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Freie Tribüne · 1921-01-21 · 2-3 (21.1.1921) · page 4

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Journal
Freie Tribüne
Volume
3 (1921)
Issue
2-3 (21.1.1921)
Date
1921-01-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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mrE 4 NR. 2-3 Die politische Diplomatie ist jedoch bloß die eine S«it« ihrer Medaille. Die Kehrseite davon is;; — die Demagogie in der meisterhaften Verdrehung der Tatlachen. die „an den Mann" gebracht werden. ^Unter Büro, geleitet von Leon Chasanowitsch", stellt amch hierin seinen Meister. Kein Zufall, daß dieser vielfleschäftige Businessmann mit der „Leitung", d. h. der Verbreitung der unsinnigsten Meldungen — in •ensationslüsterner Form — über die proletarische Bewegung überhaupt und unsere jüdische insbesondere betraut wurde. Die „sozialistische" Demagogie bildet sicherlich das notwendige Wendestück der gleichartigen Diplomatie. Auch ist diese Erscheinung international und darf nicht bloß von „unseren Rechten" in Anspruch genommen werden. Daß diese aber in der politischen Quacksalberei, die auf der Unwissenheit der Massen zu bauen versucht, den Vogel! abgeschossen haben, dafür bietet trefflichen Beleg der Artikel über „die antizionistische Resolution der dritten Internationale" in ihrem amerikanischen Organ, der „Zeit". Der Verfasser ist der „Leiter" selbst. L. Chasanowitsch, der im Januar 1918 als Vertrauens- oder Auftragsmarm der zionistischen Organisation nur zufällig nach Brest-Litowsk nicht gelangen konnte, spricht und kabelt über den Atlantischen Ozean sein vernichtendes Urteil hinaus über die dritte Internationale, unsere Bewegung und ihren Vertreter an dem Moskauer Kongreß, de Gen. AI. Kohn. Dieser wird von Chasanowitsch' folgendermaßen apostrophiert: „Ein persönlich ganz sympathischer Mensch1, doch politisch vollständig unreif, ein Geistesgestörter, der am Anfange des Krieges1 sich unzählige Male als Freiwilliger zu der österreichischen Armee gemeldet hat, ein fJungermann", der nicht das Glück hatte, für die Haböburgerclynastie zu sterben, nicht aus dem Grunde zwar, weil man ihn wegen revolutionärer Tätigkeit oder wegen zu viel1 Intellekt disqualifiziert hatte, sondern bloß wegen körperlicher Sctowätihe " Wir glauben, an dieser Stilblüte — nach Inhalt und Form unübertrefflich infamies Pasquille — wird es unseren Lesern genug sein, um „Unser Büro" der Rechten kennen zu lernen. Daß aber der poale-zionisti- 8Che Thersites vom Januar 1918 gerade an dem Helden der Arbeiterbewegung, daß gerade Chasanowitsch an unserem M. K., der um dieselbe Zeit, als jener sfe'ine diplomatische Aktion in Brest-Litowsk zu vollziehen sich bereitet, zur revolutionären, proletarischen Aktion für das Räterußland auffordert -rseine schmutzigen Finger anzulegen wagt, muß (niedriger gve'hängt werden. Nicht zwar als ein Beitrag zur Psychologie der Pasquillanten, sondern als geschichtliches Dokument der politischen Demagogie- und Insinuationskunst der Sozialverräter. Morris Meyer und Leon Chasanowitsch, unter diesem Zeichen wird unser rechter Verband sicher und gerade in den Hafen der Antibolschewikiliga steuern, die jetzt eben unter Ed. Bernstein ihren Kreuzzug gegen die Kulturhunnen aufgenommen hat. in Masohmen, in Kohlen, in Frachten investiert, ist der konstante Teil des Kapitals; und das, was der Kapitalist seinen Arbeitern und Angestellten an Löhnen auszahlt — der variable Teil. Ebenso besteht die Stimme der von der ganzen Menschheit in Unternehmungen investierten Kapaalion avts einem konstanten und einem variablen Teil. Das Kapital fällt nicht vom Himmel und '-wächst nKht auf Bäumen; es wird durch schwere menschliche Arbeit geschaffen. Das gilt vom konstanten, wie vom variablen Kapital. Nun ist klar, daß die Juden kein