versa iiier Vertrages. Auch die Arbeitslosen selbst haben die Initiative ergriffen, um die opportunistische Partei und Gewerkschaften 7,ur Aktion zu treiben. Di« von ihnen gegründete Zentrale cter Arb'eitslofseuräte (eouncils of the Unemployer Organisation«) hat einen 24stünd;gen Generalstreik zur Erzwingung des F r i e VI cns und d e s TT a iv d e I s v e r t r a g e. s mit Rußland, um den Arbeitslosen durch die russische. Aufträge Arbeit zu verschaffen, proklamiert. Ueberhaupf wirft dieses politisch© Moment auf die Entwicklung der wirtschaftlichen Krise seine Schotten. n»s auch die opportunistischen Führer d»V Trad» Union?, nicht verhindern können. Deutschland. --------- -----........ ...... „w. -----..... ungarische Sol- . , A « , daten wurden in Brünn mit Erfolg verwendet, deutsche* Doch Patroklus liegt begraben, und Thersites kehrt zurück Doch1* wiP |SS°he ]n ReichenberS- D|vide Ct imf,cra! Diewi- Salz erschöpft die jetzige politisch* Lag« u L>ocn wie ianger_............ Deutschland. Bs eind hier jetzt gute Zeiten Sur Masseti- Denn das Stilleben ist unwiderruflich vorbei, der Buurgfrieden und alle national-chauvinistischen Illusionen sind wie Seifenblasen geplatzt. Auf Nimmerwiedersehen. Das facheehische Proletariat hat seinen Klassenfeind deutlich zu Gesicht, bekommen und auch erkannt, wo seine Freunde zu suchen sind Das Einspringen des revolutionären deutschen, ungarischen und jüdiscen Proletariats in der Stunde seines Kampfes zeugt mit FJammenglut von der revolutionären Solidarität der Kommunisten. Somit ist auch der Felsblock der proletarischen Revolution in der Tschechoslowakei gelegt, au dem alle Augriffe der Bourgeoisie und ütr verräterischen Sozialdemokratie zerschellen werden. Eine einheitliche kommunistische Partei wird nunmehr der Stoß ins Herz sein, der den Pyrrhussieg der Bourgeoisie zuschanden machen wird. Die Regierung und ihre Sozialisten -auf der anderen Seile .scheinen einander den Rang in der Bekämpfung der III. Internationale, dieses drohenden Gespenstes der revolutionären Einheitlichkeit, des Proletariats, ablaufen zu wollen. Haben sich die tschechischen Sozialdemokraten eigens zu diesem Zwecke herbeigelassen, auf die Geschworoii. c u g c ric h te z u vor z i c h t e n, welche Instüutio doch die stolze Ehrensäule ihrer „Demokratie" bildete, so wollen die lächerlichen Nachfolger des Herrn Soliger ihnen, in nichts nachstehen: sie dekretieren den Ukas über die Ausschließung der Reiehcnhergcr Kreisorga.nisation aus der deutschen sozialdemokratischen Partei. So erleichtert wollen sie nun nach Wien pilgern. Der Disziplinbruch, den sie der ältesten und größten Organisation des dßutschböhmischen Proletariats zur Schub! legen, besteht, darin, daß diese sich dem Generalstreik a u g <"• s e It I o s .s e ji hat. Gegen den Willen, der Partei h, o uzen, die für Tusar und Nemec mehr Sympathie hegen als für Smeral und Maua. Was auch;n« dem Um.stan.de erklärlich ist, daß sie — wenn auch über Wien -• sicherlich in Bälde in den Schoß der allein seligmacheu den TT. Internationale zurückkehren werden. Die Regierung läßt d u v ch B r a. c hialgew a 11 ien proletarischen Kongreß in der Slowakei sprengen, ihre. imd Einzelmörder. Um von den ersteren zu sprechen, so Bfigt ein neues K u 11 u r ct o 'k u) m e n t d r Menschheit über Ludendorff vor: Die „Bayrische Staatszeitung", das Organ der b'ayri sehen Regierung, veröffentlicht einen Brief eines Groß - industriellen Reichert über den Plan - '/Air Bekämpimig der Bolsehewiki und der Vernichtung der russischen Räterepublik, der von einem, deutschen Offizier^ dem französischen Geuoralstab vorgelegt wurde. Der E n t - w u r f hat die volle. Beistimmung Ludenid w i r d v o n ihm a u 9 d r ü o k 1 i c h e m pauüov Soziallakaien v. or urteil e n. rri . Internationale in offigie! durch "Erlässe -- di* England. -Das nieu* Jahr kündigt sich in England durch eine «r die B0«^«^1^^*"^ r «meine ökonomische Krise an. Die Jahresw,,^ bolschewistischen Ideen' Sewacnen iina d o r f f s fohlen. Das Dokument hat interessante Einzelheiten: dem Aufmarschplane ..der vereinigten Völker Europas" gegen die Kulturgefahr der Menschheit, soll ganz Rußland aU K. o s t e n p r e i s für seine Befreiung GO Jahre unler Okkupation bleiben uu'd in diesem Zeiträume öOO M i 11 i o n e,u i ii. Gold zalilen. Der reine Ertrag soll der Wiederherstellung der zerstörten Kultur und des Statute quo dienen . . Wer kann hiebei zweifeln, daß Ludendorff und Hoifmann sozusagen wieder a k t u e 11 werden! Auch die kleinen Mörder haben jetzt guten Kurs in .Deutschland. Nachdem Vogel, der Mörder Rosa Luxemburgs, amnestiert wurde, hat der J ä g e r Runge ein volles Geständnis abgelegt, der üben den Amnestierten wie auch über die ganz« Mördorzentrale keine Zweifel mehr läßt. Inzwischen "jedoch, da die Noskeschergeii. mit heiler Haut, davonkommen, muß das Proletariat in F Ions b" u r g, Königs b e r g und Berlin neues Bltitgeld zahlen. Aus dem nahen Osten. Es ist schwer für die europäischen Genossen, sich ei«e richtige Vorstellung zu bildm über die Ereignisse, welche sich nunmehr im Osten abspielen, da ja alle Nachrichten durch die tendenziösen Lüqenberichte der bürgerlichen Telegraphenagenturen entstellt sind'. Hier soll über die nationale Bewegung in Kleinasien und über die sozäal'istiscne Bewegung in der Türkei berichtet werden. pie Nachrichten über Kleinasien bestätigen, da& die nationale Bewegung in Analolien eine rein bürgerliche Strömuno ist und blt;!:+ Die provisorische Regierung mit Kemal Pascha an der Spitze läßt, obzwar sie ihre Sympathien' für die Bolschewiken beteuert, peinlichst die Agitatoren der ^«■„rietiephon Ideen überwachen und entfaltet die eif- J S D k d kR??illa^'.as ^tagsabgeordneter der "f^S, t ine akonomsdw Krise an. Die .Jahreswende ^"^^^ in \rPo?li Pol€ns aufzutreten. - 192°/2J «che^t die im Weltkriege und in den „Siegfrieden*,- .rigste ^^'gfe3j-' "VAh direkt auf die Bauern- und Arbeiterin dem Verhalten des Gen. Schipper zum Beschluß sieht iahrenti »ich teilweise geltend machenden Stockungen tischen Partel( die sien aiieKi ...... Qrtw5ot™ruWrl ™ - cl.eJ* p^riei'r,at11 °:"en unverzeihlichen 'Dkszipiinbru7K"und"hestätigt deshalb den Beschh.il? des Z K bStf der Si- ^'■f'ra'n^I de^^'' Sch^' Ärtottql^. Wird dlm 7 Zunchörigkeit Schippers zur Partei n rw -"n kompetenter Instanz zur Behanlung Der Partei rat und di diese Annpiönönir,V",M-tM f oK> ,^rkIaren ausdrücklich, daß lanus, wer aoon (.ue auren sie eoonso, wie durch, die h'tc n:cht rnl r J^ f * der, ^Paltung der Weltbewegung rung des Handelsumsatzes bedingten Lohn- und Preisabbau n,cnt das üe mgste zu tun hat. *' J L-äninfe d^ Anffli««hf.n p,.ni«ff.« m,-f rt«>. der Nationalwirtschaft in einer ümhüüungswellc zu umfassen, und sie in. der Form d es m o m e n t a n e. u k ap i t a 1 i s t i s c h e n Zusammen b r n o h e s, wie er sich am Ende des vorigen; Jahrhunderts periodisch manifestiert hatte, nun aufs Neue wiederzugeben. Wer 'die letzten Teilkrisen in der Kohlen.-, Eisen- und Textilindustrie Englands, wer auch die durch sie ebenso, wie durch die S'töngste zu tun hat. Als Antwort aul'.d** Rps-rüntion des Parteirates und cler Pa,S>[?nÄrf flCn-c,,tc.te Fraife' ob er sich dem Beschluß * £ ' hat e,r jn einem Briei'e voller Verleumdungen geantwortet, er anerkenne weder den Parteirat, noch das der Partei fücie hat "er fff ' hL^lTh e fUl n^TcT3 daS'Z:^- b« ecihens gegen d^e Part ei d iszfp lin aus der J. o. D. A P. Poale Zion in Polen auszuschliepn.und allen Instanzen mitzuteilen, daß Dr ' ' '"„fi kßi.nej; Beziehung zur klassenbewußten iüdiicn Arbe-.lerscnaft der P Z. in Polen steht und ilr i« den Sc iaudpfahl ,or der gesamten ArSÄtM hf -.jp; I,v emes fremden Parteimandats zu stellen!«s(Aus dem Warschauer Organ „Unser Leben". Nr 11 ' kämpfe des englischen Proletariats mit der jetzigen wirt schaftlichen Situation auf der BnteninseL vergleicht, wird die eine auffällige Tatsache zweifellos feststollen: die auf den einzelnen Wirtschaftsgebieten hervorgetretenen Störungen hatten sich bis zu dem Maße, bis zu dor Höhe entwickelt, daß ihre Isolierung oder auch vorübergehende Beilegung nicht mehr möglich und für die Unternehmerschaft a u s s i c h t s v o 11 erscheint. Diese sieht sich doshall» wohl oder übel gezwungen, z u d u r c h s c h l a g e n d o - r e n , wenn auch vielleicht wagnisvollercn Mitteln zu greifen, um ihren Besitzstand, d. h. ihre unumschränkte Dorrschaft zu wahren. Die Allgemeinheit der Krise wird durch die Arbeitseinstellung auf fast allen Produktionsgebieten veranschaulicht. Durch sie werden die Kohlenbergwerke, ebenso wie Eiscn- und Zinngioßereiea als auch die Stahl- und Textilindustrie betroffenin Liverpool mußte kürzlich die groüto Automo- 1> Ifabrik. Englands, die Angloamerican Automobilian Work, schließen. Auch die großen Handelshäuser müssen in vielen Städten zur Kürzung des Arbeitstages schreiten, und die englische Admiralität orläßl ein Rundschreiben über die 3-Tage-Arbeit in der Woche. Die Zahl dor Arbeitslosen hat sich letzterdings fast verdoppelt, sie beträgt rund f> Millionen, wenu mstn die unterstützten Arbeitslosen mit den nicht registrierten und d e n K u r z arb eitern zusammenrechnet. Die jetzige Arbeitslosigkeit in England ist jedoch niem bloß die Folge der ökonomischen Krise, sie ist vielmehr eine bewußte Arbeitseinstellung durch die Unternehmer, eine Angriffsaktiou gegen das Proletarial ttnd seine bisherigen Eroberungen. Es handelt sich um ein systematisches L o <• k o u t der Kapitalisten im ganzen Lande, die nicht mehr geneigt sind, die Bestimmungen' der Schiedsgerichte über die Lohnerhöhungen ebenso wie über die -.-•-.-»-•- —o....... H«woiiri vverueu; uie nroeiler aus Preise durchzuführen. Mit dem Hinweise auf die allgemeine fön Vorstädten sind darüber anderer Meinung, una so zie- Depression drohen die Kohlen- und Stahlbarone mit einer i?C •r(.cscfl'ossfrl m ihrem Heime, um ifu' Recht auch' Preiserhöhung, wenn ihr Vorschlag der „reduzierten las der Demokrat^- und Majorität, zurück- und die Gen- Löhne" nicht von der Arbeiterschaft angenommen wird. ' Die Regierung schlägt ihrerseits die Einführung der Kurzarbeit in den Staats- und Privatbetrieben vor, um der Arbeitslosigkeit zu steuern. Das Ausspieleu der Arbeitslosen gegen, die beschäftigten Arbeiter, wird in der ganzen bürgerlichen Presse nachnd unterstützt. Der in Amerika mit so bekanntem Erfolg angewendete Trick sollte auch im Mutterlande durchgeführt werden. Man hatte freilich die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Sogar d i e L a b o u r- Party sah sich zu einem energischen Protest gezwungen und trat mit vinr Forderungen an di<e Regierung heran: Gewährung des Lebensunterhaltes an die Arbeitslosen. Durehfüimnig von öffeutlichou Notstandsarbeiten, Krmächti- ( RUNDSCHAU Tschechoslowakei. fiu TrÄLimtc Gc"?ra,s1ü'eill iJ1 der »cuerstandenen fiapubden Stm •ÄV'arkelrscheint Tar cine klßitie EPls°de iti -^cnrrlt 9;efcfc,,ten zu bi,dendic sich nunaie«r in vn .tinn . Westeuropa zwisdien der besänftigten Relnr\XVÄfQV in den..Sattel gehobenen Reaktion abtef VnluJ» doc'hllse'nr.unmittelbarer Anlaß, die Besetzung ies „volkshausei" in Prarr mehr otoom ,pli ixS inCh'-I.n ia/iSe'I"?, Pra?f, m^r" einenr'rheaQischTirTeus tilanten sLViSl-xbbaJ a!s,.?in<sr ernstgemeinten und geh;,alsfk/-0»: die Hüter der bürgerlichen Ordnung d2rZr^torä0,5n GeMu?e dBS Praö€r Pwtetariab von' t i£ P?T? S Ml um €S S0inen ..rechtmäßigen" l^it > < ,? > ,''/la,'Pafnoton, zurückzuersfatten. Wie auch anders? Soli doch das Pnvatrecht des Herrn Nemec, de f ^Jf?