konstanten Kapital produzieren, denn sie produzieren keine Gebäude, keine Maschinen, keine Verkehrsmittel, keine Rohmaterir.. - lien, keine Hütsmaterialion iisw. Die jüdische Arbeit nimmt gar keinen Anteil an der Entstehung und der Verteilung dos konstanten Kapitals. Die ganze jüdische Arbeit dient der Produktion des variableu Kapitals. Und auch da müssen die Juden die Konkurrenz dor nichtjüdischon Arbeiter ertragen. Ferner muß bemerkt werden, daß beide Teile des Kapitals-im Wachsen begriffen sind, doch wächst das konstante Kapital schneller als das variable. Je mehr sich die Technik entwickelt, um so mehr wird die Menschenarbeit durch Maschinenarbeit ersetzt. Einst produzierte der Arbeiter in derselben Zeit fünf-, zehn-, zwanzigmal weniger Arbeit, als er es heute mit Hilfe der Maschine tut. Heute braucht man nur wenige Arbeiter dort; wo früher ihrer Dutzende oder Hunderte erforderlich waren. Je vollkommener die Maschine, um so weniger Menschen erfordert ihre Bedienung. Die Zahl der Maschinen wächst sehr schnell und die relative Zahl der Arbeiter verringert sich immer mehr. So wächst das konstante Kapital auf Kosten da.«* variablen. Das ist eines der wfchtigsten Gesetze der Lohre von Karl Marx. Karl Marx zeigt, wie che Maschine den Arbeitor vordrängt und wie das variable Kapital durch das konstante Terdrängt wird. Da aber 'die ganze jüdische Arbeit auf die Produktion des variablen Kapitals eingestellt ist, so folgt daran?, daß die jüdische Arbeit immer mohr durch die nicWjüdische verdrängt wird. So lautet der logische Schluß aus Marxens natioualökonomischon Entdeckungen. Daß unsere offiziellen „Mar - xisten" ihn nicht anorkonnen, beweist nur, daß ihnen in "Wirklichkeit jeder wissenschaftliche Blick auf das jüdische .Wirtschaftsleben fremd ist. Die jüdische Arbeit wird vordrängt und muß mit fortschreitender Technik verdrängt werden. Die jüdische Arbeit muß technisch rückständig bleiben, denn die Maschine ist ihr größter Feind - auch das ist wiederum ein« t oige der Tatsache, daß die Juden der Natur, dem Gruud und Roden entfremdet sind. (©d)lu& folfit-j Brief aus Palästina, „A!t-Neuland.u Der nachfolgende Brief unseres palästinischen Genossen rückt den „Helden ohne Fehl und Makel" des rechten Verbandes, die berüchtigte „Achduth-Hawoda", in ihr rechtes Licht. An der Zwerghaftigkeit der gesdiil« derten Begebenheit, die den Heldenmaßen der palä* stinischen Sozialpatrioren vollauf entspricht, kommt es zum drastischen Ausdruck, wie unsere Bourgeoisie und ihre Lakaien auch im Morgenfande „ihrer Sendung" ihre wahre Fratze enthüllen. Jüdisch=nationale Gendarmerie* Offiziere und von ihnen beschützte Streikbrecher, — divideet impera — treten auf die Bühne. Unterdes laufen die Herolde „der jüdischen Arbeit" zum englischen Kadi und bauchwinseln vor seiner Autorität. Das Schiedsgericht der Arbeitsgemeinschaft soll in dem Lande des „klassenlosen", also „auserwählren Volkes", in Funktion treten. Freilich soll die Arbeitsgemeinschaft auf die Ausbeutung nur jüdischer Arbeiter durch die Volksgenossen be~ schränkt werden. Doch endet die Idylle mit blutigen Ktfpfen - des jüdischen Proletariats. Vor wenigen Wochen stand ganz Palästina im Zeichen ungeheurer Aufregung, welche durch die Ereipnisse in uu- . serem kleinen Städtchen Jaffa hervorgerufen war. Die Ursache war ein geringfügiger Streik ökonomischer Natur. Eine Neuigkeit — in einem Lande, in weichern „es keinen Klassenkampf gibt oder zumindest geben sollte", die sich schließlich — nach europäischem Muster — zu einem regelrechten Straßenkampf zwischen jüdischen Arbeitern und jüdischer Bourgeoisie und inren Handlangem entwickelte. Vor ungefähr zwei Monaten begannen spontan 18 Arbeiter der Firma Seh. u. L. (15 Juden) und 3 Araber) einen kleinen Lohnkampf, in dessen Verlaufe „Achdutlf Haavodäh" ihre guten