^1mQX^Tlben GencraI zu ^inen „üSqäppiS rungssiegeu'; begruß{, qewaJirt werden! Die ÄrbeSS aus ...„,„„..... ,_mi«wn.- uou die Gen-- larmen1 herauszuholen. Der kommende Tag sieht, wie Prolelarierblur die Straßen, die zu Jan Hus' Denkmal führen, fürbt und der erste Generalstreik in der freien demokratischen Moldaurepublik verkündet wird. Eine kleine Episode. Docn ihre Bedeutung ist um so t-on jvroeuer. wir' größer und ihre Folgen um so weitreichender, Sie läßt haltig aidgenommi zunächst keine Zweifel mehr über die persona dramatis. Tusar und Nemec werden in Gesellschaft und Obhut des Herrn Cerny und Svuhla, „der reinen Beamtenminister'- gefunden, die Herren Sozialdemokraten ertappen sich (sonderbar erweise?! jenseits der Revolutionsbarrtkade, die von den gelallten Bajonetten der Gendarmen und Sokoin gestürmt wird, Noskes Geist spukt herum und findet gelehrige Schüler massen stützt, zu verhindern. Die von Sowjotrußland ge - sandten Vertrauensleute sind von Kemals Agenten umgeben und deshalb oft außerstande, sich fn unmittelbare Beziehungen mit den werktätigen Massen zu setzen. Denn die Nationalisten wollen gerade für Kommunisten gelten, die selbst die kommunistischen Grundsätze verwirklichen wollen, indem sie sie ,,den Landesbedingungen anpassen". Letztens 'haben einige türkische Sozialisten an dem' Kongresse in Baku teilgenommen, Selbstverständlich hatte Kemal Pascha — der sich als Selbstherrscher aufspielt — für diese „selbständige Aktion" wenig Verständnis und erließ in der großen Nationalversammlung eine scharfe Kundgebung gegen die ,,unbevolImächtigten VoIkssvertreter". Trotz der Regierungsrepressalien sind schon mehrere sozialistische Gruppen in' Kleinasien entstanden. Sie sind fast alle der klare Ausdruck der tiefen Unzufriedenheit, die sich unter der osmanischen Bauernschaft geltend macht. Eine dieser Gruppen trägt den bezeichnenden Namen „Gesellschaft der grünen Armee". Ihr Hauptziel ist die Befreiung der anabolischen ßauernmassen von dem imperialistischen Joch Gleichzeitig führt sie auch einen unterirdischen Kampf gegen die Regierung, der sie im Falle der ' Nichtentlassung ihrer eingekerkerten Genossen mit terroristischen Akten droht. * Interessant ist auch, daß die Partei der Unionistenk deren Programm ein bunter Mischmasch von Patriotismus und Kommunismus ist, den Verwaltungsmechanismus der Sowjets angenommen haben, obwohl sie seine sozialen und wirtschaftlichen Folgen ablehnen. Auch dje Regierung hatte unter dem Drucke der Verhältnisse sich zu einem dem Rätesystem ähnlichen Verwaltungsapparat bequemt. Außer Zweifel steht, daß die nationale Bewegung in Kleinasien verschiedenen Abenteurern und Ehrgeizigen,' besonders der Intelligenz, als breites Betätigungsfeld dient Sicher ist auch, daß viele Parlamentarier und Politiker der roten Wehe nachlaufen, um vor ihr nicht verschlungen zu werden! , M Aber die Sozialisten aller Länder müssen treu diese national-revolutionäre Bewegung unterstützen, wie es die Bolschewiki wirksam tun, weil vor allen' die Lösung des 5>elbstoestimmungsrechtes der Völker den größten Widerhall im Orient findet und jede Bewegung, welche den englischfranzösischen Imperialismus, der aus der Türkei eine Ausbeutungskolonie machen will, trifft, ebensosehr den sozialistischen Prinzipien als der wirklichen Sachlage und den Bestrebungen der Orientvölker Rechnung trägt. (Nach der „Revue Communjsfe", Dezember lWQ ) amaa^maa Voranzeige! Am 26. Februar findet im „Bayerrischen Hof" ein Palästina-Arbeitfond-Abend statt. ■ «■»«■QBSB«B«aa?»fl*K«rjMa«awMt*wsaaaBwaBiaBö