Dienste anbot. Die Forderungen waren, rein ökonomischer und professioneller Natur und' hatten an erster Linie Anerkennung der Gewerkschaft zum Ziele. Als Blüte der bürgerlich-völkischen Aufbauarbeit im „Lande des Heils" soll noch angeführt werden, daß die Fabriksmädchen 3 Piaster täglich verdienen. Dem wirtschaftlichen Kampfe hatte die „Achd. haaw." eine politische Färbung gegeben, indem sie die Forderung nach „Awoda Iwrith"*) erhob. Es ist klar, daß diese Aktion einen energischen Protest der anderen Arbeiterorganisationen zur Folge hatte. Die Unnachgiebjgkeit der Unternehmer führte zu einer Verlängerung des Streikes, der auch auf die in den Weinkellern von Rischon le Zion beschäftigten Arbeiter übergriff. Der größte Feind erwuchs den Streikenden in der „Schwarzen Klique", der hebräischen reaktionären Zeltung „Dor Hajom", einer Bande, die von Provokation und Spionage lebt und im Dienste der englischen Regierung steht. Diese Lügenpresse machte sich ganz besonders zur Aufgabe, eine unüberbrückbare Kluft zwischen Arabern und Jaden herbeizuführen. Ohne Unterlaß operierten sie mit den bekannten Argumenten von der „bolschewistischen Gefahr", der „Gefährdung des Privateigentum" usw. Den Höhepunkt bildeten ihre'Denunziationen bei der englischen Regierung, die ihrerseits die jüdische Bourgeoisie aufforderte, sich gegen die „rote Gefahr" zu organisieren. Diese, welche stets das Wort vom „Wiederaufbau des Landes" im Munde iührt, worunter sie natürlich nicht den Aufbau durch eigene Arbeit, sondern ..durch rücksidhtsJose Ausbeutung jüdischer und arabischer Arbeitskräfte versteht, erkannte die Klassengegensätze besser als „Achduth Haavodäh" und „Hapoel Hazair" zusammen, begründete sofort eiine Unternehmerorganisation und forderte alle Fabrikanten auf, die Arbeitcrforderungen unter keinen Umständen zu erfüllen Die Regierung verstand diesen Wink; sie intervenierte sogleich und erklärte den Vertretern der Arbeiterschaft, daß sie 'kein Recht besäßen, Arbeitswillige an der Ausübung ihrer Beschäftigung zu hindern. Auch ein Schiedsgericht nach „englischem" Muster wurde ihnen vorgeschlagen, um das „Ideal der Arbeitsgemeinschaft" auf Erden zu verwirklichen. Dies akzeptierten zwar die Arbeiter der „Achduth Haavodaih", doch keineswegs die Unternehmer, was die englische Regierung konsequenterweise zur Militarisierung der Betriebe veranlaßte. Dadurch wurde den Fabrikanten die Möglichkeit gegeben, arabische Streikbrecher anzuwerben. Ein derartiges Vorgehen konnte seitens der Arbeiterschaft unmöglich unerwidert bleiben und so kam es zu Gewaltmaßnahmen gegen Streikbrecher. Wieder regnete es geheime Befehle und Instruktionen und schließlich unterwarf sich Aohduth Haavodäh" sämtlichen Dekreten der englischen Regierung, um nur ja in keinen Konflikt mit der „befreundeten Macht" zu geraten. Ja, sie stimmte sogar einer Untersuc'hungskominission zu, deren Aufgabe in der Eruierung der Schuldige Ii an dem a u s g e ii r o c h e n e n Streik bestehen sollte. . ' (Aber ihre Unterwürfigkeit erwies sich als unnütz, da sich die Unternehmer zu nichts, nicht einmal zu einem obligatorischen Schiedsgericht verstehen wollten. Nun wünschte „Achduth Haavodäh", diese Angelegenheit dem „Waad haluniim"*) vorzulegen; aber auch diesen lehnten die Unternehmer als eine „bolschewistische Institution" ab und der Gouverneur von Jaffa versprach den Fabrikanten polizeilichen Schutz und jedwede Hilfe gegenüber den Streikenden. Diesen Schlag ertrug nicht einmal'„Achduth Haavodäh", die tags darauf den aligemeinen Streik proklamierte, ohne sich jedoch vorher mit den übrigen Arbeiterorganisationen in Verbindung zu setzen. Unsere Partei erfaßte sofort den polittischen Charakter dieser Bewegung und forderte sämtliche Genossen auf. die Arbeit niederzulegen. Am nächsten Morgen versammelten wir uns und begannen mit eifriger Propaganda der allgemeinen Arbeitseinstellung. Wir entsandten in den Betrieb der Firma Guralski u. Co. eine Deputation, um die furchtsamen „Achduth Haavodäh"- Arbeiter zur Niederlegung der Arbeit zu veranlasssen. Auf dem1 Rückweg sstießeri wir auf einen englischen Polizeitrupp, geführt von einem jüdischen Po i i z e i 1 e u t n a n t, der sofort unsere Genossen verhaften ließ. Es kam zu einem Handgemenge, das sich in ein Massaker umgewandelt hätte, wenn» es nicht einem englischen Beamten gelungen wäre, die Soldaten zu beruhigen. Drei uusserer Genossen wurden abgeführt. In dem Handgemenge wurden auf beiden Seiten eine größere Anzahl von 'Personen verwundet. Dieses Ereignis rief gewaltige Erbitterung in allen Kreisen der Arbeiterschaft hervor. Die „Achduth Haavodäh" aber leugnet jetzt feige, daß sie zu einem Generalstreik gerufen habe. Auf die Aufforderung unserer Partei versammelte sich der Arbeiterrat, der eine 'Deputation mit folgenden Fordederungen zum Stadtgouverneur entsendete: 1. Nichteimnengung in den Streik;' 2. Befreiung der Verhafteten; 3. Bestrafung des Polizeikomniandanten. Auf die erst eFordenng gab er' keinen deutlichen Bescheid. Die Arretierten wurden *) „Jüdische Arbelt", Ausschaltung arabischer Arbeiter, *) Exekutive der jüdischen Nationalversammlung. enthaftet und harren ihress Prozesses. Gegen den schuldigen Polizeikommandanten soll angeblich' die Untersuchung eröffnet werden. Wie es scheint, wjrd der Streik dank deT Nachgiebigkeit der „Achduth Haavodäh" verloren gehen. Stein. Die Arbeiterkonferenz in Haifo. Hm 5. Dezember 1920 tagte in Haifa eine Arbeiterkonferetiz, zu der alle palästinensischen Arbeiterparteien (Achduth-Haawodah, Hapoel-Haziair. Hectifaiuz, S. A. P.) ihre Delegierten (insgesamt 87) entsendeten. 1 Der Zweck der Konferenz war, eine allgemeine Organisation der jüdischen Arbeiter Palästinas zu schaffen, um so der unnötigen Zersplitterung der gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Bewegung efn Ende zu setzen. Die schaffende zentrale Arbeiterinstitution sollte außerdem' olle wirtschaftlichen Einrichtungen der jüdischen Arbeiter verwalten, Arbei'tsveimittlungs- und Einwandemngsbüros errichten, die landwirtschaftliche Sielungsarbeit "leiten und durdi Herausgabe periodischer Bulletins und sonstiger Literatur ein proletarisches Kulturwerk, frei von Parte'itendenz, schaffen. Dies wäre eine gesunde Grundlage, auf der sich die verschiedenen Arbeiterparteien wenigstens zur Aussprache und Diskussion der aktuellen Probleme zusammenfinden konnten. Auch unsere Genossen von der S. A. P. haben dieses Experiment mitgemacht und so ihren Willen zur Schaffung der Aktion des Proletariats bekundet. Die Probe aufs Exetnpel mußte gemacht werden. Es sollte die Unmöglichkeit der Zusammenarbeit mit den „großen, führenden Parteien" wenigstens ad oculos demonstriert werden. Das Resultat hat die Erwartungen nicht getäuscht. Die „praktische Grundlage", von der die 'Anhänger der Achduth- Haawodalh und ihre Außenseiter, der He'chJaluz und Hapoel-Hazair, so viel geredet haben, hat sich nur allzu rasch in blauen Dunst verwandelt. Der Einigkeitsrummel, der ein würdiges Gegenstück zu der Festversammlung, der Asifat Haniweharim' bot hat sich in lauter Phrase, Geste und eitel Possenspiel aufgelöst. Daß dem freilich nicht anders sein konnte, dafür brachten die Führer der großen Parteien Gewähr genug. Berl Kaznelson eröffnete den Reigen: „Wir leben die*ganzen Jahre in der Hoffnung auf eine Erweiterung unserer Horizonte, unserer Ziele, daß wir die Frucht unserer Mühe erleben die Erweckung des Volkes.. ." Nun1. Nwir glauben, Kaznelson hat unbestreitbares Recht auf die Erweckung des Volkes (!) zu hoffen und davon zu träuhien. Mit einer Arbeiteraktion hat dies jedoch^ nichts zu tun. Die große Geste der Achduth-Haawoah hatte der ganzen Konferenz ihr Gepräge aufgedrückt. Der Hapoel Hazair und der Hecrialiiz mühten sich kläglich ab, ihrer verschnörkelten Phraseologie und dunkeln Martijroiogie das Mühlenwasser abzujagen. Sie mußten sich schließlich dazu hergeben, auf ihre Originalität zu verzichten und — mitzudreschen. Katznelson schien diesmal sich selbst zu -übei'bieteti: „Die Arbeiterbewegung ist ihrem Wesen nach nicht gewerkschaftlich. Wenn ihr dem jüdischen Arbeiter hier alles wegnelhmt, weswegen er nach Palästina kam, dann bleibt auch keine gewerkschaftliche Bewegung übrig. Keine ge- ' werksehaftliche Bewegung hat einen sprachlichen Charakter, und doch wissen wir, daß eine gewerkschaftlidie Organissation, welche die Frage des Hebräischen nicht entschiede, hier keinen Bestand auch nur einen Tag haben könnte." Sind größere Wahrheiten mit größerem Ton und Anstand je verkündet xvorclen, als hier geschah? Das Wese-n der Arbeiterbewegung ist nicht gewerkschaftlich, sagt Kaze- 1 nelson Ist sie etwa politisch? 0 nein, denn — hier, ist kein Platz für rein politische Parteien, dekretierte er jauch — Nehmt dem jüdischen Arbeiter alles weg, ann bleibt auch keine ffcwerkschnftlioho Bewegung, sagt. er. Also hat, iWv jüdische Arbeiter die gewerkschaftliche Bewegung oder — hat sie ihn. Dies weiß der Führer der größten jüdischen Arbeiterpartei Palästinas leider nicht zu unterscheiden, u^d so argumentiert er weiter, daß — keine gewerkschaftliche Bewegung einensprac'hlichen Charakter hat.' Gipfel aller Morgenweisheit. Und doch scheint dieses Mundführers gewerkschaftlidie Bewegung nur einen Charakter zu tragen, und zwar den sprachlichen oder besser — plappernden, da er dodr nichts zu sagen hat. Ke:n Wunder, daß er auch der berufene Wortsprecher des Hedialuz und Hapoel-Hazair geworden ist und sie ihm gerührt jri die Arme sanken. """""Mannhafte Worte, die jn grellem Widerspruche zu den oft hiisterischen Ergüssen der „alten Genossen" standen, fand bloß der Vertreter der S. A. P., unser Genosse Gerschoui: „Wir sehen den einzigen Ausweg aus der Not in der sozialen Weltrevoiution und wir stützen nnz dabei auf die Kraft der Arbeiter. Auch die Organisierung der arabischen Massen ist unsere Frage, obwohl sie ihre eigene Sache ist. Denn jeder jüdische Arbeiter fühlt, daß wir von der billigen Arbeitskonkurrenz zu leiden haben, so lange nicht die arabischen Massen organisiert sind. Die Organisation, d<e hier geschaffen Werden wirrd, muß auf dem ■ Klassenstandpunkt stehen. Politisch muß di?J Arbeiterschaft verbunden sein in ein em.• fÄrb e i te r r a t, der international ist. Unseren jiddisch sprechenden Genossen bd-'grüßt zunächst ein Protestgebrüll des Auditoriums, das sjjeti erst legt, als der Vorsitzende ihn wegen seiner „Grüniueit" in Schütz nimmt. Der EindruuCk seiner Rede läßt s#eh nicht verwischen da durch sie die Gegenüberstellung des „Einigkeitsblocks" — Achduth'-Haawodah, Heeha/mz" und Hapoel-Hazair — und des klassenbewußten, revolutionären jüdische.! Proletariats unter der Fahne unserer/Bruderpartei in krasser Weise ausgedrückt wird. Dies betont auch die von unseren Genossen eingebrachte Resoluuti<or,i, daß die neugeschaffene Organisation auf dem Standpunkte; des Klassenkampfes stehen soll. Sie wird von der „Me'hrhetit" einmütig verworfen und sodann der Einheitsakt der großen jüdischen Arbeiterparteien feierlich vollzogen (Ueber die Arbeiten der Konferenz werden wir noch ausführlich berichten.) Die Nr, 3 des, „Jüd. Theaters" von Dr. Jesekiel Lifschütz ist erschienen und hat folgenden Inhalt: 1) „Gott der Rache,*', von Sch. Asch. 2) „Die Jesojme", vou Hak. Gordin. 3) Dcei jüdische Schauspielergenerationen. 4) Ein dramatisches Motiv. 5) Zur jüdischen Repertoirefrage in Wien. 6) Ethos und Schicksal im Drama. 7) Miszellen.

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